
> Sonderbeiträge
|
Home
> Sonderbeiträge
> Stadttauben-Spezial
> Tauben in unseren Städten
Tauben in unseren Städten
Niemand nimmt weiter Notiz von mir, jeder ist mit sich selbst beschäftigt und mit dem, was er noch zu besorgen hat. Plötzlich blicke ich in zwei große, rotbraune Augen. Sie sehen mich stumm an, abwartend, bittend. Eine graue Taube steht vor mir. Ich breche ein Stück von der Waffel ab und werfe es zu ihr hin. Die Taube pickt das Gebäck gierig auf und ich gebe ihr mehr, ein Stück nach dem anderen, bis sie die ganze Waffel aufgegessen hat.
Meine gute Stimmung ist schlagartig vorbei. Ich mache mich auf den Heimweg, den Kopf voller Fragen auf der Suche nach Antworten:
"Warum habe ich bisher nie ernsthaft über die Tauben in
unseren Städten nachgedacht?"
Diese Fragen noch im Hinterkopf, lese ich einige Zeit später einen Zeitungsartikel: "Tauben haben keine Lobby" lautet die Überschrift. Dieser kurze Bericht Anfang 1996 sollte der Anfang meiner intensiven Beschäftigung mit den Stadttauben werden.
Die Dame hatte ein Jahr zuvor in Eigeninitiative die erste Taubenstation in der Stadt Erlangen eingerichtet, nachdem sie zunächst das Abschießen der Tiere in der Stadt erfolgreich unterbinden konnte. Nun musste jedoch eine alternative Lösung des "Taubenproblems" her. Nach einiger Recherche stieß sie auf das damals noch neue "Aachener Konzept". Dieses bestand darin, die vorhandene Stadttaubenpopulation auf sinnvolle, effektive und tierschutzgerechte Weise zu regulieren und gesund zu erhalten. Weitere Recherchen ergaben, dass solch ein Modell nicht nur in Aachen existierte, sondern auch auf Bundesebene. Denn Tierschutzgruppen aus vielen Städten hatten sich zur Bundesarbeitsgruppe Stadttauben zusammengeschlossen. Autorin des Sonderbeitrags: Anke Poggel
|
|||
|
|
|
|||