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Krankheiten des Verdauungstraktes

Vögel besitzen einen wesentlich intensiveren Stoffwechsel als beispielsweise Säugetiere. Deswegen sind sie gezwungen, eine weitaus größere Menge an Futter im Vergleich zum Körpergewicht aufzunehmen als Säuger. Aus diesem Grunde sind Verdauungsstörungen oder Nahrungsentzug für einen Vogel schon nach kürzester Zeit lebensbedrohend.

Schnabelveränderungen
Die Ursache für Veränderungen in der Struktur des Schnabels ist meist eine Unterversorgung mit den Vitaminen A, C, Folsäure und dem Mineralstoff Kalzium. Der Schnabel wird infolgedessen weich und biegsam. Bis gesundes Schnabelhorn nachgewachsen ist, müssen betroffene Vögel mit püriertem Futter ernährt und gegebenenfalls zwangsernährt werden.

Deformierter Schnabel einer Blaumeise    Deformierter Schnabel einer Blaumeise
Diese Blaumeise litt an einer extremen Schnabeldeformation. Fotos © TA Uwe Mengs

Schnabelverletzungen
Nebelkrähe mit verletztem Schnabel Schnabelverletzungen wie Risse, Spaltungen oder teilweises beziehungsweise komplettes Abbrechen vom Ober- oder Unterschnabel sind meist durch Unfälle (der Vogel ist beispielsweise irgendwo hängen geblieben oder gegen eine Fensterscheibe geprallt) bedingt. Hierbei bricht das Schnabelhorn kranker oder mangelernährter Vögel besonders leicht. Bis gesundes Schnabelhorn nachgewachsen ist, müssen die Vögel mit püriertem Futter ernährt und gegebenenfalls zwangsernährt werden. (Foto rechts: Verletzte Nebelkrähe © Sigrid Breineder)

Das Nachwachsen gesunden Schnabelhorns ist unwahrscheinlich, sofern die Wachstumszone an der Schnabelbasis verletzt ist. Es existiert die Möglichkeit, den Schnabel zu rekonstruieren. Eine solche Rekonstruktion erfolgt entweder durch das Anbringen einer Prothese oder durch das Ankleben des abgebrochenen Stückes. Dies gelingt jedoch nicht in allen Fällen und bedarf der Hilfe eines fachkundigen Tierarztes.

Ente mit Schnabelverletzung
Foto: Stockente mit gespaltenem Oberschnabel, © Iris Gurn

Idee zum Prothesenbau

Die Zahntechnikerin Sylvia hat einen Versuch unternommen, eine Schnabelprothese für einen Rabenvogel zu bauen. Das Foto unten links zeigt den Schnabel ohne Prothese, rechts ist die montierte Prothese zu sehen. Das Material, aus dem sie die Prothese gefertigt hat, heißt "Pattern Resin". Es lässt sich mit einem Pinsel leicht auftragen, indem man ihn in Flüssigkeit und dann in das Materialpulver taucht, um die Mischung anschließend aufzutragen. Von Vorteil ist, dass das Material an der Luft schnell hart wird.

Henry ohne Prothese    Henry mit Prothese
Fotos © Sylvia

Eine Alternative wäre der für die Füllung von Zähnen verwendete Kunststoff, der lichthärtend ist. Das Aufbringen der Prothese ist damit allerdings laut Aussage der Zahntechnikerin schwierig. Um diesen Kunststoff am Schnabelstumpf befestigen zu können, muss dieser aufgeraut werden. Aber die Hornschicht an sich ist relativ dünn, weshalb sie sich nur sehr schlecht anrauen lässt - die Prothese kann nicht richtig haften.

Sylvia sagt über die von ihr gefertigte Prothese, dass sie sie idealerweise auch gern von unten, also von der Schnabelinnenseite, befestigt hätte. Dies war jedoch nicht möglich, da aufgrund der recht großen Schnabelverletzung und des kleinen Stumpfes an dieser Stelle durchblutetes Gewebe (Fleisch) war und kein Horn, an dem sie die Prothese hätte befestigen können.

