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Nistgelegenheiten anbieten
Wer
Nistgelegenheiten aufhängen möchte, der sollte sich
zunächst sorfältig überlegen, welche
Vogelarten er damit bevorzugt ansprechen möchte.
Natürlich spielt es zudem eine Rolle, welchen Lebensraum man
im Umfeld zu bieten hat und welche Spezies darin zu erwarten sind. Die
Firma Schwegler
bieten neben anderen Herstellern ein reichhaltiges Sortiment an
Nistkästen und -höhlen für verschiedene
Vogelarten an. Ein virtueller Rundgang durch deren Onlineshops
öffnet ungeahnte Möglichkeiten. (Foto rechts:
Amselfamilie, ©
Birgit Rauch)
Grundsätzlich sind Nistkästen aus
Holzbeton oder Styroporbeton zu bevorzugen, da sie gegenüber
Naturstammhöhlen oder Holznistkästen entscheidende
Vorteile aufweisen: guter Verwitterungsschutz, ausreichender
Klimaaustausch, größere Helligkeit und Schutz vor
"Umbauarbeiten" durch Spechte und Kleiber.
Ebenfalls von Bedeutung ist der Schutz vor Mardern und Katzen. Hier
bewährt sich ein Kastenvorbau, der das Angeln mit der Pfote
verhindert (siehe Skizze rechts). Nachbars Katze kann sich auf
diese Weise nicht mehr an den unter anderen Umständen leicht
zu erbeutenden Jungvögeln gütlich tun beziehungsweise
die
Ruhe der Altvögel beim Brüten stören.
Ein weiterer wirksamer Schutz gegen Katzen sind so genannte
Katzenabwehrgürtel, welche Nester und Höhlen auf
Bäumen schützen (siehe Abbildung rechts). Durch diese
Gürtel wird das Emporklettern der Fressfeinde an den
Bäumen verhindert. Wichtig ist dabei, dass die Gürtel
ausreichend hoch angebracht werden, also in einer Höhe von
mindestens 2,5 Metern, damit Katzen nicht einfach darüber
hinweg springen können und so dennoch den vermeintlich
geschützten Baum erklettern können. (Foto rechts
© Firma Schwegler)
Ein geeigneter Kasten für Höhlen bewohnende
beziehungsweise
in Höhlen brütende kleinere Vogelarten, zu denen
unter anderem die
Kleiber
gehören, sieht folgendermaßen aus: Drei vorhandene
Öffnungen erhöhen die Helligkeit im Innern des
Kastens, wodurch das Nest von den Vogeleltern nicht sehr hoch gebaut
werden muss. Dadurch bietet sich im Innern der Nisthilfe mehr Platz
für die Nestlinge.
Außerdem bedeutet dies einen besseren Schutz vor
Kälte
und Fressfeinden. Die nebenstehende Abbildung zeigt einen solchen
Höhlenbewohner-Nistkasten mit drei Öffnungen. (Foto
rechts
© Firma Schwegler)
Neben den oben beschriebenen Nisthöhlen existieren ferner so
genannte Halbhöhlen. Das sind Kästen, die kein
Einflugloch aufweisen, sondern an der Vorderseite eine große
Öffnung besitzen. Genutzt werden sie unter anderem von Hausrotschwanz,
Bachstelze,
Grauschnäpper,
gelegentlich Rotkehlchen und Zaunkönig.
