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Hautparasiten

Räudemilben (Grabmilben)
Der Vogel zeigt weißliche, schorfige, kalkig anmutende Ablagerungen im Gesicht, in den Schnabelwinkeln, an den Ständern (Beinen) oder an der Kloake. Diese krustigen Ablagerungen können sich in besonders schlimmen Fällen über den ganzen Körper erstrecken. Innerhalb der krustigen Ablagerungen sind die Bohrlöcher der Milben deutlich sichtbar. Der Vogel kratzt und scheuert sich, reißt sich Federn aus.

Die mit Milben befallenen Stellen sollten über ein bis zwei Wochen täglich mit Paraffin (dies ist ein flüssiges Wachs) betupft werden. Am besten funktioniert dies, indem man ein Wattestäbchen in dem Öl tränkt und die Stellen damit betupft. Durch das Paraffin werden die Bohrgänge verstopft und die Parasiten verenden aufgrund von Sauerstoffmangel, ohne dass der Vogelorganismus in Mitleidenschaft gezogen wird. Allerdings sterben durch diese Behandlung nur die erwachsenen Milben ab, ihre gegebenenfalls vorhandenen Eier werden nicht abgetötet. Um diese ebenfalls absterben zu lassen, ist eine Therapie mit einem Kontaktgift, siehe unten, erforderlich.

Bei einem Befall mit Räudemilben ist dringend vom Besprühen des Vogels mit in Zoofachgeschäften erhältlichen Milbensprays abzuraten! Wildvögel können sich an den Sprays vergiften und sterben!

Es kommen zwei verschiedene Milbenarten vor: Der lateinische Name der Räudemilbe, die den Schnabel und die Augen befällt, lautet Knemidokoptes plae. Jene Räudemilben, die vor allem die Beine und die Kloake befallen, heißen auf Lateinisch Knemidokoptes mutans; sie werden im Deutschen auch Kalkbeinmilben genannt.

Rote Vogelmilbe
Der lateinische Name der Roten Vogelmilbe lautet Dermanyssus gallinae, die Körpergröße dieser Parasiten liegt zwischen 0,7 und 1,1 Millimeter. Die Milben sind nachtaktive Blutsauger, die sich am Tage in Ritzen und dunklen Nischen - meist finden sie diese im Nistmaterial - aufhalten. Nachts saugen sie Blut und verursachen beim Vogel eine starke Unruhe, er nestelt nervös an seinem Gefieder. Im fortgeschrittenen Stadium magern betroffene Vögel ab und können an Erschöpfung und Blutverlust sterben.

Zur Diagnose legt man ein weißes Papier oder Tuch auf den Käfigboden und klopft das Nistmaterial darüber aus. Die Parasiten kontrastieren nun mit dem Weiß der Unterlage. Bekämpft werden diese Parasiten mit pyrethrumhaltigem Puder. Der Käfig muss mit einem Insektizid besprüht werden. Aber Achtung! Der Vogel muss unbedingt vor dem Besprühen in eine andere Behausung gesetzt werden, damit er die giftigen Dämpfe nicht einatmet. Anschließend sollte die Behausung sollte gründlich mit Wasser abgewaschen werden. Bevor Sie zu pyrethrumhaltigen Mitteln greifen, sollten Sie zunächst eine Behandlung mit Exner Petguard versuchen. Erst wenn diese Behandlung keinen Erfolg bringt, sollte man zu einem Kontaktgift, siehe unten, greifen.

Kontaktgift zur Behandlung von Hautparasiten
Grünfink Gegen Räudemilben sowie Rote Vogelmilben kann auch Kontaktgift zum Einsatz kommen. Der Wirkstoff Ivermectin hat sich als zuverlässiger Helfer im Kampf gegen Hautparasiten erwiesen. Präparate mit diesem Wirkstoff werden auf die Nackenhaut geträufelt, man bezeichnet diese Therapieform als "Spot-on-Methode". Aber Vorsicht! Nicht jede Vogelart verträgt Ivermectin! Beispielsweise darf es nicht bei Grünfinken (siehe Foto rechts), Stieglitzen und Buchfinken sowie einigen anderen Vogelarten angewandt werden! Diese Arten sterben auch an hochgradig verdünnten Dosierungen! Foto rechts © Gaby Schulemann-Maier

 

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