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Verletzungen durch Säugetiere
Findet man einen verletzten Vogel, der Kratz- und Bisswunden aufweist, so wurde er sehr wahrscheinlich von einer Katze angegriffen. Der Speichel von Katzen, aber auch der anderer Säugetiere, enthält aggressive Bakterien, die zu einer tödlichen Infektion führen können, wenn sie in die Blutbahn eines Vogels gelangen. Ein kleiner, mit dem bloßen Auge kaum sichtbarer Kratzer in der Haut des Opfers kann genügen, um eine solche Infektion herbeizuführen. Deshalb kann es angezeigt sein, Vögel, die von Säugetieren gebissen/gekratzt wurden, umgehend mit einem Medikament zu behandeln, das die gegebenenfalls tödlich verlaufende Infektion stoppt. Wirksam gegen die Pasteurellen-Infektion ist beispielsweise das Antibiotikum Baytril aufgrund des darin enthaltenen Wirkstoffs Enrofloxacin. Werden Vögel von Säugetieren angegriffen, entstehen dabei typische Verletzungen:
Im Folgenden werden die Symptome und Behandlungsmöglichkeiten der einzelnen, häufig auftretenden Verletzungsarten kurz beschrieben. Ein vogelkundiger Tierarzt kann in den meisten Fällen durch eine möglichst rasche Behandlung helfen.
Luftsackrisse
Die Folge sind für den betroffenen Vogel Atemprobleme sowie in den meisten Fällen Schwellungen der verletzten Luftsäcke. Sie blähen sich stark auf, denn durch die Wunde oder den Riss gelangt Luft von außen in ihr Inneres. Ein Tierarzt kann hier auf unterschiedliche Weise helfen, wobei er den erkrankten Vogel unter Umständen in eine Narkose legen muss. Wichtig ist, dass der Patient einige Tage Zeit zur Genesung in einer sicheren Umgebung erhält, in der er nicht fliegen kann. Beim Flug beschleunigt sich die Atmung und der Körper verbraucht mehr Sauerstoff. Dadurch müssen die Luftsäcke verstärkt arbeiten, was die Regeneration der verletzten Organe stören würde. Deshalb empfiehlt sich die vorübergehende Unterbringung in einer kleinen Box. Weitere Fotos von Luftsackrissen finden Sie hier.
Tiefe Kratzwunden
Sind Sehnen oder Bänder durchtrennt worden, ist eine Heilung vor allem bei kleinen Singvögeln praktisch ausgeschlossen. Eine körperliche Behinderung, die für den Rest des Lebens besteht, ist dadurch die Folge, denn die betroffene Extremität (Bein oder Flügel) ist nicht mehr voll beweglich. Große Vögel können von versierten Tierärzten in manchen Fällen operiert werden, so dass sie später das betroffene Bein oder den verletzten Flügel wieder weitestgehend normal bewegen können.
Verletzungen der Wirbelsäule
für Vögel ist eine Lähmung der unteren Wirbelsäule katastrophal, selbst wenn sie ihre Flügel und Beine noch bewegen können. Durch die Lähmung sind sie nicht mehr dazu in der Lage, Brems- und Steuermanöver mit dem Schwanz auszuführen. Vögel wie Spechte, die sich beim Klettern mit dem Schwanz abstützen, können sich nicht mehr an einem Baum halten. Es handelt sich demnach um eine Behinderung, die ein Überleben in freier Natur unmöglich macht.
Großflächig ausgerissene Federn
Vögel, die solche Verletzungen aufweisen, benötigen eine sorgfältige Wundpflege. Der behandelnde Tierarzt muss in jedem Fall individuell entscheiden, ob das Anlegen einer Bandage zum Schutz der Wunde sinnvoll ist oder nicht. Eine antibiotische Therapie ist - allein schon aufgrund der weiter oben erwähnten Gefahr einer Pasteurellen-Infektion - in den meisten Fällen unerlässlich.
Knochenbrüche
Augenverletzungen
Zum Verlust des betroffenen Auges und damit der Sehfähigkeit führt eine Verletzung des Glaskörpers, wenn beispielsweise eine Kralle oder ein langer, spitzer Zahn diesen ansticht. Die Flüssigkeit, die im Auge enthalten ist, läuft aus, wodurch das Sehorgan rasch austrocknet. Um den Vogel vor einer tödlichen Infektion der Augenhöhle zu schützen, muss das verletzte und ausgelaufene Auge meist operativ entfernt werden. Einäugige Vögel können in der Natur durchaus überleben, allerdings ist ihre Lebenserwartung durch dieses Handicap deutlich verringert. Weitere Informationen über Erkrankungen der Augen finden Sie im gleichnamigen Kapitel.
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