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Nistmöglichkeiten für Wildvögel - Einleitung
Fehlende Nist- und Brutmöglichkeiten werden für die
heimischen Vogelarten zunehmend zum Problem. Denn keineswegs alle Vogelarten
bauen offene, napfförmige Nester wie das in der Abbildung rechts gezeigte. Unter
den heimischen Singvögeln gibt es etliche Höhlen- und Halbhöhlenbrüter, die
unterschiedlich große Hohlräume zum Aufziehen ihres Nachwuchses benötigen. Weil
immer mehr alte Bäume mit natürlichen Höhlen gefällt werden, herrscht für diese
Tiere Wohnungsnot. Das Sanieren von Dächern und Häusern ist ein weiteres
Problem, denn Hohlräume, die beispielsweise von
Mauerseglern zum Brüten genutzt werden, verschwinden dadurch. Hinzu kommt der Mangel an
Hecken
und berankten Wänden, wodurch weitere Arten wie beispielsweise der
Haussperling immer weniger Platz für ihre Kinderstuben finden. Foto oben rechts ©
Anke Dornbach
Doch auch größere Tiere wie Greifvögel oder
Weißstörche finden in der Natur zusehends weniger Nistplätze. Diese kurze
Aufzählung verdeutlicht, dass eine große Zahl von Vogelarten die Hilfe der
Menschen benötigt. Ein Ausweg aus der schwierigen Lage für die Tiere ist es,
wenn ihnen auf ihre jeweiligen Bedürfnisse abgestimmte Nisthilfen zur Verfügung
gestellt werden. Unter diesen Zeilen sind etliche verschiedene Modelle von
Nistkästen und -hilfen zu sehen, die von der Firma Schwegler
angeboten werden. Auf dem Foto finden sich neben Vogelnistkästen auch Nisthilfen
für Insekten. Foto © Sylvia Urbaniak

Unter der Konkurrenz um Brutmöglichkeiten leiden in besonderem Maße Zugvögel.
Kommen sie im Frühjahr nach ihrem langen, anstrengenden Zug
in ihren hiesigen Brutrevieren an, sind viele ökologische Nischen bereits anderweitig
besetzt, häufig von den ausgesprochen anpassungsfähigen
Meisen - vor allem den
Kohlmeisen.
Weil Meisen bereits durch die
Fütterung
im Winter durch den Menschen stark unterstützt werden,
ist es aus Sicht des Naturschutzes sinnvoll, nicht nur die gängigen
Meisenkästen in Garten aufzuhängen, sondern stattdessen
den Brutvorlieben anderer, benachteiligter Vogelarten verstärkt entgegen
zu kommen.
Die oben beschriebenen Zusammenhänge stellen jedoch nicht die einzigen
Probleme der hiesigen Vogelarten dar. Hinzu kommt eine fortschreitende
gesellschaftliche Entfremdung von der Natur, gepaart mit übertriebener
Sauberkeits- und Ordnungsliebe. In einem "aufgeräumten" Garten werden
sich nur noch wenige Vogelarten wohl genug fühlen, um dort zu
brüten. Wer etwas tun möchte, um einer möglichst breit
gefächerten Artenvielfalt deren bevorzugte Nistplätze und
Lebensräume zu bieten, dem stehen zahlreiche Möglichkeiten für
aktiven Naturschutz offen. Foto rechts: Perfekt getarntes Schwanzmeisen-Nest in
einer dicken Astgabel, ©
Gaby Schulemann-Maier
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