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Zoonosen: vom Tier auf den Menschen übertragbare Infektionskrankheiten

Werden die grundlegenden Hygienemaßnahmen (beispielsweise Hände nach dem Kontakt mit dem Vogel waschen oder auch Desinfektion der Hände) eingehalten, so sind Gesundheitsrisiken für den Menschen sehr gering. Die weiter unten genannten durch Vögel übertragbaren Krankheiten sollten Sie nicht verunsichern oder gar in Panik versetzen.

Es ist meist eher umgekehrt: Tiere, so auch Vögel, haben in aller Regel gegen die meisten beim Menschen auftretenden Infektionskrankheiten keine Immunabwehr. Eine banale Erkältung des Menschen kann unter Umständen zum Tode des Vogels führen!

Ornithose/Psittakose
Die Erreger der Ornithose bzw. Psittakose können beim Menschen grippeähnliche Erscheinungen verursachen, es kann des Weiteren zu schweren Lungenentzündungen mit hohem Fieber kommen. Die Erreger übertragen sich durch das Einatmen von infiziertem Staub oder durch direkten Kontakt mit dem Kot des erkrankten Vogels. Antibiotikagaben führen heutzutage rasch zur Genesung.

Weitere Informationen zur Psittakose finden Sie hier.

Paramyxoviren
Beim Vogel verursachen diese Viren Gehirnerkrankungen. Bei Menschen mit geschwächter Immunabwehr, die mit dem Virus in Kontakt geraten, können Bindehautentzündungen und leichte grippeähnliche Symptome auftreten, die aber innerhalb kurzer Zeit von selbst wieder verschwinden. Eine Behandlung ist in aller Regel nicht nötig.

Salmonellose
Eine Ansteckung durch direkten Kontakt mit der durch Salmonellen verursachten Krankheit ist möglich, aber sehr selten. Zu den Krankheitserscheinungen gehören beim Menschen Erbrechen und starker Durchfall.

Salmonelleninfektionen beim Menschen müssen dem zuständigen Gesundheitsamt gemeldet werden!

Vogelgrippe (Geflügelpest)

Hühnervogel Seit dem Herbst 2005 ist die Vogelgrippe ein Thema, das die Medien dominiert. Aus Asien hat sie sich zunächst bis zum Ural, nach Rumänien, nach Griechenland und Kroatien ausgebreitet. Anfang 2006 gingen Schreckensmeldungen aus der Türkei um die Welt, weil dort Menschen an der Vogelgrippe erkrankt und einige von ihnen sogar gestorben sind. In diesen speziellen Fällen haben die Menschen mit erkranktem Geflügel auf engstem Raum zusammengelebt, hatten Körperkontakt mit den Tieren und haben darüber hinaus Fleisch infizierter Tiere gegessen. Im Anschluss an diese tragischen Entwicklungen traten erste Fälle der Krankheit in Afrika auf, und Mitte 2006 Februar hat die Krankheit dann letztlich Deutschland erreicht. Auf der Ostseeinsel Rügen wurde die auch für Menschen gefährliche Virusvariante z.B. bei toten Höcker- und Singschwänen nachgewiesen. Von der Insel aus, konnte sich die Krankheit aufs Festland ausbreiten. Foto © Gaby Schulemann-Maier

Seit jeher waren in freier Natur immer wieder tote Vögel zu finden, denn auch Tiere sterben irgendwann - und das aus ganz unterschiedlichen Gründen. Zu beachten ist deshalb, dass bei weitem nicht jeder tot aufgefundene Wildvogel auf das Konto der Geflügelgrippe zu verbuchen ist. Etliche Wildvögel sterben wie jedes Jahr nach strengen Wintern ganz einfach an Erschöpfung.

In Asien und in der Türkei hat sich gezeigt, dass die Vogelgrippe auch Menschen töten kann. Deshalb drängt sich die Frage auf, ob man beispielsweise aufgrund eines kurzen Kontakts mit Wildvögeln, denen man beispielsweise in freier Natur begegnet, an der Vogelgrippe erkranken kann. Hierbei besteht keine Gefahr, sofern man tote Vögel nicht anfasst. Geht man zum Beispiel in einem Park, in einem Wald oder an einem See spazieren, droht zunächst einmal keine Gefahr. Lediglich in Sperrzonen, in denen das Virus nachweislich wütet, sollte man nicht spazieren gehen.

Jene Menschen, die kranken oder verletzten Wildvögeln helfen und die Tiere gesund pflegen möchten, haben dies in den vergangenen Jahren ohne Angst um ihre eigene Gesundheit getan. Seit dem Ausbruch der Vogelgrippe herrscht in Bezug auf die Sicherheit bei der Wildvogelpflege eine große Verunsicherung.

