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Revier und Brut

Balzende Kolkraben Der Kolkrabe ist der Größenrekordhalter unter den Singvögeln mit einer Flügelspannweite von über einem Meter und einem Gewicht bis zu eineinhalb Kilogramm. Der fast bussardgroße schwergewichtige Wotansvogel ist bei uns durchwegs Gebirgsvogel und benötigt ein großes Revier, das von einem Paar besetzt gehalten und verteidigt wird. Erst in den letzten Jahren breiten sich die Territorien weiter ins Vorland hinaus aus, wo Raben auf Bäumen brüten. Die Besiedlung neuer Gebiete geht von territorial werdenden Jungvögeln aus, die den Junggesellenverband verlassen und nach einer geeigneten Brutstätte Ausschau halten, die sie dann unter Einsatz aller Kräfte für sich in Anspruch nehmen. Auf der Suche nach neuen Revieren streifen Kolkraben oft weit umher und haben ganz unterschiedlich große Aktionsradien.

Zeitig im Frühjahr (oftmals schon im Winter) beginnen die Balzflüge unter Ausnutzung der Aufwinde zum Hochschrauben und Segeln. In kühnen Flugmanövern werden Purzelbäume hoch in der Luft ausgeführt (Salti vor- und rückwärts). Dabei ist der Keilschwanz gut zu sehen, der zum Steuern benutzt wird. Rabenpaare fallen durch ihre Flugspiele während der Balz besonders auf. In Scharnstein sind das Gebiet um die Ruine, die Bräumauer, den Mittagskogel - aber auch Meisenkögerl und Kornstein als Aussichtspunkte - beliebte Rendezvousplätze der heimischen Kolkraben. In der montanen und subalpinen Stufe ist die Art, dem Angebot geeigneter Felswände entsprechend, über alle Höhenstufen verteilt. Die meisten Brutnischen der Almtaler Kolkraben befinden sich in einer Höhenlage zwischen 700 und 1200 m. Wetterfeste Höhlen und Nischen bieten Schutz und sind durch ihre exponierte Lage bevorzugte Nistplätze.

Autorin dieses Sonderbeitrags: Dr. Gertrude Drack, Foto: Balzende Kolkraben, © Edda Grubelnigg

 

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