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Erkrankungen durch Fehl-
und Mangelernährung
Vögel reagieren ausgesprochen empfindlich auf
eine
falsche oder in Bezug auf die Menge nicht ausreichende
Ernährung.
Finden Altvögel nicht genügend Nahrung in der Natur,
weil sie
zum Beispiel verletzt sind, magern sie rasch ab und erleiden unter
Umständen einen Vitamin- oder Nährstoffmangel.
Jungvögel, die sich noch im Wachstum befinden, sind noch
empfindlicher. Wird ihr Körper nicht exakt mit den
Nährstoffen versorgt, die er für ein gesundes
Heranwachsen
benötigt, kommt es rasch zu Mangelsituationen mit teils
schweren
gesundheitlichen Folgen. Diese können in ungünstigen
Fällen zu lebenslangen Handicaps und im schlimmsten Fall zum
Tode führen.

Krampfende Rabenkrähe, Mangelernährung kann zu
solchen Krämpfen führen;
Foto © Sylvia Urbaniak
Vitaminmangel
Mangel an Vitamin A kann zu fehlender Widerstandskraft
gegen Infektionen führen. Hieraus resultieren beispielsweise
Erkrankungen der Atemwege
und der Nieren.
Des Weiteren kann es zu
Knochenwachstumsstörungen, Problemen bei den
Bewegungsabläufen, Gleichgewichtsstörungen,
Gefiederstörungen,
Gicht und Augenerkrankungen
kommen. Besonders Vögel, die zu einseitig fast
ausschließlich mit Getreidesamen
gefüttert werden, leiden unter Vitamin-A-Mangel. Hierunter ist
zu verstehen, dass beispielsweise lediglich Hafer oder Weizen gereicht
wird. Selbst die Körnerfresser unter den Vögeln
würden bei einer zu einseitigen Getreidekost über
kurz oder lang Vitaminmangelerscheinungen zeigen. Deshalb sind immer
hochwertige Futtermischungen zu verwenden, siehe auch unser Kapitel
über Futtermittel für
Jungvögel.
Durch das
Fehlen direkter Sonnenstrahlung kann ein Mangel an Vitamin D3
entstehen. Hierdurch wird
der Kalzium-Phosphor-Haushalt gestört und es kann zu einer
unzureichenden Verkalkung der
Knochen kommen. Infolgedessen können sich die Knochen
verbiegen (Rachitis)
und
es können unter anderem Lähmungserscheinungen
auftreten. Von
einer Rachitis sind häufig die Beine junger Vögel
betroffen.
Die Tiere entwickeln eine Fehlstellung, bei der ein Fuß oder
beide Füße nach innen zeigt/zeigen. Dies geschieht, weil
das
Körpergewicht zu groß ist, um von den weichen
Knochen
getragen zu werden. Im späteren Verlauf der Erkrankung
können
auch andere Knochen sowie der Schnabel und die Krallen aufweichen. Das
Foto in diesem Absatz zeigt die Beine eines jungen Turmfalken mit nach
innen gedrehtem rachitischem Fuß. Foto © Sylvia
Urbaniak
Ein Mangel an Vitamin E kann zu zentralnervösen
Störungen, Bewegungsstörungen und Augenerkrankungen
führen.
Ein Mangel an Vitamin B kann beispielsweise zu
Bewegungsstörungen, Krämpfen,
Lähmungen, Wachstumsverzögerungen, gedrehten Zehen
und geschwollenen Füßen führen. Nach der Gabe von Antibiotika oder
Sulfonamiden ist es in den meisten Fällen
erforderlich, Vitamine B zu verabreichen! Ein
gesunder Vogel ist dazu in der Lage,
Vitamin B mit Hilfe von Darmbakterien in geringen Mengen selbst
herzustellen. Ein Vitamin-B-Mangel tritt daher meist infolge von
Darmerkrankungen
aller Art in Erscheinung, die antibiotisch behandelt worden sind,
wodurch die gesunde Darmflora Schaden genommen hat.
Sandmangel
Körnerfresser benötigen Sand oder Gritsteinchen, um
den
Muskelmagen bei der Zerkleinerung der Körnernahrung zu
unterstützen. Eine Unterversorgung mit
diesen Partikeln führt zu
Verdauungsstörungen, die mit der Zeit zu Mangelerscheinungen
führen, da der zu grobe Nahrungsbrei vom Körper nicht
normal verwertet werden kann.
Eiweißmangel
Eiweiß ist nicht gleich Eiweiß! Die
Proteinzusammensetzung
von Insekten ist völlig anders als die von
Säugetierfleisch. Daher
kann der Proteinbedarf bei der Jungvogelaufzucht beispielsweise nicht
durch die Gabe von Rindfleisch oder gar Katzenfutter gedeckt werden.
Auch Körnerfresser
benötigen während der Aufzucht
ihres Nachwuchses tierisches Eiweiß in Form von
Futtertieren beziehungsweise
Insekten! Fehlt dieses Eiweiß während der
Wachstumsphase, so
kann es unter anderem zu Veränderungen der Knochenstruktur
kommen
- hierdurch entstehen beispielsweise spontane Brüche.
Genereller Nährstoffmangel
Erhalten
Vögel über einen längeren Zeitraum nicht
genügend
Nährstoffe, schwächt dies ihr Immunsystem.
Außerdem
kann es zu Mauserproblemen kommen, weil dem Körper nicht die
benötigten Substanzen zum Aufbau eines intakten Federkleides
zur
Verfügung stehen. Die Folge können verfärbte
oder
brüchige, aber auch deformierte Federn sein. Weitere
Informationen
dazu finden Sie im Kapitel über Krankheiten des Gefieders. Das
Foto rechts zeigt eine Gefiederverfärbung bei einem wild
lebenden Amselmännchen; © Gaby
Schulemann-Maier
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