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Unsere Handaufzucht von fünf Blaumeisen
Inzwischen haben wir jedes Jahr brütende Vögel auf unserem Balkon im zweiten Stock eines Mehrfamilienhauses. Seit nun 22 Jahren wohnen wir idyllisch am Rande eines kleinen Paradieses, am Stadtrand von Augsburg. Umgeben von Wald und Wiesen und nur wenige Gehminuten vom Fluss, der Wertach entfernt. Der direkte Kontakt zur Natur und das Wohlergehen der Tiere die dort wohnen, sind uns stets sehr wichtig und ein großes Anliegen!
Die Blaumeisen haben bemerkt, dass es sich bei uns inzwischen gut leben lässt. Ich habe ihnen einen großen Meisenkasten mit zwei kleinen Einfluglöchern gekauft. Leider hatte ich zuvor ein schmuckes Holzhäuschen, das zwar meinen Balkon zierte, aber für die Meisen zur tödlichen Falle durch einen Buntspecht wurde. Meisenkästen müssen so beschaffen sein, dass Nesträuber wie z. B. Raben, Krähen, Elstern und Buntspechte mit ihren Köpfen nicht zur Brut gelangen. Aber auch Katzen und Eichhörnchen sind eine große Gefahr! Die Nisthöhle:
Den idealen Meisenkasten, der die oben genannten Bedingungen erfüllt fand ich bei http://www.hasselfeldt-naturschutz.de.
Doch dieses Jahr gab es irgendwie eine Störung. Ich habe keine Ahnung, was meine beiden Blaumeisen-Eltern gleichzeitig veranlasst hat, von jetzt auf gleich ihre Brut mit neun Jungen und einem Ei aufzugeben. Ich befürchtete, die hier freilaufenden Katzen hätten sie erwischt. Doch, beide zugleich? Das wäre schon ein sehr großer Zufall gewesen, da die Eltern beim Verlassen des Nestes jeweils in andere Richtungen flogen. Lange Nachforschungen ergaben, wenn Elterntiere bemerken, dass mit der Brut irgendetwas nicht in Ordnung sei, würden sie sofort aufhören weiter zu füttern, "Energieverschwendung" - so grausam das auch klingt. Mit dieser Erklärung gab ich mich zufrieden. Warum? Dazu später mehr. Nun, wie kann es anders sein, es ist Wochenende, Freitag der 09.05.2008, Nachmittag 15:30 Uhr, als die Eltern das letzte Mal ihre Jungen füttern kamen. Bei den Blaumeisen füttern beide Elternteile. Es war ein traumhaft sonniger Tag und es gab allem Anschein nach viel Nahrung, denn die Eltern kamen abwechselnd im Durchschnitt mindestens alle zehn Minuten mit einem Würmchen oder einem Insekt im Schnäbelchen, um ihre Kleinen zu füttern. Zudem war das Gelege mit zehn Eiern schon recht groß. Ein Zeichen dafür, dass genügend Nahrung vorhanden ist. In Vorjahren waren die Gelege mit vier bis fünf Eiern grad halb so groß. Bis dato war es ein ständiges Raus- und Reinfliegen. Es wurde 15:45 Uhr, es wurde 16:00 Uhr und kein Elternteil kam mehr. Da sie sonst alle paar Minuten zum Füttern rein flogen, bekam ich da schon ein mulmiges Gefühl. Da wir schon die Jahre zuvor Blaumeisen hatten, kenne ich ihr Verhalten und vor allem ihre Rufe nur zu gut. Ich habe mir die Augen aus dem Kopf nach ihnen geschaut und sie nirgends gesehen. Sie haben immer von den Bäumen gegenüber unserem Balkon ihr Kommen angekündigt.
Autorin des Sonderbeitrags: Monika Sattler
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