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Verordnung zum Schutz von Wild (BWildSchV)
Den vollständigen Gesetzestext finden Sie unter
http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/bwildschv/index.html.
Das wichtigste, was die Pflege und Haltung von Wildvögeln betrifft, soll im
Folgenden hervorgehoben werden:
§ 1 Anwendungsbereich, Begriffsbestimmungen
(1) Diese Verordnung findet Anwendung auf Tiere der in den Anlagen 1
und 4 genannten Arten. Für die Abgrenzung der Tierarten
im Sinne dieser Verordnung ist ihre wissenschaftliche Bezeichnung maßgebend. Die
Art schließt Unterarten ein, auch soweit diese im Geltungsbereich des Bundeswaldgesetzes in
der Natur nicht vorkommen.
(2) Der Begriff Tiere im Sinne dieser Verordnung umfasst lebende und tote Tiere, ihre
ohne weiteres erkennbaren Teile, ohne weiteres erkennbar aus ihnen gewonnenen
Erzeugnisse sowie ihre Eier, sonstigen Entwicklungsformen und Nester.
§ 2 Verbote
(1) Es ist verboten, Tiere der in Anlage 1
genannten Arten
1. in Besitz zu nehmen, zu erwerben, die tatsächliche Gewalt über sie
auszuüben, sie zu be- oder verarbeiten oder sonst zu verwenden,
2. abzugeben, anzubieten, zu veräußern oder sonst in den Verkehr zu bringen sowie
3. für eine der in Nummer 2 genannten Tätigkeiten zu befördern.
Das Aneignungsrecht des Jagdausübungsberechtigten sowie Vorschriften der Länder nach §
36 Abs. 2 Nr. 2 des Bundesjagdgesetzes über das Aufnehmen, die Pflege und die Aufzucht
verletzten oder kranken Wildes und dessen Verbleib bleiben unberührt.
(2) Die Verbote des Absatzes 1 gelten nicht für Tiere, an denen nach Inkrafttreten
dieser Verordnung im Rahmen der Ausübung des Jagdrechts Eigentum erworben wurde. Diese
Tiere dürfen jedoch nicht an Dritte gegen Entgelt abgegeben oder zu diesem Zweck
befördert, gehalten oder angeboten werden. Ausgenommen von diesen Beschränkungen sind
1. Tiere der in Anlage 2 genannten Arten,
2. Tiere der in Anlage 3 genannten Arten, soweit
die in Satz 2 aufgeführten Tätigkeiten nicht zu gewerbsmäßigen Zwecken erfolgen sowie
3. in der Natur aufgefundene tote Tiere, soweit sie für Zwecke der Forschung
oder Lehre verwendet werden.
(3) Die Verbote des Absatzes 1 gelten ferner nicht für Tiere, die
1. vor Inkrafttreten dieser Verordnung in Übereinstimmung mit den
Vorschriften zum Schutz der betreffenden Art im Geltungsbereich des
Bundeswaldgesetzes erworben worden sind,
2. in Übereinstimmung mit den Vorschriften zum Schutz der betreffenden Art in
den Geltungsbereich des Bundeswaldgesetzes gelangt sind. Für Tiere der in
Anlage 1 genannten Arten, die auf Grund
einer lediglich zum persönlichen Gebrauch oder als Hausrat zulässigen Einfuhr
in den Geltungsbereich des Bundeswaldgesetzes gelangt sind, gelten die Beschränkungen
des Absatzes 2 Satz 2 entsprechend.
(4) Die Verbote des Absatzes 1 gelten ferner nicht für Tiere der Arten Rebhuhn, Fasan,
Wachtel und Stockente, die im Geltungsbereich des Bundeswaldgesetzes in der
Gefangenschaft gezüchtet und nicht herrenlos geworden sind.
(5) Die nach Landesrecht zuständige Behörde kann im Einzelfall Ausnahmen von den
Verboten des Absatzes 1 zulassen, soweit dies für die Verwertung beschlagnahmter oder
eingezogener Tiere erforderlich ist. Sie kann ferner im Einzelfall Ausnahmen von den
Verboten des Absatzes 1 sowie von den Verboten des Absatzes 2 Satz 2 und des Absatzes
3 Satz 2 zulassen, soweit dies
1. für Zwecke der Forschung oder Lehre,
2. zur Ansiedlung von Tieren in der freien Natur oder der damit
zusammenhängenden Aufzucht oder
3. aus einem sonstigen vernünftigen Grund für eine Nutzung von Tieren in
geringen Mengen
erforderlich ist und Belange des Arten- und Biotopschutzes sowie Rechtsakte des Rates
oder der Kommission der Europäischen Gemeinschaften oder Verpflichtungen aus
internationalen Artenschutzübereinkommen nicht entgegenstehen.
