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Abschied von den Quäkern
Am nächsten Morgen ging es leider nicht so glatt. Wir hatten gedacht, wenn wir die Tür öffneten und der Altvogel zur Jagd raus fliegt, dann würde er die beiden Jungtiere dazu animieren, ebenfalls hinaus zu fliegen. Aber das klappte bedauerlicherweise nicht. Die alte Schwalbe war viel schneller draußen und die Jungen bleiben auf der Diele. Nun stellte ich doch noch Futter auf, welches sie aber nicht anrührten. Die eine Nacht mit der erwachsenen Schwalbe hatte unsere beiden Pfleglinge noch scheuer werden lassen. Irgendwann fanden sie dann die Tür nach draußen und waren weg. Wir waren ganz schön traurig, irgendwie waren es ja unsere Babys, und wir machten uns schon Sorgen, ob sie für die Welt da draußen vorbereitet waren. Aber sie hatten uns nicht vergessen. Alle drei Wochen kehrten sie auf die Diele zurück und blieben dort für ein paar Stunden, so als ob sie sagen wollten: "Seht, uns geht's prima, wollten nur mal Hallo sagen!" Der Hahn bettelte die Henne übrigens immer noch an und erntete nur Schimpfe! Ein ganz besonderes Erlebnis hatte mein Vater noch einen Tag bevor die Schwalben den Weg in den Süden antraten: Er stand gerade im Garten, als zwei Schwalben sich ihm näherten. Er streckte die Hand aus und sie kamen und wollten wohl landen, doch im letzten Moment drehten sie ab. Wir sind überzeugt davon, das es unsere Schwalben waren, die "Auf Wiedersehen" sagen wollten.
1. Nachtrag:
Unsere Schwalben beherbergten wir etwa sechs Wochen. Man darf sie nur zum Füttern und Reinigen aufsuchen, da sie sonst zu sehr auf den Menschen geprägt werden, was unbedingt zu vermeiden ist.
2. Nachtrag:
Autorin des Sonderbeitrags: Martina Rajes
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