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Auf den Leim gegangen: Leimruten

Braunkehlchen an einer Leimrute Im Gebiet vom französischen Zentralmassiv bis zur Provence gehen die Singvögel ihren Jägern regelrecht auf den Leim. An bei den Vögeln beliebten Rastplätzen werden mit Leim präparierte Ruten platziert, an denen die Tiere kleben bleiben, sobald sie mit dem Klebstoff in Berührung kommen. Foto rechts: Braunkehlchen an einer Leimrute, © Komitee.de

Mit einer Rute lassen sich gleich mehrere Vögel fangen, da sie sich meist gleich zu mehreren auf einem Ast zur Nachtruhe niederlassen. Offiziell ist jedem Jäger während der dreimonatigen Jagdsaison das Fangen von lediglich fünf Vögeln erlaubt. Die Vogelschutz-Experten vom Komitee gegen den Vogelmord wissen jedoch zu berichten, dass sich mit nur einer einzigen solchen Leimrute in einer Nacht bis zu 20 Vögel fangen lassen - und die Regierungsbeamten kommen niemals ins Grüne, um die erbeuteten Tiere zu zählen. Niemand kennt exakte Zahlen, da die Vogelfänger ihre Jagderfolge in aller Regel nicht ausplaudern.

Opfer von Leimruten schinden sich selbst zu Tode, da sie verzweifelt zu entkommen versuchen, bis sie vor Erschöpfung sterben. In seltenen Fällen finden sich überlebende Tiere. Diese werden an andere Jäger weitergegeben, um zukünftig in der Nähe weiterer Leimruten angebunden zu werden. Sie dienen dazu, ihre Artgenossen ins Verderben zu locken. Das etwas weiter oben abgebildete Braunkehlchen (Saxicola rubetra) starb auf einer in Frankreich aufgestellten Leimrute.

Autorin des Sonderbeitrags: Gaby Schulemann-Maier

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