§ 3 Halten von Greifen und Falken
(1) Die Haltung von Greifen oder Falken der in Anlage 4 genannten Arten ist nur nach
Maßgabe der Absätze 2 bis 6 zulässig.
(2) Wer Greife oder Falken hält,
1. muss Inhaber eines auf seinen Namen lautenden gültigen Falknerjagdscheins sein,
2. darf insgesamt nicht mehr als zwei Exemplare der Arten Habicht, Steinadler
und Wanderfalke halten,
3. hat unverzüglich die Greife und Falken dauerhaft und unverwechselbar nach
Maßgabe des Absatzes 3 zu kennzeichnen und
4. hat der nach Landesrecht zuständigen Stelle
a) spätestens bis zum 1. Juni 1986, bei späterem Beginn der Haltung
binnen vier Wochen nach Begründung des Eigenbesitzes, den Bestand an
Greifen und Falken und
b) nach der Bestandsanzeige jeweils unverzüglich den Zu- und Abgang von
Greifen und Falken
schriftlich anzuzeigen; die Anzeige muss
Angaben enthalten über Zahl, Art,
Alter, Geschlecht, Herkunft, Verbleib, Standort, Verwendungszweck und
Kennzeichen der Greife und Falken. Die Verlegung des regelmäßigen
Standorts der Greife und Falken ist ebenfalls unverzüglich anzuzeigen. Das
durch den Tod eines Tieres freigewordene Kennzeichen ist mit der Anzeige
über den Abgang zurückzugeben.
(3) Die Kennzeichnung der gemäß Absatz 1 gehaltenen Greifen und Falken der Anlage 4
hat nach den Bestimmungen der §§ 7 bis 11 der Bundesartenschutzverordnung zu erfolgen.
(4) Die nach Landesrecht zuständige Behörde kann im Einzelfall von den Voraussetzungen
des Absatzes 2 Nr. 1 und 2 Ausnahmen zulassen, wenn
1. die Haltung wissenschaftlichen, Lehr- oder Forschungszwecken dient oder
die Ausnahme zur Nachzucht für einen der vorstehenden Zwecke, zur
Nachzucht für die Ausübung der Beizjagd oder zur Nachzucht für die
Ansiedlung in der freien Natur erforderlich ist,
2. der Halter die erforderliche Zuverlässigkeit und ausreichende Kenntnisse
über das Halten und die Pflege von Greifen und Falken besitzt und
3. eine fachgerechte Betreuung sowie eine den tierschutzrechtlichen
Vorschriften entsprechende Haltung gewährleistet sind.
(5) Absatz 2 Nr. 1 und 2 ist nicht anzuwenden auf Greife und Falken, die bei
In-Kraft-Treten dieser Verordnung in Übereinstimmung mit den zu ihrem Schutz geltenden
Vorschriften gehalten werden. Die Anwendung des Absatzes 2 Nr. 1 und 2 auf die
Erweiterung solcher Bestände und auf den Ersatz des Abgangs bleibt unberührt.
(6) Die Absätze 2 bis 5 gelten nicht für zoologische Einrichtungen von juristischen
Personen des öffentlichen Rechts sowie für behördlich genehmigte oder anerkannte
Auffang- und Pflegestationen.
...
§ 5 Rechtmäßiger Besitz, Nachweispflicht
Wer Tiere der in Anlage 5 (Link) genannten Arten besitzt oder die tatsächliche Gewalt darüber
ausübt, kann sich gegenüber der zuständigen Behörde auf eine Berechtigung hierzu nur
berufen, wenn er auf Verlangen nachweist, dass
die Voraussetzungen für eine Ausnahme
nach § 2 Abs. 2 bis 5 vorliegen oder glaubhaft macht, dass
er oder ein Dritter die
Tiere bei Inkrafttreten dieser Verordnung in Besitz hatte. Für Gegenstände zum
persönlichen Gebrauch oder Hausrat gilt dies nur, wenn Tatsachen die Annahme
rechtfertigen, dass
eine Berechtigung nach § 2 Abs. 2 bis 5 nicht besteht.