Fakt ist: Singvögel, Tauben und Störche können sich zwar laut wissenschaftlicher Studien unter besonders ungünstigen Bedingungen mit dem Virus infizieren. Aber sie scheiden nur so geringe Mengen des Virus aus, dass sie uns Menschen damit nicht gefährlich werden können (siehe Stellungnahme von Dr. Wolfgang Fiedler, Vogelwarte Radolfzell). Wer Singvögel pflegt und päppelt, ist somit keiner nennenswerten Gefahr ausgesetzt, sofern die ohnehin wichtigen Hygienemaßnahmen wie Desinfektion der Hände und regelmäßiges Reinigen der Unterbringung der Tiere sowie das Beseitigen der Exkremente mindestens einmal am Tag erfolgen.

Die Vogelgrippe betrifft vor allem Geflügel, also beispielsweise vom Menschen gehaltene Hühner. Diese haben sich bei Importgeflügel oder Wildgeflügel, zum Beispiel Wildgänsen und Enten, angesteckt. Bisher sind fast nur Hühner- und Entenvögel - sowohl Nutztiere als auch Wildvögel - betroffen. Einige wenige andere Vogelarten sind ebenfalls bisher an der Vogelgrippe erkrankt, darunter auf Rügen ein Milan. Hierbei handelt es sich um Einzelfälle. Unter Enten, Gänsen, Schwänen und Hühnern kann sich die Krankheit deshalb rasant ausbreiten, weil sich diese Vögel meist in größeren Gruppen auf engem Raum aufhalten. Dies gilt insbesondere für die Tiere in Geflügelmastbetrieben.

Einen an der Vogelgrippe erkrankten Vogel erkennt man normalerweise nicht auf den ersten Blick, weil das Krankheitsbild eher unspezifisch ist und auf diverse Krankheiten zutreffen könnte. Generell gilt jedoch, dass ein erkrankter Vogel matt ist. Viele betroffene Tiere leiden an Durchfall und manche Vögel müssen sich sogar übergeben. Auch hat man schon Vögel beobachtet, bei denen es zu so genannten Zweitinfektionen kam, sodass sie beispielsweise unter Augenentzündungen oder Erkältungen gelitten haben. Das Gefieder eines erkrankten Vogels ist rund um die Kloake mit Kot verschmiert, der Vogel plustert sein Gefieder am gesamten Körper auf und mag nicht mehr fliegen. Er nimmt kaum noch Nahrung zu sich und schläft sehr viel.

Aufgrund der extremen Schwächung und des schnellen Verlaufs der Krankheit können infizierte Wildvögel kaum große Distanzen zurücklegen. Sie sterben meist ganz in der Nähe des Ortes, an dem sie sich angesteckt haben innerhalb von zwei bis drei Tagen. Anders ist dies nur bei Nutztieren, die vom Menschen über weite Strecken transportiert werden. Aus eigener Kraft würde ein kranker Vogel normalerweise nicht so weit kommen, wie es durch die Tiertransporte möglich ist.

Insgesamt ist das Infektionsrisiko für Menschen derzeit gering und es beschränkt sich auf Personen, die sehr engen, direkten Kontakt mit an Geflügelgrippe erkrankten oder verstorbenen Tieren oder deren Ausscheidungen haben. Im Ansteckungsfall kommt es normalerweise zu Bindehautentzündung und/oder grippeähnlichen Symptomen, die behandelbar sind. Der Großteil der bisher infizierten Menschen ist nicht an der Erkrankung gestorben. In seltenen Ausnahmefällen können auch schwere Lungenentzündungen mit Todesfolge auftreten. Die Gefahr für den Menschen wird in den Medien oft übertrieben dargestellt!

Als Vergleich: In der Zeit von 1997 bis Ende 2004 wurde weltweit bei 65 Menschen als Todesursache Vogel-Influenza-Viren nachgewiesen (Quelle: www.rki.de). Im Gegensatz dazu starben alleine nur in Österreich im Jahre 1999/2000 4.200 Menschen durch eine Infektion mit Influenza-B-Viren und 1998/99 6100 Menschen durch Influenza-A-Viren. Influenza A und Influenza B sind die Auslöser der "normalen Menschengrippe" (Quelle: Ärztewoche).

Achtung: In manchen Medien wird die Vogelgrippe auch mit dem Begriff "Geflügelpest" umschrieben. Diese Bezeichnung kann irreführend sein, denn es gibt zwei Arten der Geflügelpest:

  • Aviäre Influenza ( = Geflügel- oder Vogelgrippe), wird abgekürzt auch HPAI (Highly Pathogenic Avian Influenza) genannt
  • Newcastle-Krankheit bzw. Newcastle Disease ( = atypische Geflügelpest)

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