Die gezeigte prothetische Versorgung hielt nur einige Wochen. Vögel üben mit ihren Schnäbeln einen ungeheuren Druck aus und manche Tiere, so auch der oben abgebildete Henry, stochern mit ihren Schnäbeln überall herum. Ist die Prothese zu groß und die Kontaktfläche, an der sie fixiert ist, zu klein, wirken enorme Hebelkräfte, die die Prothese nach einiger Zeit abreißen lassen.

Sollte jemand Ideen zum Prothesenbau für verletzte Schnäbel oder Vorschläge haben, so nehmen Sylvia und das Wildvogelhilfe-Team diese gern entgegen. Eventuell könnte jemand Erfahrungen in Bezug auf Material zur Herstellung künstlicher Fingernägel beisteuern? Dieser Ansatz könnte recht viel versprechend sein.

Kropfentzündung
Auslöser für eine Kropfentzündung können Bakterien, Pilze oder Parasiten sein; in seltenen Fällen können auch in den Kropf gelangte Fremdkörper für eine Entzündung verantwortlich sein. Anzeichen für eine Kropfentzündung sind Würgen und Erbrechen zähen Schleims. Das Kopfgefieder ist mit teils eitrigem Kropfschleim verklebt. Durch Schleuderbewegungen mit dem Kopf versucht der Vogel, den Schleim loszuwerden, der sich in seinem Kropf angesammelt hat. In den meisten Fällen leidet der Vogel zusätzlich an Durchfall, wirkt apathisch und plustert sein Gefieder auf.

Eine Kropfentzündung ist lebensgefährlich! Der Vogel benötigt dringend Wärme und Ruhe. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird der Tierarzt einen Kropfabstrich entnehmen und danach entscheiden, welches Medikament er einsetzen wird - dies könnte ein Antibiotikum (Präparat gegen Bakterien), ein Antiparasitenmittel oder ein Antimykotikum (Mittel gegen Pilze) sein.

Gute Erfahrungen haben wir mit der zusätzlichen Verabreichung von Vertinal gemacht, das mit Handaufzuchtfutter oder gemahlenem Futter zu einem Brei verrührt wird. Der Brei wird direkt in den Schnabel gegeben.

Gelber Knopf (Trichomoniasis)
Dies ist die medizinische Bezeichnung für eine Infektion des Kropfes mit Geißeltierchen, den so genannten Trichomonaden. Diese Erkrankung tritt hauptsächlich bei Tauben in Erscheinung, allerdings können Trichomonaden auch bei anderen Vogelarten auftreten.

Die Trichomonaden leben im Rachen und im Kropf des befallenen Tieres. Durch ständige Reizung entstehen dicke, graue, schmierige Beläge am Zungengrund, die bis in die Luftröhre, Speiseröhre und den Kropf reichen und Atemnot verursachen können. Erkrankte Vögel haben Schluckbeschwerden, sträuben ihr Gefieder und magern ab beziehungsweise verhungern. Zur Diagnose wird der Kropf gespült und die Flüssigkeit sofort mikroskopisch betrachtet. Zur Behandlung eignet sich beispielsweise das Medikament Spartrix.

Störungen der Darmflora
Die Gesamtheit der nützlichen Darmbakterien nennt man Darmflora. Schädigungen der Darmflora können auf verschiedenen Ursachen beruhen:

  • Der gelegentlich notwendige Einsatz von Antibiotika kann die Darmflora schädigen, da diese Medikamente Bakterien abtöten, ohne zwischen nützlichen und für den Vogelkörper schädlichen zu unterscheiden. Somit kann die Darmflora teilweise oder ganz zerstört werden. Aufgrund dessen können sich schwere Verdauungsstörungen mit starken Durchfällen einstellen.

    Bis sich wieder eine abwehrstarke Darmflora gebildet hat, ist der Vogel empfänglich für allerlei Krankheitserreger. Bei Mauerseglern, Wasser- und Greifvögeln können Antibiotikagaben aufgrund einer Zerstörung der Darmflora sehr leicht zu Pilzinfektionen führen. Diesen Vogelarten sollte deshalb zusätzlich ein Antimykotikum verabreicht werden, z.B. Nizoral Suspension, falls eine Therapie mit einem Antibiotikum aus tiermedizinischen Gründen erforderlich ist.

