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Innere Parasiten Im Inneren des Körpers eines Vogels können sich an verschiedenen Stellen Parasiten einnisten. Sie befallen meist entweder die Atmungsorgane wie die Luftröhre oder die Luftsäcke. Aber auch das Verdauungssystem kann von verschiedenen inneren Parasiten, sogenannten Endoparasiten, befallen werden. Einige sind vor allem im Kropf zu finden, andere eher im Darm. Im Folgenden werden die häufigsten inneren Parasiten beschrieben.
Luftröhrenwürmer
Dieses "Niesen" oder "Aufstoßen" muss nicht zwangsläufig ein Anzeichen für einen Befall mit Luftröhrenwürmern sein! Es kann zum Beispiel auch nach einer Futterumstellung vorübergehend auftreten. Bitte beobachten Sie den Vogel erst ein bis zwei Tage, denn oft verschwinden diese Symptome von selbst wieder. Generell ist jedoch angeraten, den Verdacht auf einen Befall mit Luftröhrenwürmern durch einen fachkundigen Tierarzt abklären zu lassen. Um die Würmer nachzuweisen, untersuchen die meisten Tierärzte den Kot der Vögel, denn darin befinden sich oft Eier der Luftröhrenwürmer. Allerdings sind diese nicht immer im Kot nachzuweisen. Sicherheitshalber sollte zusätzlich ein Rachenabstrich entnommen werden, aus der Kombination der Untersuchung beider Proben lassen sich die Würmer oft zweifelsfrei nachweisen. Sind Würmer nachgewiesen worden, legt der Arzt die Therapie händigt Ihnen das Präparat aus, welches zur Entwurmung erforderlich ist. Gut gegen einen Befall mit Luftröhrenwürmern wirksame Wirkstoffe sind zum Beispiel Tiabendazol und Febendazol. Achtung: Infolge einer Entwurmung kommt es bei vielen Vögeln zunächst zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes und zu einer zusätzlich erschwerten Atmung. Der Grund dafür ist, dass die Würmer absterben und von den Vögeln abgehustet werden müssen. In seltenen Fällen ergeben sich so schwere Komplikationen, dass der Erstickungstod droht, wenn nicht rasch eingegriffen wird. Spezialisierte Ärzte können dann per Endoskopie abgestorbene Würmer entfernen, wenn diese die Luftröhre der Vögel verstopfen. Dies kommt jedoch wie bereits erwähnt selten vor.
Luftsackmilben
Achtung: Ivermectin wird nicht vertragen von Grünfinken, Stieglitzen und Buchfinken sowie vielen anderen Vogelarten, darunter insbesondere Finkenarten! Bitte weisen sie Ihren Tierarzt unbedingt auf diese Tatsache hin, denn sie ist bedauerlicherweise nicht allen Ärzten bekannt!
Darmwurmbefall
Zu den bei Vögeln vergleichsweise häufig vorkommenden Würmern, die im Darm leben, gehören die Spulwürmer (Ascaris spp.). Diese Parasiten können je nach Art bis zu 35 Millimeter lang werden. Weitere Darmparasiten, die bei Vögeln beobachtet werden, sind Hakenwürmer (Ancylostomatidae). Weibliche Hakenwürmer werden bis zu einem Zentimeter lang, die Männchen sind ein wenig kürzer. Auch Bandwürmer (Cestoda) können sich im Darm von Vögeln ansiedeln und dort zu schweren Verdauungsproblemen führen. Das Foto unter diesen Zeilen zeigt den Kot einer Ringeltaube, in deren Darm sich ein Bandwurm eingenistet hatte. Einige Gliedmaßen des Bandwurms hatten sich gelöst und wurden mit dem Kot ausgeschieden.
Typische Anzeichen für eine Infektion mit Spulwürmern sind Durchfälle, bei einem Befall mit Hakenwürmern können diese blutig sein. Auch kann es Probleme beim Absetzen des Kotes geben, wenn zu viele Würmer den Darm blockieren; sie können sogar zu einem Darmverschluss führen. Einen Befall mit Bandwürmern erkennt man daran, dass der Vogel trotz ausreichender Nahrungsaufnahme nicht zunimmt, sondern eher immer mehr an Gewicht verliert. Darmwürmer nachzuweisen, ist in aller Regel nicht sonderlich kompliziert. Hierfür wird eine Kotprobe von einem Tierarzt unter dem Mikroskop untersucht. Meist sind in der Probe Eier der Würmer zu finden. Wirksame Mittel gegen Wurmbefall kann Ihnen Ihr Tierarzt empfehlen. Eine Nachbehandlung mit homöopathischen Mitteln bei starkem Wurmbefall kann mit den homöopathischen Präparaten Nux vomica D6 und Mercuris solubilis D12 über das Trinkwasser erfolgen.
Kokzidien (Kokzidiose)
Grundsätzlich können alle Vögel an Kokzidiose erkranken. Besonders anfällig sind aber Amseln, Grünfinken, Girlitze, Zeisige, Stieglitze, Hänflinge und Wasservögel. Sie sollten sich von Ihrem Tierarzt beraten lassen, welches Medikament sinnvollerweise eingesetzt werden sollte, falls ein Befall mit Kokzidien vorliegt.
Trichomonaden (Trichomoniasis oder Gelber Knopf)
Die Trichomonaden sind sehr klein (wenige Mikrometer) und sie leben im Rachen und im Kropf erkrankter Vögel. Durch ständige Reizung entstehen dicke, graue, schmierige Beläge am Zungengrund, die bis in die Luftröhre, Speiseröhre und den Kropf reichen und Atemnot verursachen können. Betroffene Vögel haben Schluckbeschwerden, sträuben ihr Gefieder und magern ab beziehungsweise verhungern. Niesen und "Husten" sowie Erbrechen können ebenfalls Symptome eines Trichomonadenbefalls sein. Außerdem riechen manche erkrankten Vögel aus dem Schnabel fischig. Zur Diagnose wird ein Abstrich aus dem Rachen oder Kropf entnommen und vom Tierarzt mit dem Mikroskop betrachtet, er kann die Trichomonaden dann direkt sehen. Für die Behandlung eignet sich zum Beispiel das Medikament Spartrix, aber auch Metronidazol kommt oft zum Einsatz.
Entscheidend ist, dass wichtige Hygienemaßnahmen eingehalten werden. Da sich Trichomonaden über das Trinkwasser übertragen, müssen in einer Pflegestation sämtliche Vögel, die mit einem infizierten Tier in Berührung gekommen sind oder die aus demselben Napf getrunken haben, ebenfalls behandelt werden! Außerdem ist es wichtig, die Wasser- und Badenäpfe nach dem Gebrauch mindestens 24, besser 48 Stunden trocknen zu lassen. Dies ist deshalb erforderlich, weil Trichomonaden nur in einer feuchten Umgebung überleben können. In winzigen Ritzen eines Napfes, die noch nicht ausgetrocknet sind, können die Tiere überleben, wenn das Trinkgefäß nur über Nacht nicht neu mit Wasser gefüllt wird. |
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