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Hautkrankheiten
Genau wie bei uns Menschen können auch Vögel an unterschiedlichen Hautkrankheiten
leiden. Besonders typisch sind Hautverletzungen, aber auch Verbrennungen kommen gelegentlich vor.
Sehr selten treten anderweitige Hautkrankheiten wie Ekzeme auf, die meist stressbedingt sind
oder durch
Mangel-
bzw. Fehlernährung hervorgerufen werden.
Verletzungen der Haut
Hat sich ein Vogel eine Verletzung der Haut zugezogen, so muss die Blutung zunächst
einmal gestillt werden, sofern sie nicht binnen kürzester Zeit von selbst stoppt.
Im Kapitel "Medikamente
und Präparate" finden Sie weitere Hinweise zu Blutstillern. Jede Wunde muss zudem
gesäubert und desinfiziert werden. Oberflächliche Hautverletzungen heilen für
gewöhnlich rasch und komplikationslos ab. Die Verabreichung eines Antibiotikums kann in
manchen Situationen angezeigt sein, also beispielsweise wenn sich eine Wunde eitrig entzündet.
Unabdingbar ist eine Therapie mit einem Antibiotikum, wenn es sich bei der Verletzung um eine
durch
ein Säugetier zugefügte Bisswunde handelt. Der Speichel einiger
Säugetiere, insbesondere derjenige von Katzen,
enthält Pasteurellen (Bakterien), die nach dem Eintreten in
die Blutbahn des Vogels binnen 48 Stunden zu dessen Tode führen
können. Hierzu muss keine sichtbare Wunde vorhanden sein, es genügt der
kleinste Kratzer an der Vogelhaut. Wirksam gegen Pasteurellen
ist beispielsweise der Wirkstoff Enrofloxacin, der in
Baytril
enthalten ist.
Verletzungen der Wachshaut (Nase)
Die Haut an der Nase der Vögel wird als Wachshaut bezeichnet. Sie ist je nach Art mehr oder minder empfindlich. Bei den meisten Singvögeln ist sie kaum verletzungsgefährdet, aber Greifvögel und Eulenvögel können sich bei einem Aufprall (z. B. Absturz oder Flug gegen ein Hindernis) die Wachshaut verletzen. Ist sie aufgeplatzt, blutet sie kurzzeitig recht stark. Normalerweise stoppt die Blutung jedoch rasch von allein. Wichtig ist es, die Wunde zu säubern, falls sie verschmutzt ist. Eine weitere Behandlung ist in aller Regel nicht nötig, denn gereinigte Wachshautverletzungen heilen normalerweise problemlos von selbst ab. Das Foto rechts zeigt einen jungen Waldkauz mit einer Wachshautverletzung. Foto © Verein für kleine Wildtiere in grosser Not
Verbrennungen (Brandwunden)
Auch das gibt's: Immer wieder gelangen Vögel in die Obhut von Vogelpflegern oder in
Tierarztpraxen, die von Menschen mittels Feuerwerkskörpern mutwillig oder unbeabsichtigt verletzt wurden. Hierbei rührt der
Großteil der Verletzungen nicht von der Wucht der Explosion, sondern von der Hitze der
Feuerwerkskörper. Das Foto rechts zeigt eine Taube, die mutwillig mit einem Silvesterknaller
beworfen und durch diesen schwer verletzt worden ist. Brandwunden müssen vom Tierarzt
behandelt werden. Da sie sehr schmerzhaft sind, ist es ratsam, den betroffenen Vogel mit einem
Schmerzmittel zu behandeln. Befragen Sie hierzu bitte den behandelnden Tierarzt.
Foto rechts ©
Anke Poggel
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