  • Unhygienische Haltungsbedingungen (verschmutztes Wasser und Futter) führen zur verstärkten Aufnahme krank machender Bakterien, die die Darmflora überwuchern und verdrängen.

  • Aggressive Bakterien wie beispielsweise Salmonellen verursachen schon in geringsten Mengen schwere Darmentzündungen.

Veränderungen der Darmflora sind für Vögel lebensbedrohlich! Der Körper benötigt zu lange, um das natürliche Gleichgewicht an nützlichen Bakterien wiederherzustellen. Die betroffenen Tiere können an Durchfällen, Vitaminmangel, Austrocknung und Einbrüchen von Krankheitserregern in die Blutbahn sterben.

Zum Wiederaufbau der geschädigten Darmflora ist es empfehlenswert, dem Vogel an drei aufeinander folgenden Tagen Bird bene bac direkt in den Schnabel zu geben, da dieses probiotische Präparat die Darmflora wieder ins natürliche Gleichgewicht bringt. Ebenfalls hilfreich ist die Verabreichung von Vertinal.

Durchfall
Das Symptom Durchfall kann verschiedenste Ursachen haben, darunter beispielsweise Darmentzündungen, Lebererkrankungen oder Stresssituationen. Eine flüssige Ausscheidung bedeutet aber nicht bei jedem Vogel Durchfall. Vögel scheiden Kot und Urin gleichzeitig aus. Bei Körnerfressern ist der Kot normalerweise von dickbreiiger bis fester Konsistenz, die Farbe hängt von der aufgenommenen Nahrung ab. Sie kann dunkelgrün (meist der so genannte Hungerkot am Morgen), braun oder schwärzlich sein. Auf dem Kothäufchen sitzt meist ein Klecks aus weißem, festerem Harn. Die Ausscheidungen von Weichfressern sind weich bis dünnflüssig, wobei der Kot- und der Harnanteil aber deutlich unterscheidbar sind. Durchfall liegt vor, wenn der dunklere Kotanteil flüssig ist. Aber nicht jeder dünne Kot ist krankhaft! Stress und Aufregung beispielsweise können den Kot kurzzeitig verändern!

Ansonsten können hinter einem vermeintlichen Durchfall eine Reihe anderer Erkrankungen stecken, wie beispielsweise Nierenerkrankungen. Schwimmt der sonst eher feste Urin um den geformten Kot herum, so handelt es sich nicht um eine Darminfektion, sondern eher um eine Nierenerkrankung.

Echter Durchfall ist eine große Bedrohung für Vögel, da sie aufgrund des hohen Flüssigkeitsverlustes rasch austrocknen. Das Blut verdickt sich und dadurch versagt der Kreislauf bereits kurze Zeit nach dem Auftreten der ersten Durchfälle. Als erste Hilfe bei Durchfällen verabreicht man Elektrolytlösung oder Amynin. Hat man diese Präparate nicht im Haus, so kann man sich kurzfristig mit zehnprozentiger Traubenzuckerlösung und Mineralwasser ohne Kohlensäure zum Ausgleich des Mineralhaushaltes behelfen. Des Weiteren sollte dem Tier Wärme zugeführt werden und man muss es zwangsernähren.

Auf jeden Fall sollten aber die Ursachen für den Durchfall so schnell wie möglich durch einen Tierarzt abgeklärt werden!

Darmentzündung
Darmentzündungen werden durch verdorbenes Futter, einseitige Fütterung, Vergiftungen (beispielsweise durch giftige Pflanzen), bakterielle Infektionen (z. B. durch Salmonellen), Viren (z. B. Paramyxoviren) oder Darmparasiten (z. B. Würmer und Kokzidien) ausgelöst.

