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Futter für Eulen und Greifvögel

Mäusebussard Vor allem in ländlichen Gebieten leben zahlreiche Greifvögel und Eulen, die in strengen Wintern mitunter Hilfe vom Menschen benötigen. Diesen Tieren zu helfen, ist jedoch nicht leicht und erfordert einiges an Grundwissen. Durch falsches, nicht arttypisches Futter kann man Eulen und Greifvögel rasch töten, da ihr Verdauungssystem auf viele Futtermittel sehr empfindlich reagiert. Sie sollten sich deshalb unbedingt an die auf dieser Seite gegebenen Empfehlungen halten, wenn Sie diesen ausgewiesenen Nahrungsspezialisten durch eine harte Zeit helfen möchten. Foto rechts: Mäusebussart, © Gaby Schulemann-Maier

Für die Fütterung von Falken, Bussarden und Milanen eignen sich Innereien und Schlachtabfälle. An Autobahnen und viel befahrenen Straßen finden sich überdies Kadaver getöteter Wildtiere, die sich als Nahrung für die Greifvögel eignen. An diesen Kadavern ist darüber hinaus noch das Fell vorhanden, welches die Greife für eine natürliche Verdauung benötigen.

Sollten Sie auf Schlachtabfälle zurückgreifen, müssen diese angeritzt werden, damit sich die Vögel kleine Streifen herausreißen können. Schneiden Sie das Fleisch bitte niemals in schnabelgerechte Häppchen! Greifvögel verschlucken ihnen dargebotene, kleine Fleischbrocken am Stück. Da diese im Winter jedoch gefroren sind, liegen sie den Vögeln sehr schwer im Magen und können die Tiere innerlich auskühlen lassen, was zum Tode führen könnte. Auch innere Verletzungen sind keine Seltenheit, wenn Greifvögel scharfkantige, gefrorene Fleischbrocken schlucken. Deshalb sollte man es den Vögeln nicht zu einfach machen, denn aus gefrorenen Kadavern können sie meist nur so kleine Stücke herausreißen, dass sie sich durch diese Nahrung selbst keine gesundheitlichen Schäden zufügen.

Achtung: Für die Fütterung mit Fleisch gelten behördliche Regeln und Auflagen, die lokal höchst unterschiedlich sein können. Bitte erkundigen Sie sich beim örtlichen Veterinäramt, ob gegebenenfalls solche Auflagen für Ihren Landkreis existieren!

Waldkauz Schwieriger gestaltet sich die Fütterung von Eulen, da sie nur lebendes Futter annehmen. Fast alle Eulenarten jagen während der Nacht, sie spüren ihre Beute mit ihrem überaus feinen Gehör auf. Es ist daher sinnvoll, Kleinsäuger anzusiedeln, die prinzipiell sogar noch eine Chance haben, einer angreifenden Eule zu entkommen. Am besten eignen sich Brotreste und Getreide, um kleine Säuger wie Mäuse anzuziehen und sesshaft zu machen. Um die Kleinsäuger auf Feldern oder in Ihrem Garten anzusiedeln, können Sie darüber hinaus Stroh auslegen, das die Tiere gern als Nest aufsuchen. Eulen hören nachts das Rascheln der Kleinsäuger im Stroh und schlagen selbständig ihre lebende Beute. Bedenken Sie hierbei jedoch, dass Ihre Nachbarn unter Umständen wenig von der Idee angetan sind, dass Sie bewusst Kleinsäuger ansiedeln möchten. Foto rechts: Waldkauz, © Gaby Schulemann-Maier

In manchen Literaturquellen wird der Hinweis gegeben, man solle zum Beispiel lebende Mäuse in großen Kunststoffwannen in den Garten stellen, damit die Eulen sie fangen können. Diese Ratschläge sind nicht im Sinne des Tierschutzes, weil den Kleinsäugern auf diese Weise nicht der Hauch einer Chance bleibt, ihr Leben zu retten. Siedelt man hingegen Mäuse im natürlichen Umfeld an, so könnten sie prinzipiell noch fliehen, wenn sich ihnen eine Eule nähert.

Wichtiger Hinweis: Bevor Sie damit beginnen, Futter für Eulen oder Greifvögel auszulegen, sollten Sie unbedingt Kontakt zu Ihrem örtlichen Vogelschutzverein oder einer Naturschutzgruppe aufnehmen, um sich von den Mitarbeitern und engagierten Tierschützern persönlich beraten zu lassen! Eventuell betreuen die Tierschutzvereine bereits eine Fütterungsstelle und Sie könnten sich dort als freiwilliger Helfer einbringen.

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