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Kolkraben zoologisch gesehen

Kolkrabe Die Familie der Rabenvögel (Corvidae) zählt wegen ihrer übereinstimmenden Anatomie der Luftröhre zu den Singvögeln, Ordnung Sperlingsvögel (Passeres). Hierher gehört aus unserer heimischen Fauna der Kolkrabe (Corvus corax), jener echte und ureigentliche Rabe, von dem schon ein Pärchen dem alten Kriegsgott Wotan diente. Seine nächsten Verwandten sind die Krähen (Raben-, Saat- und Nebelkrähe). In Mitteleuropa kommen darüber hinaus ganzjährig Dohlen (Berg- oder Alpendohlen), Elstern, Eichel- und Tannenhäher sowie die rotschnäbelige Alpenkrähe als Brutvögel vor, letztere Art nur mehr spärlich in den Westalpen.

Rabenvögel sind weltweit in vielen Arten und Unterarten vertreten und bewohnen alle Breiten- und Höhengürtel der Erde, meist als Standvögel (Rahmann & Rahmann, 1988). Im oberösterreichischen Almtal wird der sogenannte "Aasrabe" in einer botanisch-zoologischen Beschreibung von Simon Witsch (1821), zit. nach Trathnigg (1956), im Gebiet der "Scharnsteiner Auen" als Jahresvogel erwähnt. Auf das frühere Vorkommen im Almtal lassen Berg-, Flur- und Hausnamen schließen (Rabenstein, Rabenau, Rabenbrunn), und es ist nicht verwunderlich, dass ein Vogel, der in so vielen Ortsnamen präsent ist, auch im wüsten Feld des Aberglaubens nistet. Durch sein prächtiges schwarzes Gefieder und seinen durchdringenden Ruf hat der Kolk schon immer tief beeindruckt.

Autorin dieses Sonderbeitrags: Dr. Gertrude Drack

 

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