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Der Zaunkönig - Vogel des Jahres 2004

Zaunkönig Er ist winzig, keck und gehört zu den Vögeln, die sich gern in der unmittelbaren Nachbarschaft des Menschen aufhalten. Lernen Sie den Zwerg aus dem Gestrüpp in unseren Gärten kennen!

Das Beste vorweg: Anders als viele andere Vogelarten, die vor dem Zaunkönig zu Jahresvögeln ausgelobt worden sind, ist diese Spezies keineswegs vom Aussterben bedroht. Vielmehr fiel die Wahl des NABU deshalb auf den kleinen Vogel, weil er aufgrund seines possierlichen Auftretens ein immenser Sympathieträger für den Naturschutz ist. Sein Name ist den meisten Menschen geläufig, ansonsten ist ihnen der meist heimliche Nachbar aus dem Garten eher unbekannt.

Mit seiner Körpergröße von 9,5 Zentimetern ist der Zaunkönig zusammen mit dem Wintergoldhähnchen der kleinste einheimische Vogel. Sein wissenschaftlicher Name Troglodytes troglodytes erscheint da schon fast länger als ein ausgewachsenes Exemplar der Art. Nicht nur aufgrund ihrer geringen Körpergröße sind Zaunkönige unverkennbar. Ihre typische Körperhaltung ruft meist ein Schmunzeln bei menschlichen Beobachtungen hervor. Kess stellen die Vögel ihre winzigen Schwänze steil empor, während sie sich zum Beispiel auf einem Zaunpfahl sitzend in die Brust werfen - wie echte, kleine Könige halt.

Zaunkönig An ihren Schwanzfedern kann man übrigens die Stimmung der Vögel ablesen. Je steiler sie aufgerichtet sind, desto aufgeregter sind sie in aller Regel. Lassen sie bei steil nach oben stehender Schwanzfeder ihre typischen Kecker-Laute ertönen, passt ihnen irgendetwas ganz gewaltig nicht in den Kram. Mit energischen Rufen ("Teck-teck-teck") tun sie beispielsweise ihren Unmut kund, wenn sich eine Katze in ihrem Revier aufhält.

Hat sich der Zaunkönig wieder beruhigt, begibt er sich meist schnell wieder ins Unterholz oder Gestrüpp, um dort emsig seinem Tagwerk nachzugehen: der Suche nach nahrhaften Insekten. Im Herbst kann man die braun gefiederten Vögel regelrecht in Laubbergen nach Nahrung "tauchen" sehen. Ab und an ergänzen Beeren den Speisezettel der Zaunkönige.

Zaunköing im Winter Bereits im späten Winter lassen die Männchen erstaunlich laut und ausdauernd ihren perlenden Gesang erklingen, um der holden Damenwelt zu gefallen. Die Paarung und Jungenaufzucht erfolgen von April bis Juli, gebrütet wird meist in Bodennähe in Gebüschen oder im Unterholz. Oft legt der Kuckuck seine Eier in das Nest des Zaunkönigs, da dieser sehr gewissenhaft für "seinen" Nachwuchs sorgt.

Ihr zierlicher Körperbau hat für die Zaunkönige einen entscheidenden Nachteil: In kalten Winternächten verlieren sie prozentual betrachtet mehr Energie und dadurch Gewicht als größere Vögel. Um nicht zu erfrieren, schlafen Zaunkönige im Winter daher meist zu mehreren dicht aneinander gekuschelt in einem Nest. Da der Zaunkönig kein Zugvogel ist, musste er sich diese Strategie zueigen machen, um die kalte Jahreszeit in unseren Breiten überstehen zu können.

Wer noch mehr über den Jahresvogel 2004 erfahren möchte, der kann beim NABU eine farbige Broschüre über den Zaunkönig bestellen. Gegen Einsendung von fünf Briefmarken zu je 55 Cent an den NABU-Infoservice, 53223 Bonn, erhält man das Infoheft.

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