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Mauersegler-Nisthilfen
Sie gehören zur Weltelite der Dauerflieger und sind
ausgesprochen effiziente Fluginsektenjäger - die
Mauersegler.
In unseren Breiten nimmt ihre Zahl jedoch langsam ab, da die Vögel
zusehends weniger adäquate Nistgelegenheiten finden. Einst schlossen sie sich dem Menschen an
und entdeckten seine Gebäude für sich als ideale Plätze,
um in Ritzen und Spalten ihre Nester zu bauen. Seit jedoch besonders
energiesparend gebaut wird, machen wir Menschen unsere Häuser
nicht nur dicht gegen Kälte, sondern ungewollt auch gegen
Mauersegler. (Foto rechts: junger Mauersegler, ©
Gaby Schwarz)
Wer sein Haus gern gut isoliert mag, den Meistern der Lüfte aber
trotzdem helfen möchte, dem stehen mehrere Möglichkeiten
offen. Guter Wille und entsprechender Einsatz allein genügen
bedauerlicherweise dennoch nicht, um Mauersegler anzusiedeln. Da es
sich um Koloniebrüter handelt, ist es hilfreich,
künstliche Nistgelegenheiten in der Nähe bereits bestehender
Brutkolonien anzulegen. Die Chance, dass die "Sozialwohnungen" von
den Vögeln angenommen werden, steigen dadurch immens. Um dem
Bedürfnis der Vögel nach der Nähe ihrer Artgenossen
gerecht zu werden, reicht es demnach nicht aus, nur einen Nistkasten
aufzuhängen. Es sollte schon eine kleine "Reihenhaussiedlung"
sein, um die gefiederten Flugkünstler zufrieden zu stellen.
Nistkästen zum Anbringen an Fassaden und Dachbalken
Sollte sich ein Wohnhaus in der Nähe einer Mauerseglerkolonie befinden,
so ist es ratsam, Einbaunistkästen anzubringen. Hierbei gilt:
je höher, desto besser. Mauersegler lieben luftige Höhen,
weshalb in zwei bis drei Metern Höhe angebotene Nistkästen
auf wenig Akzeptanz bei den Vögeln stoßen.
Man sollte stets eine gut abgesicherte Leiter oder noch besser eine
hebbare Plattform verwenden, um sich der Stelle zu nähern, an der
man die Nistkästen anbringen möchte. In manchen Kommunen
hilft die Feuerwehr gegen ein geringes Entgelt oder sogar kostenlos.
Zum Anbringen an Hausfassaden eignen sich zum Beispiel fertige
Nistkästen, die man unter anderem über die Firma
Schwegler
bestellen kann. Die nebenstehende Abbildung zeigt einen solchen
Nistkasten aus dem Sortiment von Schwegler, den man leicht an einem
Dachbalken festschrauben kann. Mehrere dieser Kästen nebeneinander
angebracht, bilden eine perfekte "Reihenhaussiedlung" für
wohnungssuchende Mauersegler. Diese Kästen lassen sich leicht an den
meisten Häusern befestigen. (Foto rechts
© Firma Schwegler)
Wem derlei "Fertighäuser" zu teuer sind, der kann mit etwas
handwerklichem Geschick selbst Nisthöhlen aus Holz bauen. Hierbei
sollte die Grundfläche einer künstlichen Kinderstube
mindestens 300 mm x 120 mm, die Höhe im Innern sollte
zumindest 80 mm betragen. Den Einschlupf sollte man nicht mittig
einbauen, sondern unbedingt seitlich versetzt, damit die Altvögel
nicht gleich auf ihre Nachkommen stapfen, wenn sie den Nistkasten
betreten. Etwa 30 mm x 60 mm sollte das Einschlupfloch groß sein,
um Mauerseglern ungehinderten Zutritt zu ihrem Nest zu gewähren.
Einbau-Nistkästen für Neubauten
Bei der Planung eines Neubaus in der Nähe einer Mauerseglerkolonie
stellt die Berücksichtigung der Bedürfnisse der Vögel
keine besonders große Mühe dar. Der Fachhandel bietet
verschiedene Nistkastenmodelle an, die man in eine Wand fest einmauern
kann. In der Abbildung rechts ist ein Modell zu sehen, in das die
Mauersegler durch eine kleine Öffnung hineinklettern, die
unten rechts an der Vorderseite zu sehen ist. Abbildung
© Schwegler
Ein weiteres Einbaumodell, das von außen weniger auffällig
ist, weist lediglich eine kleine Einschlupföffnung auf. Die
nebenstehende Skizze der Firma
Schwegler
zeigt, wie die Einbaunistkästen in eine Hauswand integriert
werden können. Auf diese äußerst Platz sparende
Weise lassen sich Kinderstuben für mehrere Mauerseglerfamilien
errichten.
Da Mauersegler sehr reinliche Vögel sind, hat man keinen Dreck
zu befürchten. Auch die von den Tieren ausgehende Lautstärke
hält sich in erfreulich geringen Grenzen, die Vögel sind
vergleichsweise leise Zeitgenossen.
Gegen andere Vogelarten, die ebenfalls in Höhlen brüten,
muss man die Nistkästen nicht verteidigen. Mauersegler sind
recht wehrhaft, wenn es um einen geeigneten Nistplatz geht. Sollte
sich einmal ein anderer Vogel in einen seiner Ansicht nach heimeligen
Nistkasten wagen, wird der Eindringling kurzerhand energisch verjagt.
Wer tiefer in die Thematik einsteigen möchte, kann die
Broschüre "Bauen für Mauersegler" unter einer der folgenden
Adressen bestellen:
Biologische Station Kreis Unna
Westenhellweg 110
59192 Bergkamen
und
Naturförderungsgesellschaft für den Kreis Unna e.V. NFG
Westenhellweg 110
59192 Bergkamen
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