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Futterhaus, Silo und Co.
Um es gleich vorweg zu schicken: Eine ideale, allumfassende Patentlösung existiert nicht. Aufgrund der unterschiedlichen Ernährungsgewohnheiten der einzelnen Vogelarten und ihrer Anforderungen an die Nahrung ist die Darreichung des Futters auf unterschiedliche Weise sinnvoll und sollte an einem gut geführten Futterplatz parallel zueinander stattfinden. Wer auf verschiedene Weise eine breite Palette von Futtermitteln anbietet, spricht damit erheblich mehr Arten an und schafft somit einen attraktiveren Futterplatz für eine ganze Reihe von Vogelarten. Dabei ist es natürlich wichtig, dass das Futter nicht durch Nässe verdirbt, also schimmelt oder fault. Weichen einige Körnchen durch Wasser lediglich auf, ist das kein Grund, sie wegzuwerfen, denn viele Samen fressende Vögel wie etwa die Ammern nehmen gern gequollene Körner zu sich. Meisen, Buntspechte und Kleiber gehören zu denjenigen Vogelarten, die am liebsten hängend befestigte und frei schwingende Futterplätze aufsuchen und an ihnen geschickt teils kopfüber turnen. Vögel wie Amseln, Sperlingen, Finken, Ammern oder Rotkehlchen hingegen mögen lieber einen fest montierten Futterplatz. Wieder andere Arten wie etwa die Stare nehmen ihre Nahrung meist am Boden auf, weshalb sie Bodensilos (siehe unten) bevorzugen. In diesem Kapitel werden einige grundlegende Konzepte der Futterdarreichung vorgestellt. Die Hilfsmittel wie Silos, Häuschen und dergleichen können je nach Hersteller oder Bauplan durchaus im Detail von den hier gezeigten Beispielen abweichen. Das Futterhäuschen im Landhausstil Das wohl bekannteste Hilfsmittel zur Darreichung von Nahrung für Wildvögel ist das Futterhäuschen im Landhausstil. Hierbei handelt es sich um ein Häuschen mit Spitzdach und einem mehr oder minder großen, quadratischen bis rechteckigen Boden. Derlei Häuschen sind zum Aufstellen oder Aufhängen im Angebot. Frei aufgestellte Häuschen sollten am besten auf einem Untergrund stehen, an dem Katzen und andere Fressfeinde sowie Mäuse nicht empor klettern können. Metallrohre oder sehr glatt poliertes Holz haben sich hierfür bewährt. Ist es nicht möglich, einen solchen Ständer für das Futterhäuschen zu verwenden, kann man um anderweitige Pfeiler spezielle, im Fachhandel erhältliche Katzenabwehrgürtel schnallen. Diese sind für Katzen ungefährlich, hindern sie jedoch daran, das Futterhäuschen kletternd zu erreichen. Ferner sollte man bedenken, dass Katzen recht hoch springen können. Wer dieses Risiko minimieren möchte, sollte ein Futterhäuschen deshalb mindestens in etwa 1,6 bis 1,7 Metern Höhe aufstellen. Hängend befestigte Futterhäuschen sollten so hoch aufgehängt werden, dass man sie einerseits leicht befüllen und reinigen kann, dass jedoch Katzen keine Chance haben, hinein zu springen. Darüber hinaus gilt es zu bedenken, dass Mäuse und Katzen an Seilen herunter klettern und so das Futterhaus von oben erreichen können. Deshalb bietet der Fachhandel spezielle Metallketten an, mit denen sich Futterhäuschen in Bäumen befestigen lassen können. Achtung, auch von einem Baumstamm aus, den eine Katze ein Stück weit empor geklettert ist, kann der Jäger ein Futterhäuschen unter Umständen springend erreichen! Die Entfernung des Futterhäuschens zum Baumstamm sollte deshalb mindestens 1,5 Meter betragen. Jene Futterhäuschen, die man an Hauswänden oder Baumstämmen annageln kann, sollte man ebenfalls vor Fressfeinden und vor Kleinsäugern sichern. Hauswände und Mauern bieten an sich schon einen guten Schutz, denn an ihnen können Fressfeinde nicht empor klettern. Allerdings können Simse, Fensterbänke oder auch Gartenmöbel sowie dicke Äste in der Nähe als Ansitzpunkt für eine Katze dienen, die diese Stellen kletternd oder springend erreichen kann - und von dort aus kann sie unter Umständen mit einem Satz auf das Futterhäuschen springen. Dies sollte man beim Befestigen des Futterhäuschens