Das Hauptsymptom all der oben genannten Ursachen ist Durchfall. Das Tier sitzt mit gesträubtem Gefieder da, schläft viel und seine Kloake ist mit Kot verschmiert. Der Bauch ist in vielen Fällen prall und die darüber befindliche Haut gerötet. Innerhalb von zwei bis drei Tagen magern betroffene Vögel lebensbedrohlich ab. Bis die Ursache des Durchfalls durch eine Kotuntersuchung abgeklärt ist, verfahren Sie bitte wie im obigen Punkt beschrieben. Auch eine Antibiotikagabe kann sinnvoll sein, um Sekundärinfektionen zu vermeiden.

Kloakenverschluss
Eingetrocknete Kotmassen können den Kloakenverschluss verursachen. Dies ist oft bei chronischen Durchfällen und Nierenkrankheiten der Fall. Kot und Urin trocknen zu festen Klumpen ein und stauen sich bis zurück in den Darm auf. Als Folge können Enddarm und Harnleiter reißen. Der Vogel sitzt gekrümmt, was auf Bauchschmerzen schließen lässt. Die Tiere sterben meist an Kreislaufversagen. Die Verklebungen müssen mit lauwarmem Wasser aufgeweicht und entfernt werden. Hilfreich kann es auch sein, den Darm sanft und vorsichtig mit lauwarmem Olivenöl zu massieren. Die vermehrte Gabe von Flüssigkeit oder Elektrolyten kann ebenso sinnvoll sein.

Pilzinfektionen (Candidiasis)
Als Folge einer Behandlung mit Antibiotika oder aufgrund einer starken Störung der natürlichen Darmflora können sich im Verdauungssystem der Vögel Pilze nahezu ungehindert ausbreiten. In den meisten Fällen handelt es sich bei diesen Schmarotzern um Hefepilze, also Candida ssp. Diese Pilze besiedeln vornehmlich den Darm, den Kropf sowie den Rachen der erkrankten Vögel. Tierärzte sprechen hierbei ganz allgemein von einer Candidiasis.

In gesunden Vogelkörpern sind stets einige Pilze und deren Sporen vorhanden. Sie werden jedoch im Normalfall von den im Körper ebenfalls beheimateten, gutartigen Bakterien im Zaum gehalten. Durch eine allgemeine Schwäche des Immunsystems - zum Beispiel durch Mangelernährung oder lang andauernden Stress - sowie durch die Gabe von Antibiotika sterben diese gutartigen Bakterien ebenso wie die vornehmlich anvisierten, krank machenden Bakterien ab. Die Pilze können sich deshalb ungehindert im Körper des Vogels vermehren und ausbreiten. Sie besiedeln dabei bevorzugt die empfindlichen Schleimhäute, da dort für Pilze angenehme, feucht-warme Bedingungen herrschen.

Liegt die Hauptbesiedlung mit Hefepilzen im Rachenraum, spricht man von einem so genannten Soor, wie er beispielsweise auch häufig bei Säuglingen und Kleinkindern auftritt. Ist überwiegend die Darmschleimhaut vom Pilz befallen, handelt es sich um einen Darmpilz, der seit einiger Zeit beim Menschen verstärkt auftritt (siehe Candida.de). Die meisten Vögel leiden jedoch unter der dritten Form der Besiedlung durch Pilze, bei der das hauptsächliche Verbreitungsgebiet der kleinen Schmarotzer der Kropf ist.

Ein Befall des Vogelkörpers mit Pilzen sollte auf alle Fälle behandelt werden, da Hefen dem Organismus großen Schaden zufügen können. Mit ihren Wurzelfäden perforieren die Pilze die dünne, empfindliche Schleimhaut, auf der sie siedeln, um an Nährstoffe zu gelangen. Diese beziehen sie direkt aus dem Blut ihres Wirtstieres. Die von den Pilzen ausgeschiedenen, teils giftigen Stoffwechselprodukte - Mykotoxine genannt - gelangen über die Wurzelfäden in die Blutbahn des erkrankten Vogels. Darm- und Kropfpilze führen daher nicht nur zu Verdauungsstörungen wie Durchfällen und Erbrechen. Ferner kann es aufgrund der Mykotoxine (Pilzgifte) zu irreparablen Schäden an der Leber kommen.