§ 6 Ordnungswidrigkeiten
Ordnungswidrig im Sinne des § 39 Abs. 2 Nr. 5 des Bundesjagdgesetzes handelt, wer
vorsätzlich oder fahrlässig
1. entgegen § 2 Abs. 1 Satz 1 dort bezeichnete Tiere in Besitz nimmt,
erwirbt, die tatsächliche Gewalt über sie ausübt, sie be- oder verarbeitet
oder sonst verwendet, in den Verkehr bringt oder befördert,
2. entgegen § 2 Abs. 2 Satz 2 oder Abs. 3 Nr. 2 Satz 2 dort bezeichnete Tiere
an Dritte gegen Entgelt abgibt oder zu diesem Zweck befördert, hält oder
anbietet,
3. entgegen § 3 Abs. 2 Nr. 1 Greife oder Falken hält,
4. einer Vorschrift des § 3 Abs. 2 Nr. 2, 3 oder 4 über die Haltung oder
Kennzeichnung von Greifen oder Falken, über Anzeigepflichten oder über die
Pflicht zur Rückgabe eines freigewordenen Kennzeichens zuwiderhandelt oder
5. einer Vorschrift des § 4 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 bis 5 über die Führung,
Form, Aushändigung oder Aufbewahrung von Aufnahme- und
Auslieferungsbüchern oder Belegen oder über die Kennzeichnung von Tieren
oder Teilen von Tieren zuwiderhandelt.
Anlage 1 (zu § 2 Abs. 1)
2. Federwild
Rebhuhn /* (Perdix perdix */ L.),
Fasan /* (Phasianus colchicus */ L.),
Wachtel /* (Coturnix coturnix */ L.),
Auerwild /* (Tetrao urogallus */ L.),
Birkwild /* (Lyrurus tetrix */ L.),
Rackelwild /* (Lyrurus tetrix x Tetrao urogallus), */
Haselwild /* (Tetrastes bonasia */ L.),
Alpenschneehuhn /* (Lagopus mutus */ MONTIN),
Wildtruthuhn /* (Meleagris gallopavo */ L.),
Hohltaube /* (Columba oenas */ L.),
Ringeltaube /* (Columba palumbus */ L.),
Turteltaube /* (Streptopelia turtur */ L.),
Türkentaube /* (Streptopelia decaocto */ FRIVALDSKY),
Höckerschwan /* (Cygnus olor */ GMELIN),
Graugans /* (Anser anser */ L.),
Blässgans /* (Anser albifrons */ SCOPOLI),
Saatgans /* (Anser fabalis */ LATHAM),
Kurzschnabelgans /* (Anser brachyrhynchos */ BAILLON),
Ringelgans /* (Branta bernicla */ L.),
Weißwangengans /* (Branta leucopsis */ BECHSTEIN),
Kanadagans /* (Branta canadensis */ L.),
Stockente /* (Anas platyrhynchos */ L.),
Löffelente /* (Anas clypeata */ L.),
Schnatterente /* (Anas strepera */ L.),
Pfeifente /* (Anas penelope */ L.),
Krickente /* (Anas crecca */ L.),
Spießente /* (Anas acuta */ L.),
Kolbenente /* (Netta rufina */ PALLAS),
Bergente /* (Aythya marila */ L.),
Reiherente /* (Aythya fuligula */ L.),
Tafelente /* (Aythya ferina */ L.),
Schellente /* (Bucephala clangula */ L.),
Brandente /* (Tadorna tadorna */ L.),
Eisente /* (Clangula hyemalis */ L.),
Samtente /* (Melanitta fusca */ L.),
Trauerente /* (Melanitta nigra */ L.),
Eiderente /* (Somateria mollissima */ L.),
Mittelsäger /* (Mergus serrator */ L.),
Gänsesäger /* (Mergus merganser */ L.),
Zwergsäger /* (Mergus albellus */ L.),
Waldschnepfe /* (Scolopax rusticola */ L.),
Blässhuhn /* (Fulica atra */ L.),
Mantelmöwe /* (Larus marinus */ L.),
Heringsmöwe /* (Larus fuscus */ L.),
Silbermöwe /* (Larus argentatus */ PONTOPPIDAN),
Sturmmöwe /* (Larus canus */ L.),
Lachmöwe /* (Larus ridibundus */ L.),
Schwarzkopfmöwe /* (Larus melanocephalus */ TEMMINCK),
Zwergmöwe /* (Larus minutus */ PALLAS),
Dreizehenmöwe /* (Rissa tridactyla */ L.),
Haubentaucher /* (Podiceps cristatus */ L.),
Graureiher /* (Ardea cinerea */ L.),
Kolkrabe /* (Corvus corax */ L.).
