
Gesundheit der Wildvögel
|
Home
> Gesundheit der Wildvögel
> Zoonosen
Zoonosen: vom Tier auf den Menschen übertragbare Infektionskrankheiten Die Pflege von Wildvögeln erfordert eine besondere Sorgfalt. Werden die grundlegenden Hygienemaßnahmen (beispielsweise Hände nach dem Kontakt mit dem Vogel waschen oder auch Desinfektion der Hände) eingehalten, so sind Gesundheitsrisiken für den Menschen sehr gering. Dennoch soll dieses Kapitel über einige durch Vögel auf den Menschen übertragbare Krankheiten aufklären. Bedenken Sie bitte auch, dass es häufig zum umgekehrten Fall kommt: Tiere, so auch Vögel, haben in aller Regel gegen die meisten beim Menschen auftretenden Infektionskrankheiten keine Immunabwehr. Für Menschen banale Erkrankungen können auf die Vögel überspringen und für sie zur Gefahr werden. Deshalb sollten sie Ihre Hände auch vor dem Berühren der Tiere und ihres Futters gründlich waschen, falls sie selbst gerade krank sind. Achten Sie darauf, dass die Vögel nicht mit ihrem Speichel in Berührung kommen, denn auch dieser kann für Vögel gefährliche Krankheitserreger enthalten.
Ornithose/Psittakose
Paramyxoviren
Salmonellose
Wie sich eine Salmonellose bei Vögeln äußert, können Sie im Erkrankungen des Gesamtorganismus nachlesen.
Trotz der Vogelgrippe muss sich niemand davor fürchten, wenn er in der Natur einen toten Vogel findet. Seit jeher waren in freier Natur immer wieder tote Vögel zu finden, denn auch Tiere sterben irgendwann - und das aus ganz unterschiedlichen Gründen. Zu beachten ist deshalb, dass bei weitem nicht jeder tot aufgefundene Wildvogel auf das Konto der Geflügelgrippe geht. Etliche Wildvögel sterben wie jedes Jahr nach strengen Wintern ganz einfach an Erschöpfung. In Asien und in der Türkei hat sich gezeigt, dass die Vogelgrippe auch Menschen töten kann. Deshalb drängt sich die Frage auf, ob man beispielsweise aufgrund eines kurzen Kontakts mit Wildvögeln, denen man beispielsweise in freier Natur begegnet, an der Vogelgrippe erkranken kann. Hierbei besteht keine Gefahr, sofern man tote Vögel nicht anfasst. Geht man zum Beispiel in einem Park, in einem Wald oder an einem See spazieren, droht zunächst einmal keine Gefahr. Lediglich in Sperrzonen, in denen das Virus nachweislich wütet, sollte man nicht spazieren gehen. Singvögel, Tauben und Störche können sich zwar laut wissenschaftlicher Studien unter besonders ungünstigen Bedingungen mit dem Virus infizieren. Aber sie scheiden nur so geringe Mengen der Krankheitserreger aus, dass sie uns Menschen damit nicht gefährlich werden können. Wer Singvögel pflegt und päppelt, ist somit keiner nennenswerten Gefahr ausgesetzt, sofern die ohnehin wichtigen Hygienemaßnahmen wie Desinfektion der Hände und regelmäßiges Reinigen der Unterbringung der Tiere sowie das Beseitigen der Exkremente mindestens einmal am Tag erfolgen. Die Vogelgrippe betrifft vor allem Geflügel, also beispielsweise vom Menschen gehaltene Hühner. Diese haben sich bei Importgeflügel oder Wildgeflügel, zum Beispiel Wildgänsen und Enten, angesteckt. Bislang sind fast nur Hühner- und Entenvögel - sowohl Nutztiere als auch Wildvögel - betroffen. Einige wenige andere Vogelarten sind ebenfalls bisher an der Vogelgrippe erkrankt, darunter auf Rügen ein Milan. Hierbei handelt es sich um Einzelfälle. Unter Enten, Gänsen, Schwänen und Hühnern kann sich die Krankheit deshalb rasant ausbreiten, weil sich diese Vögel meist in größeren Gruppen auf engem Raum aufhalten. Dies gilt insbesondere für die Tiere in Geflügelmastbetrieben. Einen an der Vogelgrippe erkrankten Vogel erkennt man normalerweise nicht auf den ersten Blick, weil das Krankheitsbild eher unspezifisch ist und auf diverse Krankheiten zutreffen könnte. Generell gilt jedoch, dass ein erkrankter Vogel matt ist. Viele betroffene Tiere leiden an Durchfall und manche Vögel müssen sich sogar übergeben. Auch hat man schon Vögel beobachtet, bei denen es zu sogenannten Zweitinfektionen (Sekundärinfektionen) gekommen ist, so dass sie beispielsweise unter Augenentzündungen oder Erkältungen gelitten haben. Das Gefieder eines erkrankten Vogels ist rund um die Kloake mit Kot verschmiert, das Tier plustert sein Gefieder am gesamten Körper auf und vermeidet das Fliegen. Der Vogel nimmt kaum noch Nahrung zu sich und schläft sehr viel. Aufgrund der extremen Schwächung und des schnellen Verlaufs der Krankheit können infizierte Wildvögel in aller Regel keine großen Distanzen zurücklegen. Sie sterben meist ganz in der Nähe des Ortes, an dem sie sich angesteckt haben innerhalb von zwei bis drei Tagen. Anders ist dies nur bei Nutztieren, die vom Menschen über weite Strecken transportiert werden. Aus eigener Kraft würde ein kranker Vogel normalerweise nicht so weit kommen, wie es durch die Tiertransporte möglich ist. Insgesamt ist das Infektionsrisiko für Menschen derzeit gering und es beschränkt sich auf Personen, die sehr engen, direkten Kontakt mit an Geflügelgrippe erkrankten oder verstorbenen Tieren oder deren Ausscheidungen haben. Im Ansteckungsfall kommt es normalerweise zu Bindehautentzündung und/oder grippeähnlichen Symptomen, die behandelbar sind. Der Großteil der bisher infizierten Menschen ist nicht an der Erkrankung gestorben. In seltenen Ausnahmefällen können auch schwere Lungenentzündungen mit Todesfolge auftreten. Die Gefahr für den Menschen wird in den Medien oft übertrieben dargestellt! Als Vergleich: In der Zeit von 1997 bis Ende 2004 wurde weltweit bei 65 Menschen als Todesursache Vogel-Influenza-Viren nachgewiesen (Quelle: www.rki.de). Im Gegensatz dazu starben allein in Österreich im Jahre 1999/2000 4 200 Menschen durch eine Infektion mit Influenza-B-Viren und 1998/99 sind 6 100 Menschen durch Influenza-A-Viren aus dem Leben geschieden. Influenza A und Influenza B sind die Auslöser der "normalen Menschengrippe" (Quelle: Ärztewoche). Achtung: In manchen Medien wird die Vogelgrippe auch mit dem Begriff "Geflügelpest" umschrieben. Diese Bezeichnung kann irreführend sein, denn es gibt zwei Arten der Geflügelpest:
|
|||
|
|
|
|||