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Hautkrankheiten und
Verletzungen
Genau wie Menschen können auch Vögel
an unterschiedlichen Hautkrankheiten
leiden, obwohl der Großteil ihres Körpers von Federn
bedeckt wird. Besonders typisch sind Hautverletzungen, aber auch
Verbrennungen kommen gelegentlich vor.
Sehr selten treten anderweitige Hautkrankheiten wie Ekzeme auf, die
meist stressbedingt sind
oder durch
Mangel-
bzw. Fehlernährung sowie Parasiten hervorgerufen
werden können.
Auf dieser Seite finden Sie folgende Inhalte:
Verletzungen der Haut und blutende
Wunden
Hat sich ein Vogel eine Verletzung der Haut zugezogen, so muss die
Blutung zunächst
einmal gestillt werden, sofern sie nicht binnen kürzester Zeit
von selbst stoppt. Apotheken und Tierärzte bieten eine Reihe
von Blutstillern an, die hierfür verwendet werden
können. Einen nicht brennenden Blutstiller zu wählen,
ist bei Wildvögeln empfehlenswert. Außerdem kann es
bei einer frischen Wunde helfen, mit einer sterilen Kompresse
für einige Minuten leichten Druck auf sie auszuüben.
Der Druck sorgt in aller Regel dafür, dass die Blutung rasch
zum Erliegen kommt. Allerdings verängstigt es
Wildvögel meist sehr, wenn sie für einige Minuten von
einem Menschen in der Hand gehalten werden. Hierbei ist somit
abzuwägen, ob es dem verletzten Vogel im Einzelfall zugemutet
werden kann, die Blutung durch Druck zu stoppen oder ob lieber ein -
möglicherweise brennender - Blutstiller zum Einsatz kommt.
Jede Wunde muss zudem gesäubert und desinfiziert werden.
Oberflächliche Hautverletzungen heilen für
gewöhnlich rasch und komplikationslos ab. Stark verschmutzte
oder verkrustete Wunden, aber auch größere
Verletzungen sollte ein Tierarzt in Augenschein nehmen. Ältere
Wunden sollten ebenfalls von einem erfahrenen Arzt behandelt werden,
gegebenenfalls muss das betroffene Tier dafür sogar in eine
Narkose gelegt werden.
Rund um die Verletzung müssen mitunter die
Federn entfernt werden, damit sie nicht mit der heilenden Wunde
verkleben. Zudem kann die Verabreichung eines Antibiotikums in manchen
Situationen vonnöten sein, also beispielsweise wenn sich eine
Wunde eitrig entzündet. Sinnvoll ist in vielen Fällen
eine Therapie mit einem Antibiotikum, wenn es sich bei der Verletzung
um eine durch ein
Säugetier zugefügte Bisswunde handelt. Der
Speichel einiger Säugetiere, insbesondere
derjenige von Katzen, enthält Pasteurellen
(Bakterien), die nach dem Eintreten in die Blutbahn des Vogels binnen
48 Stunden zu dessen Tode führen können. Hierzu muss
keine große Wunde vorhanden sein, es genügt ein
kleiner Kratzer in der Vogelhaut. Wirksam gegen Pasteurellen ist
beispielsweise der Wirkstoff Enrofloxacin, der zum Beispiel in dem
Medikament in Baytril enthalten ist. Ein erfahrener Tierarzt sollte
über die Notwendigkeit einer Behandlung mit einem Antibiotikum
unterscheiden.
Achtung: Ragt aus einer
Verletzung ein Knochen (offener
Bruch) oder liegt
dieser frei, muss
grundsätzlich schnellstmöglich ein Tierarzt zu Rate
gezogen werden!
Verletzungen der Wachshaut (Nase)
Die
Haut an der Nase der
Vögel wird als Wachshaut bezeichnet. Sie ist je nach Vogelart
mehr oder minder empfindlich. Bei den meisten Singvögeln ist
sie kaum verletzungsgefährdet, aber Greifvögel und
Eulen können sich bei einem Aufprall die Wachshaut verletzen.
Wachshautverletzungen kommen zudem oft vor, wenn panische Vögel in
Käfigen gehalten werden und sich beim Versuch, durch das
Gitter zu entkommen, die Wachshaut abschürfen oder verletzen.
Hierbei sollte man unbedingt den Käfig mit einem hellen Tuch
abdecken oder den Vogel in einem anderen Behältnis unterbringen.
Ist die Wachshaut aufgeplatzt, blutet sie in vielen Fällen
kurzzeitig
recht stark. Normalerweise stoppt die Blutung jedoch rasch von allein.
Wichtig ist es, die Wunde zu säubern, falls sie verschmutzt
ist. Hört die Verletzung nicht auf zu bluten, sollte ein
Blutstiller eingesetzt werden, auch leichter Druck mit einer sterilen
Wundkompresse, die für einige Minuten auf die Wunde gehalten
wird, kann helfen. Eine weitere Behandlung ist in aller Regel nicht
nötig, denn gereinigte Wachshautverletzungen heilen in aller
Regel problemlos von selbst ab. Das Foto in diesem Absatz zeigt einen
jungen Waldkauz mit einer Wachshautverletzung. Foto © Verein für kleine Wildtiere in
grosser Not
Verbrennungen (Brandwunden)
Auch das gibt es: Immer wieder gelangen Vögel in die Obhut von
Vogelpflegern oder in
Tierarztpraxen, die von Menschen mit Feuerwerkskörpern
verletzt wurden. Dies geschieht nicht immer versehentlich, gerade auf
Stadttauben wird mit den brennenden Feuerwerkskörpern von
manchen Tierquälern regelrecht Jagd gemacht. Gerät
ein Vogel mit einem Feuerwerkskörper in Berührung,
rührt der Großteil der Verletzungen häufig
nicht von der Wucht der Explosion, sondern von der dabei entstehenden
Hitze. Das Foto rechts zeigt eine Taube, die mutwillig mit einem
Silvesterknaller beworfen und durch diesen schwer verletzt worden ist.
Brandwunden müssen vom Tierarzt behandelt werden. Da sie sehr
schmerzhaft sind, ist es ratsam, den betroffenen Vogel mit einem
Schmerzmittel zu versorgen. Befragen Sie hierzu bitte den behandelnden
Tierarzt, er wird wirksame Medikamente kennen und empfehlen
können. Foto rechts © Anke Dornbach
Pododermatitis
Unter den Füßen von Vögeln können
sich Geschwüre bilden, diese Erkrankung wird in der
Fachsprache als Pododermatitis bezeichnet. Stehen die Vögel
ständig auf einem falschen Untergrund, kann es zu punktueller
Belastung der Haut und zu Verletzungen führen. In diese Wunden
dringen Krankheitserreger ein und es bilden sich Entzündungen.
Diese sind für die betroffenen Vögel ausgesprochen
schmerzhaft. Sind sie sehr weit fortgeschritten und ist der Knochen
bereits angegriffen, ist eine Heilung kaum mehr möglich.
Deshalb ist es für die Vögel von Vorteil, wenn ihnen
in einem möglichst frühen Stadium geholfen wird.
Meist muss ein Tierarzt die Geschwüre chirurgisch reinigen,
anschließend erfolgen eine antibiotische Behandlung sowie
eine regelmäßige Wundreinigung. Das Foto unten zeigt
die schwer entzündeten Fußunterseiten einer
Lachmöwe, © Sylvia Urbaniak

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