Anlage 2 (zu § 2 Abs. 2 Satz 3 Nr. 1)
Rebhuhn /* (Perdix perdix */ L.),
Fasan /* (Phasianus colchicus */ L.),
Ringeltaube /* (Columba palumbus */ L.),
Graugans /* (Anser anser */ L.),
Stockente /* (Anas platyrhynchos */ L.),
Pfeifente /* (Anas penelope */ L.),
Krickente /* (Anas crecca */ L.),
Spießente /* (Anas acuta */ L.),
Tafelente /* (Aythya ferina */ L.),
Blässhuhn /* (Fulica atra */ L.).
Anlage 3 (zu § 2 Abs. 2 Satz 3 Nr. 2)
Blässgans /* (Anser albifrons */ SCOPOLI),
Reiherente /* (Aythya fuligula */ L.),
Waldschnepfe /* (Scolopax rusticola */ L.).
Anlage 4 (zu § 3 Abs. 1)
Fischadler /* (Pandion haliaeetus */ L.),
Wespenbussard /* (Pernis apivorus */ L.),
Schwarzmilan /* (Milvus migrans */ BODDAERT),
Rotmilan /* (Milvus milvus */ L.),
Seeadler /* (Haliaeetus albicilla */ L.),
Rohrweihe /* (Circus aeruginosus */ L.),
Kornweihe /* (Circus cyaneus */ L.),
Wiesenweihe /* (Circus pygargus */ L.),
Sperber /* (Accipiter nisus */ L.),
Habicht /* (Accipiter gentilis */ L.),
Mäusebussard /* (Buteo buteo */ L.),
Raufußbussard /* (Buteo lagopus */ BRUENNICH),
Steinadler /* (Aquila chrysaetos */ L.),
Turmfalke /* (Falco tinnunculus */ L.),
Rotfußfalke /* (Falco vespertinus */ L.),
Merlin /* (Falco columbarius */ L.),
Baumfalke /* (Falco subbuteo */ L.),
Wanderfalke /* (Falco peregrinus */ TUNSTALL).
Anlage 5 (zu § 4 Abs. 1, § 5)
2. Federwild
Wachtel /* (Coturnix coturnix */ L.),
Auerwild /* (Tetrao urogallus */ L.),
Birkwild /* (Lyrurus tetrix */ L.),
Rackelwild /* (Lyrurus tetrix x Tetrao urogallus), */
Haselwild /* (Tetrastes bonasia */ L.),
Alpenschneehuhn /* (Lagopus mutus */ MONTIN),
Hohltaube /* (Columba oenas */ L.),
Turteltaube /* (Streptopelia turtur */ L.),
Kurzschnabelgans /* (Anser brachyrhynchos */ BAILLON),
Weißwangengans /* (Branta leucopsis */ BECHSTEIN),
Löffelente /* (Anas clypeata */ L.),
Schnatterente /* (Anas strepera */ L.),
Kolbenente /* (Netta rufina */ PALLAS),
Schellente /* (Bucephala clangula */ L.),
Brandente /* (Tadorna tadorna */ L.),
Eisente /* (Clangula hyemalis */ L.),
Eiderente /* (Somateria mollissima */ L.),
Mittelsäger /* (Mergus serrator */ L.),
Gänsesäger /* (Mergus merganser */ L.),
Zwergsäger /* (Mergus albellus */ L.),
Schwarzkopfmöwe /* (Larus melanocephalus */ TEMMINCK),
Zwergmöwe /* (Larus minutus */ PALLAS),
Dreizehenmöwe /* (Rissa tridactyla */ L.),
Haubentaucher /* (Podiceps cristatus */ L.),
Graureiher /* (Ardea cinerea */ L.),
Kolkrabe /* (Corvus corax */ L.).
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