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Stadttauben-Spezial - Einleitung
Kaum eine andere Vogelart erhitzt die Gemüter so sehr wie die
Stadttaube. Einst als Friedenssymbol verehrt und wegen ihrer
phantastischen Navigationsleistungen geschätzt, gilt die Taube
heute für viele nur noch als "Luftratte" und "Bazillenschleuder".
Egal, wen man auf der Straße anspricht, jeder glaubt genau
zu wissen, dass Stadttauben die Wurzel allen Übels in den
Städten sind. Meinungen, die von "alle abknallen" über
"zu viele sind es ja schon ..." bis hin zu "die wollen doch auch
bloß leben" reichen, spiegeln die volle Bandbreite dessen
wider, was sich in den Köpfen der Menschen festgesetzt hat.
Foto rechts © Anke Dornbach
In der Presse wird oft und gern über Tauben berichtetund auch
die Rundfunkanstalten tragen mit Vorliebe dazu bei, die deutschen Haushalte
mit wissenschaftlich meist wenig fundierten Dokumentationen über
"die geflügelte Pest" zu versorgen. Wieder und wieder werden
in solchen Berichten Binsenweisheiten kundgetan, die in Fachkreisen
längst als überholt und unzutreffend gelten. Aber mit den
veralteten Negativaspekten lässt sich eben erheblich besser
Stimmung gegen das beliebte Hassobjekt Stadttaube machen. Foto rechts
© Gaby Schulemann-Maier
Es ist beklagenswert, dass vielen Zeitgenossen - darunter insbesondere vielen
Journalisten und damit Meinungsbildnern - der Sinn für
Objektivität verloren gegangen ist. Kaum jemand schaut genau
hin und interessiert sich für das wahre, erschreckend
schlechte, Leben der Stadttauben. Zweifelsohne bergen die
Taubenschwärme in den Städten großes Konfliktpotential,
sie sind jedoch bei weitem nicht so gefährlich für Mensch
und Bauwerke wie es ihr schlechter Ruf suggerieren mag. Foto rechts
© Gaby Schulemann-Maier
Um mit Vorurteilen aufzuräumen und die Situation der
Stadttauben so darzustellen, wie sie tatsächlich ist, haben
wir uns dazu entschlossen, diesen zu Unrecht so verhassten Vögeln
einen umfangreichen Sonderbeitrag zu widmen. Bitte lesen Sie auch
den Erlebnisbericht unseres Autoren Eckhart Schulze:
Ein Recht auf Leben.
Ihr Wildvogelhilfe-Team im April 2003
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