Zur Behandlung von Pilzinfektionen verwendet man Präparate, die den Wirkstoff Nystatin enthalten. Ihr Tierarzt muss einen erkrankten Vogel genau untersuchen, um ein Medikament mit einer angemessen hohen Dosierung des genannten Wirkstoffs auswählen zu können. Während der Therapie sollte dem Vogel kein Zucker (enthalten beispielsweise in manchen Vitamintropfen) gereicht werden, da sich Hefepilze von Zucker ernähren. Die Behandlung mit einem Nystatinpräparat muss stets durch eine zuckerfreie Diät ergänzt werden, um die Pilze quasi auszuhungern. Den in Obst enthaltenen Fruchtzucker kann der Pilz nur schwer in seine Bestandteile aufspalten, weshalb Früchte auch während einer Anti-Pilzdiät verfüttert werden können.

Niereninfektionen (Nephritis)
Die meisten Niereninfektionen bei Vögeln bleiben unerkannt, da die durch sie verursachten Beschwerden von vielen Vogelpflegern als Durchfall interpretiert werden. Setzt ein Vogel sehr flüssige Kotballen ab und macht er dazu noch einen kränklichen Gesamteindruck, leidet er mit hoher Wahrscheinlichkeit an einer Niereninfektion.

Zusammen mit dem Kot setzen Wildvögel auch ihren Urin ab. Bei den meisten Vogelarten ist der Urin von cremiger Konsistenz und weißlich gefärbt. Erhält der Vogel ein Multivitamin-Präparat in hoher Dosis, kann der Urin auch gelblich bis orange gefärbt sein. Rund um die Urinausscheidungen befindet sich der dunkle Kotanteil. Unter normalen Umständen ist beides fest (außer bei Weichfressern), geruchsneutral und trocknet innerhalb kurzer Zeit ein.

Trinkt ein Vogel besonders viel oder hat er größere Mengen Frischkost beziehungsweise feuchtes Breifutter gefressen, so ist es wie bei uns Menschen: die Urinmenge steigt. Mehr Urin im Kotbällchen bedeutet mehr Flüssigkeit, die ausgeschieden wurde. Das Häufchen erscheint daher insgesamt zu nass und man könnte leicht auf den Gedanken kommen, der Vogel habe ein Problem mit den Nieren. Eine echte Niereninfektion liegt jedoch nur dann vor, wenn das Tier über längere Zeit, also mehrere Stunden, zu nasse Kotballen absetzt und darüber hinaus insgesamt matt wirkt.

In besonders schlimmen Fällen tropft der Urin regelrecht aus dem Vogel heraus und es wird mit dem Urinanteil keinerlei Kot ausgeschieden. Sollten Sie dies beobachten, muss der Vogel umgehend vom Tierarzt untersucht werden.

Aufgrund der vermehrten Urinausscheidung verklebt das Gefieder rund um die Kloake, ist ständig feucht und verfärbt sich. Bei einer über längere Zeit andauernden Infektion mit starkem "Pinkelreiz" kommt es zudem zu einer unangenehmen Geruchsentwicklung.

Eine Nierenentzündung, der medizinische Fachbegriff dafür lautet Nephritis, kann viele Ursachen haben. Die häufigste Ursache sind Fehler und Mängel in der Ernährung des Vogels. Zu viel Fett und Eiweiß, aber auch zu viel Salz führen bei Vögeln zu Niereninfektionen. Eine weitere mögliche Ursache ist eine Störung in der Trinkwasseraufnahme. Trinkt ein Vogel zu wenig, werden die Nieren nicht ausreichend durchgespült, was bei Tieren mit einem angeschlagenen Immunsystem rasch zu starken Infektionen führen kann. Auch Gifte führen zu Niereninfektionen. Darüber hinaus kann eine Verabreichung bestimmter Medikamente über eine längere Zeit bei Vögeln zu Nierenschäden führen.

Niereninfektionen sind meist ernste Erkrankungen, bei denen in vielen Fällen nur wenig Chancen auf Heilung bestehen. Deshalb ist es wichtig, sie so früh wie möglich zu erkennen und rasch mit einem wirkungsvollen Antibiotikum zu behandeln.

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