bedenken, um die Vögel vor Angriffen zu schützen. Futterhäuschen sollten innen einen möglichst großen Abstand zwischen Boden und Dachspitze aufweisen, damit sich scheue Vogelarten hinein trauen. Sind die seitlichen Einflugöffnungen jedoch zu groß, können Eichhörnchen hindurch klettern und ferner Stadttauben leicht hinein fliegen. Sie würden das Futter in großen Mengen zu sich nehmen bzw. wegschaffen. Zwar sind Stadttauben Tiere, die in den Augen vieler Naturfreunde ebenfalls ein wenig Schutz und Hilfe verdient haben. Aber sie zu füttern, könnte zu Streitigkeiten mit den Nachbarn und den lokalen Behörden führen. Das in Häuschen angebotene Futter muss regelmäßig auf zu viele Spelzen und leere Hülsen überprüft werden. Ferner muss der Boden des Häuschens häufig gereinigt werden, weil die Vögel ins Innere hüpfen, dort fressen und zuweilen auch koten. Verkotete Nahrung sollte auf keinen Fall verfüttert werden. In Futterhäuschen kann man unterschiedliche Futtermittel reichen, angefangen von Nüssen über Obst und Sämereien bis hin zu Fettfutter und Energiekuchen. Foto unten: Futterhäuschen mit einigen Bergfinken, © Ruth Tremp
Das Futtersäckchen, die Futterglocke und dergleichen
Besonders beliebt bei den deutschen Vogelfütterern sind die typischen Meisenknödel, die nichts anderes sind als Fettfutter, das sich in Kunststoffsäckchen befindet. Futterglocken, also mit Fettfutter gefüllte Blumentöpfe, oder Meisenringe sind ebenfalls äußerst praktisch und sollten an keinem Futterplatz fehlen. Sie werden hängend montiert und zum Beispiel an Futterglocken kann man stabile Anflugäste befestigen, sodass nicht nur Meisen, sondern auch Spechte das begehrte Fettfutter aufnehmen können. Foto: Blaumeisen am Futtersäckchen, © Leela Die Futtersäule
Futtersäulen lassen sich leicht hängend befestigen und auf ihnen sitzende Vögel sind für Katzen und eine Reihe anderer Fressfeinde nicht leicht zu erwischen. Ferner können Stadttauben und Eichhörnchen nicht an das Futter gelangen. Die Säulen sind problemlos zu reinigen, weil die Vögel nur äußerst selten die versetzt zueinander angebrachten Sitzstege bekoten. Das Futter kommt normalerweise nicht mit Vogelkot in Kontakt. Vor allem Nüsse, aber auch Getreide und sogar feine Sämereien wie Niger und Mohn lassen mit Hilfe von Futtersäulen bestens an Vögel verfüttern (siehe Liste der Futtermittel). Hierbei kommt es jedoch auf die Größe der Öffnungen an, durch die das Futter austritt. Für das Anbieten besonders feiner Sämereien benötigt man spezielle Futtersäulen wie etwa die Nigersäulen von vivara, die so konstruiert sind, dass zum Beispiel Nigersaat durch eine sehr kleine Öffnung heraus rieselt und so möglichst wenig Futter ungenutzt auf den Boden fällt. Die Futterlampe
Das Futtersilo
Stellt man an einem Futterplatz verschiedenartige Silos mit entsprechender Nahrung bereit, wird man leicht den Bedürfnissen einer relativ großen Zahl von Vogelarten gerecht und kann sich an vielen Besuchern des "Vogelrestaurants" erfreuen. Selbstverständlich lassen sich gut durchdachte Futtersilos selbst bauen oder anlegen. Der Vogelfreund und Wildvogelhilfe-Leser Johannes Kreck hat seine Futterstelle für uns fotografiert und kommentiert: "Die Überlegungen, die zur Herstellung dieses Futterhauses geführt haben, sind Folgende: 1. Es sollte immer zuverlässig Futter für die Tiere vorhanden sein. Das ist mit dem Fett-Körner-Gemisch auf den beiden Seiten gewährleistet. Das hält einige Monate. 2. Die Vögel sollten sich nicht ins Futter setzen können, um es nicht mit Kot zu verunreinigen. Daher der nur schmale Futterspalt unten. 3. Man sollte erkennen, ob noch Futter im Silo ist. Das funktioniert durch die Plexiglasscheibe." Fotos © Johannes Kreck Ein Tipp am Schluss: Vermeiden Sie den Kauf roter Futterhäuschen, da diese Farbe ein Alarmsignal für einige Vögel darstellt und sie deshalb eher vertreibt als anzieht.
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