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Der Uhu - Vogel des Jahres 2005

Der Uhu - Vogel des Jahres 2005 Nur wenige Menschen gelingt in freier Natur je die Beobachtung eines Uhus. Dies liegt nicht nur an der nächtlichen Lebensweise dieser Vögel, sondern vor allem an ihrer geringen Zahl hierzulande.

Wie schon seit 1971 üblich, hat der NABU auch für das nächste Jahr wieder einen Vogel des Jahres gekürt. Der letzte Vertreter aus dem Reich der Eulen, der zum Jahresvogel ernannt wurde, war im Jahre 1972 der Steinkauz. Mit dem Uhu hat der NABU einen Vogel ausgewählt, der einst nahezu vollständig aus seinem deutschen Lebensraum verschwunden ist. Durch konsequente Schutzbemühungen ist die Zahl der frei lebenden Uhus inzwischen wieder angestiegen, was nicht nur dem Arten-, sondern auch dem Lebensraumschutz zu verdanken ist. Denn wo keine urtümlichen Felsenlandschaften sind, können auch keine Uhus leben.

Die meisten Menschen glauben, Eulenvögel seien Waldbewohner. Dies trifft im Fall des knapp 70 Zentimeter großen Uhus nicht zu. Der in weiten Teilen Europas heimische Uhu brütet vor allem in Felsen sowie in Steinbrüchen. Hierzulande leben momentan etwa 850 Paare dieser "Könige der Nacht". In den Mittelgebirgen Süd- und Westdeutschlands, in den Alpen und in Schleswig-Holstein liegen die Gebiete mit der größten Uhudichte. Trotz der langjährigen Schutzaktionen gilt der Bestand dieser Vogelart in Deutschland noch nicht als vollständig sicher, die Tiere müssen auch in Zukunft weiter besonders umsorgt werden.

Als Uhu lebt man mit einer Flügelspannweite von bis zu 1,80 Metern sehr gefährlich. Viele Todesfälle unter Uhus sind an ungesicherten Mittelspannungsmasten zu beklagen. Aber auch der Verlust von Lebensräumen in Steinbrüchen sowie Störungen an den Brutplätzen gehören zu den gewichtigsten Gefährdungsfaktoren.

Steckbrief des Uhus

Größe: etwa 70 Zentimeter
Flügelspannweite: bis 1,80 Meter
Gefieder: In hellen und dunklen Brauntönen gemustert. Außerdem tragen sie einen weißen Kehlfleck, der nur bei rufenden Tieren sichtbar ist.
Augenfarbe: Orange bis gelb - je nach Ernährungszustand (je mehr Karotin in der Nahrung enthalten ist, desto stärker ist der Orangeton ausgeprägt) Lautäußerungen: Uhus geben mehrere verschiedene Laute von sich. Der bekannteste Laut ist der weittragende Balzgesang, also das zweisilbige "buhoo" des Männchens und das hellere "uhju" des Weibchens.
Nahrung: Das Beutespektrum des Uhus reicht von Feldmäusen, Ratten und Igeln über Feldhasen und Kaninchen bis zu Vögeln von Singvogel- bis Bussardgröße. Gelegentlich erbeuten Uhus Fische oder Amphibien.
Fortpflanzung: Während der Herbstbalz im Oktober und November finden die Paare zueinander. Gebrütet wird meist im März, manche Paare beginnen bereits im Februar mit der Brut. Meist besteht das Gelege aus drei, in seltenen Fällen aus vier oder fünf Eiern. Die Brutdauer beträgt 34 Tage.
Jungtiere: Im Alter von rund zehn Wochen sind die Jungtiere flugfähig. Sie verlassen den Horst aber bereits einige Wochen zuvor und halten sich dann in der Nähe des Brutplatzes auf. Die Eltern füttern ihre Jungen außerhalb des Horstes sogar nach dem eigentlichen Flüggewerden noch. Etwa im August erreichen die Jungtiere die volle Selbständigkeit.
Lebensraum: Uhus gehören unter den Vögeln zu den so genannten Offenlandjägern, das heißt, sie benötigen offene, reich gegliederte Kulturlandschaften. Besonders gern halten sich die Vögel in Bereichen mit einem kleinräumigen Mosaik aus verschiedenen landwirtschaftlichen Nutzungsformen, Hecken und Feldgehölzen auf. Ausgedehnte Waldgebiete und Agrarsteppen werden hingegen von Uhus gemieden. Zur Aufzucht ihres Nachwuchses benötigen Uhus Steinbrüche oder Felsgebiete.
Zugverhalten: In Deutschland sind Uhus standorttreue Vögel, die das gesamte Jahr über in ihrem Revier bleiben. Auch die Jungvögel wandern nach dem Flüggewerden meist maximal 50 bis 80 Kilometer vom elterlichen Revier weg, um sich in einem eigenen Revier niederzulassen.

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