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Geeigneter Fütterungsstandort
Für das Überleben der Wildvögel ist die Wahl
des Ortes für das Errichten des Futterplatzes von großer
Bedeutung. Ein Beobachten der fressenden Vögel sollte
gut möglich sein, ohne die Tiere dabei zu erschrecken
oder zu ängstigen, sofern man Wert darauf legt, sich an ihrem Anblick zu erfreuen. Hiermit trägt man zudem dem pädagogischen Aspekt der Winterfütterung Rechnung, denn vor allem für Kinder und Jugendliche ist es ein besonderes Erlebnis, die Vögel aus der Nähe betrachten zu können. Foto rechts:
Gänse, © Eckhart Schulze
Aber auch die Vögel selbst stellen einige Ansprüche
an den Futterplatz. Der Ort sollte so ausgewählt sein,
dass sich die Tiere bei der Nahrungsaufnahme stets sicher
fühlen, denn nur dann ist gewährleistet, dass sie
genügend Futter zu sich nehmen und nicht ständig gehetzt um sich blicken, weil sie Angriffe von Fressfeinden befürchten.
Wildvögel
fühlen sich beim Fressen sicher, wenn der Futterplatz
nicht in unmittelbarer Nähe eines unüberschaubaren
Geländeteils liegt. Darin oder dahinter verborgene Fressfeinde wie Katzen
würden die Vögel bei der Nahrungsaufnahme nur schwer
bemerken, weshalb viele von ihnen einen Futterplatz instinktiv meiden
würden, wenn er in der Nähe eines solchen Geländeteils läge.
Besser sollte man einen Platz auswählen, der an drei Seiten frei ist, um eine möglichst gute Rundumsicht zu gewährleisten. Die vierte Seite sollte zudem nicht direkt an ein Dickicht grenzen, sondern mindestens etwa zwei Meter, jedoch nicht zu weit davon entfernt sein. Denn die Vögel könnten darin Deckung suchen wollen, falls ein Fressfeind aus der Luft einen Angriff startet, siehe Foto in diesem Abschnitt.
Foto: Stare am Futterplatz, © Jennifer
Jürgens
Ein gut geeigneter Platz zum Aufstellen eines Futterhauses
ist daher im Garten auf einer Rasenfläche nicht allzu weit von einer Hecke oder einigen Bäumen entfernt. Ebenso
eignen sich Hauswände bestens zum Anbringen kleinerer
Futterhäuschen. Die Vögel haben eine schützende
Wand hinter sich und nach drei Seiten freien Sicht,
weshalb sie in auf diese Weise montierte Futterhäuschen meist
leicht zu locken sind. Dennoch kann es auch an einem solchen
Ort dazu kommen, dass Greifvögel wie etwa Sperber kleine Singvögel
erbeuten. Deshalb kann es sinnvoll sein, den hungrigen Greifvögeln in Zeiten des Mangels
alternative
Nahrungsquellen anzubieten, damit sich die kleinen Singvögel im
Winter von ihnen unbehelligt am Futterplatz satt fressen können.
Dabei sind jedoch die behördlichen lokalen Auflagen unbedingt zu beachten, die für die Fütterung von Greifvögeln gelten.
Foto: Sperberweibchen mit erbeutetem Star, © Leela
Manche Vogelarten benötigen Dickichte als Deckung, um sich überhaupt an einen Futterplatz zu wagen. Wer beispielsweise dem sehr scheuen Zaunkönig Nahrung anbieten möchte,
sollte eine Bodenfütterungsstelle in unmittelbarer Nähe eines Dickichts, also nur wenige Zentimeter davon entfernt, einrichten. Vor großen Reisighaufen, die dicht gestapelt sind und vom Menschen nicht angetastet werden, suchen diese Vögel und weitere Spezies ebenfalls gern nach Nahrung. Reisig im Garten aufzustapeln, hat zudem weitere Vorteile für die Vogel- und Tierwelt, siehe entsprechendes Kapitel in der Gartenrubrik.
Foto rechts: Amselmännchen an einer Bodenfütterungsstelle, © Patrizia Syz
Achtung: Bitte richten Sie eine Fütterungsstelle niemals in unmittelbarer Nähe großer Fensterscheiben oder Terrassentüren ein, die ungesichert sind.
Das Risiko eines tödlichen Unfalls ist für die Vögel dort zu groß, denn sie nehmen ungesicherte, sauber geputzte Fensterscheiben nicht als Hindernisse wahr und prallen im Flug dagegen. Oft ist ein Genickbruch die Folge, mitunter überleben die Tiere schwer verletzt und die (vom Menschen unterstützte) Genesungsphase ist nach Kollisionsunfällen oft lang. Deshalb sollte man die Unfallgefahr minimieren und die Futterstelle in einiger Entfernung von Glasscheiben einrichten. Sollte dies nicht möglich sein, kann man versuchen, die Glastüren und Fenster zu sichern. Hinweise zu diesem Thema finden Sie im Kapitel über vogelfreundliche Terrassen in der Gartenrubrik. Foto rechts: Erlenzeisig am Futtersäckchen, © Maja Langsdorff
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