Durch die große Öffnung ist die von
Rabenvögeln, Mardern und Katzen ausgehende Gefahr
naturgemäß relativ groß. Abhilfe schaffen
ein geeigneter Anbringungsort, der von Feinden nicht erreicht werden
kann, sowie eine V-förmige Verkleinerung der Öffnung
(siehe Abbildung rechts). Ein Stück Maschendrahtzaun vor der
Öffnung erfüllt den gleichen Zweck. (Foto rechts
© Firma Schwegler)
Nist- und Halbhöhlen werden mit der Öffnung
in Richtung Südosten aufgehängt, an
windgeschützten Stellen ist dies allerdings nicht unbedingt
notwendig. Die Reinigung der Höhlen erfolgt nach der
Brutsaison, etwa ab Mitte September. Hierbei wird das alte Nistmaterial
entfernt. Bei sichtbarem Parasitenbefall kann man das Nest mit
heißem Wasser ausbürsten, oder man legt es in eine
Plastiktüte gehüllt für einige Tage in die
Kühltruhe. Im Winter dienen Nisthöhlen
Fledermäusen und Insekten als
Überwinterungsquartiere, deswegen sollten sie das ganze Jahr
über hängen bleiben. Auch Vögel nutzen sie
häufig als Schlafhöhlen. Aus den genannten
Gründen sollten neue Nisthöhlen wenn möglich
bereits im Herbst aufgehängt werden. (Foto rechts: Kohlmeisen
am Nistkasten, ©
Gaby
Schulemann-Maier)
Nicht nur Höhlen sind bei brutwilligen Vögeln sehr
gefragt, sondern beispielsweise auch Weidenkörbe (siehe
Abbildung rechts). Sie dienen Weißstörchen,
Greifvögeln und Eulen als Grundlagen für solide
Nester. Man bringt sie an geeigneter Stelle durch Festbinden in
Baumkronen an und gibt eine dünne Schicht Rindenmulch hinein.
Die Bewohner richten sich später mit einigen Ästen
häuslich ein, bevor sie mit dem eigentlichen
Brutgeschäft beginnen. Diese Nester, Horste genannt, werden
für gewöhnlich jedes Jahr aufs Neue bezogen. (Foto
rechts
© Firma Schwegler)
Bei Landwirten ist der Turmfalke ausgesprochen beliebt, da
er sich bis zu 90 Prozent von Mäusen ernährt.
Turmfalken sind überdies sehr ortstreu, das heißt,
wenn sie erst einmal ein Nest bezogen haben, werden sie es jedes Jahr
wieder nutzen. Auch für sie sind spezielle Nistkästen
verfügbar (siehe Abbildung rechts).
Da Turmfalken in der Vergangenheit wie die meisten anderen Vogelarten
auch durch den Menschen ihres natürlichen Lebensraums beraubt
wurden, ist es für sie von großer Wichtigkeit, auf
Nisthilfen zurückgreifen zu können. Wer Turmfalken
hilft,
der greift damit einem Jäger helfend unter die
Flügel, der
in unserem Ökosystem eine wichtige Rolle spielt. Auf der
Internetseite des NABU gibt es hier
eine Anleitung dafür, wie man Turmfalkennistkästen
baut.
Besonders
schwierig ist auch die Lage für die drei in Deutschland
vorkommenden Schwalbenarten (Ufer-, Rauch- und Mehlschwalbe). Sie alle
sind auf eine intakte Umwelt angewiesen, um sich fortpflanzen zu
können. Vor allem
Mehlschwalben
benötigen zum Bau ihrer Nester
Lehm, den sie aufgrund der zunehmenden Versiegelung von Böden
nicht mehr finden. Es ist daher wichtig, ihnen nicht nur geeignete
Nisthilfen zur Verfügung zu stellen, sondern auch
Schälchen
mit weichem Lehm auf dem Boden in der Nähe der Nisthilfen zu
platzieren. Anderenfalls würden Mehlschwalben die Nisthilfen
nicht annehmen, da sie sich selbst stets um die "Innenarchitektur"
kümmern, was nur mit Hilfe von Lehm funktioniert. (Foto
rechts: Schwalbenhaus,
© Jürgen Bunk)
In
manchen Orten sind in den vergangenen Jahren so genannte
Schwalbenhäuser aufgestellt worden, die als Siedlungen
für Rauch- und Mehlschwalben gedacht sind. Was es mit diesen
Häusern auf sich hat, kann unter anderem im entsprechenden Kapitel
der Wikipedia nachgelesen werden. Dort gibt es
außerdem einige weiterführende Links. (Foto rechts:
Schwalbenhaus,
© Jürgen Bunk)
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