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Selbst gemachtes Fettfutter
Bei der Eigenherstellung von Winterfutter sollten Sie eine entscheidende Grundregel auf keinen Fall vergessen: Einheimische Wildvögel dürfen niemals mit salzigen Speisen gefüttert werden! Deshalb sollten Sie auch mit dem Verfüttern von Brotresten extrem vorsichtig sein. Diese spielen in einer artgerechten Wildvogel-Ernährung keine Rolle, sind sind vielmehr absolut tabu. Bitte verfüttern Sie lieber arttypisches Futter, die einheimische Vogelwelt wird es Ihnen danken!
Fettfutter-Grundrezept
Bei dieser sehr simplen Herstellungsmethode bleibt ein großer Teil des Öls allerdings nur an der Oberfläche der Flocken haften, was zwar den gewünschten Effekt hat, dass den Vögeln über das gewalzte Getreide viel Energie zugeführt wird. Kommt es zu Gerangel am Futterplatz, kann es jedoch geschehen, dass sich manche Vögel das Gefieder mit dem Öl verschmutzen. Abhilfe schafft hier eine zweite Methode der Fettfutterherstellung, die ein wenig aufwändiger ist. Geben Sie das Öl in eine Pfanne, erhitzen Sie es leicht und fügen Sie anschließend die Getreideflocken und gegebenenfalls die Weizenkleie hinzu. Braten Sie diese Mischung vorsichtig an. Die Körner sollten nicht braun werden, sondern sich lediglich durch die Hitzeeinwirkung mit dem Öl voll saugen. So haftet weniger Fett an der Oberfläche, was zudem für eine bessere, weniger klebrige Konsistenz des Fettfutters sorgt. Nach dem Abkühlen können Sie die Mischung sofort verfüttern. Sie können das Futter in kleinen Näpfen anbieten, die Sie unbedingt am Abend reinigen sollten. Aus Hygienegründen wäre es schlecht, das Futter einfach auf den Boden zu streuen, da es dort nass werden und dadurch schnell verderben könnte. Die Akzeptanz dieses selbst zubereiteten Futters ist in aller Regel sehr groß. Das heißt, Sie werden rasch ein gut besuchtes Vogelrestaurant in Ihrem Garten haben, wenn Sie den Tieren diesen vergleichsweise leicht herstellbaren Leckerbissen servieren. Neben dem hier beschriebenen Fettfutter fressen einheimische Wildvögel auch sehr gern die im Handel oftmals für wenig Geld angebotenen Flomenkugeln. Wichtiger Hinweis: In einer luftdichten Dose im Kühlschrank aufbewahrt, bleibt Fettfutter einige Tage frisch. Bitte verwenden Sie stets einwandfreie Zutaten bei der Herstellung dieser Futtermischung. Ranziges Öl oder alte Getreideflocken können bei Wildvögeln zu schweren Verdauungsstörungen mit Todesfolge führen! Außerdem muss das Gefäß, in dem den Vögeln das Futter gereicht wird, täglich unter heißem Wasser gründlich gereinigt werden. Ranzige Fettreste, die am Gefäß haften, verursachen sonst die oben beschriebenen Gesundheitsbeschwerden bei den Tieren.
Fettfutter-Kuchen
3 Eier Vermengen Sie die oben genannten Zutaten und backen sie ihn je nach Größe der Form zwischen zehn und 15 Minuten. Selbstverständlich kann man die Zutaten variieren. So können Sie zum Beispiel einen Teil des Öls durch Kokosfett ersetzen, dann wird der Kuchen fester. Die Form, in der Sie den Kuchen zubereiten, sollte einen hohen Rand aufweisen, damit kein Öl in den Backofen läuft. Zum Garen benötigen Sie die für normale Kuchen übliche Hitze (ca. 180°C). Verfüttern Sie den Kuchen rasch, damit er nicht ranzig werden kann. Reste bleiben im Kühlschrank einige Tage frisch. Dieses Rezept stammt von der erfahrenen Vogelpflegerin Ingrid Roeschke und wir möchten uns bei ihr an dieser Stelle herzlich für diesen Tipp bedanken!
Selbst gemachte Meisen-Futterglocken und Co.
Für die Herstellung einer Futterglocke benötigen Sie einen Blumentopf oder die Schale einer halbierten Kokosnuss. Außerdem ist ein Seil vonnöten, zum Beispiel chemisch unbehandeltes Jutegarn, das später zum Befestigen der Futterglocke verwendet wird. Zum Befüllen eines solchen mittelgroßen Blumentopfes sind rund 100 Gramm Kokosfett oder 50 bis 60 gramm Öl nötig. Dieses erhitzen Sie in einem Topf, bis es komplett geschmolzen ist. Geben Sie mindestens 100 Gramm Körner in das geschmolzene, nicht kochende Fett, besser wären 150 Gramm. Je mehr Körner Sie in die Mischung geben, desto lockerer wird sie im erkalteten Zustand. Sollten Ihnen zu viele Körner in den Topf gefallen sein, können Sie die Masse durch das Hinzufügen einiger Löffel Speiseöl (zum Beispiel Sonnenblumenöl) oder aber durch zusätzliches Kokosfett retten.
Wenn Sie lieber Meisenzylinder oder -knödel basteln möchten, können Sie dies natürlich auch tun. Für die Herstellung von Knödeln lassen Sie die Futtermasse so weit abkühlen, dass Sie sie mit den Händen formen können. Um sich klebrige und fettige Hände zu ersparen, sollten Sie die leicht abgekühlte Masse in einen Gefrierbeutel füllen und auch in diesem formen (von außen). Arbeiten Sie in die Knödel gleich auch ein Seil ein, um sie später problemlos aufhängen zu können. Sobald die gewünschte Form erreicht ist, lässt man die Masse am besten etwa einer Stunde im Tiefkühlschrank aushärten. Selbst hergestellte Knödel sollten wie die im Handel erhältlichen "Vettern" in einem Netz gereicht werden, damit sie nicht sofort zerfallen, wenn sich einige hungrige Meisen an ihnen gütlich tun. Meisenringe können Sie übrigens mit Hilfe von zusammengeklebten Pappringen herstellen. Auch Meisenzylinder sind bei den Vögeln beliebt. Hierfür können Sie leere Toilettenpapierrollen oder zerteilte leere Küchenkrepprollen mit der Futtermasse befüllen und beispielsweise auf Äste spießen. Wenn sie mögen, können Sie bei der Herstellung natürlich auch gleich ein Seil mit einarbeiten und die Zylinder später aufhängen. Vor dem "Servieren" sollten Sie im unteren Bereich des Zylinders vorsichtig ein wenig Pappe entfernen, damit die Vögel gleich eine Angriffsfläche am Futtergemisch vorfinden. Später klauben sie die begehrten Körnchen dann aus dem Pappzylinder heraus. Sollte Ihnen dies alles zu umständlich sein, bietet sich außerdem die Möglichkeit, die Fettfuttermasse auf Baumstämme und Äste zu streichen. Dort werden Vögel wie Meisen oder Kleiber rasch fündig, ohne dass Sie komplizierte Aufhängungen für Futterglocken und Co. basteln müssen. Denken Sie daran, dass die bestrichenen Stellen nicht ständig der Sonne ausgesetzt sein sollten, damit die Futtermasse nicht gleich abschmelzen kann, sobald das Wetter ein wenig besser wird.
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