Gesundheit der Wildvögel
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Gesundheitsvorsorge
Haben Sie einen Wildvogel vorübergehend aufgenommen, um ihn großzuziehen oder um
ihn gesund zu pflegen, so können Sie mit adäquaten Haltungsbedingungen einen erheblichen
Teil dazu beitragen, dass der Vogel gesund wird und bleibt. Folgende Punkte sollten
unbedingt beachtet werden:
Hygiene ist ein absolutes Muss im Umgang mit (kranken) Wildvögeln.
Wenn Sie gleichzeitig mehrere verschiedene Wildvögel aufgenommen haben, so waschen Sie
sich unbedingt vor jeder Berührung (zum Beispiel Fütterung) der einzelnen Tiere
die Hände. Ist ein Vogel erwiesenermaßen Träger von Krankheitserregern,
müssen die Hände zusätzlich desinfiziert werden. Foto rechts: Birkenzeisig, ©
Dagmar Offermann
Grundsätzlich sollte jeder Neuzugang vorübergehend isoliert von anderen Wildvögeln,
also in Quarantäne, gehalten werden, um eventuelle
Krankheitsübertragungen zu vermeiden.
Besitzen Sie eigene Ziervögel, so sollten Sie darauf achten, dass die Wildvögel keinen
Kontakt zu ihnen haben, um auch hier die Gefahr einer gegenseitigen Krankheitsübertragung
auszuschalten.
Nach der Auswilderung eines zuvor kranken Vogels sollten Sie die Behausung beziehungsweise
den Käfig desinfizieren, in dem er untergebracht gewesen ist, bevor ein neuer Pflegling darin Einzug hält.
- Pflichtprogramm bei der Pflege von Wildvögeln ist die gründliche,
regelmäßige Reinigung: Der Käfig oder die Behausung des Wildvogels sollte
täglich gesäubert werden. Die Wasser- und Futternäpfe müssen vor
Verschmutzung durch Kot geschützt und ebenso wie die Badeschale mehrmals am Tag neu
befüllt werden.
Ferner müssen Sie die Ausscheidungen des Pfleglings mehrmals täglich entfernen.
Am einfachsten ist dies, wenn sie als Bodenbelag mehrere übereinander
liegende Lagen Zeitungspapier verwenden, so dass Sie jeweils immer nur die oberste Lage
entfernen müssen.
- Wichtig ist die Größe des Käfigs, da Wildvögel viel
Bewegungsfreiheit benötigen. Als Sitzgelegenheiten sollten Sie ausschließlich
Naturäste anbringen, an denen die Vögel unter anderem ihre Schnäbel abwetzen können.
Außerdem darf eine Badegelegenheit im Käfig nicht fehlen.
Je nach Vogelart sollte zudem Sand auf dem Käfigboden beziehungsweise auf dem Zeitungspapier
verteilt werden, damit der Vogel die nötige Gefiederpflege betreiben kann. Vor allem
Haussperlinge
lieben Sand- oder Staubbäder.
Hat der Vogel jedoch offene Wunden, so sind weder das Bereitstellen von Badewasser
noch von Sand im Käfig ratsam. Verletzte Altvögel sollten nicht in großen
Käfigen gehalten werden. Wie man Altvögel am besten unterbringt,
erfahren Sie im
entsprechenden Kapitel.
Ebenso dürfen Zugvögel, zu denen beispielsweise
Schwalben und Mauersegler
gehören, nicht in Käfigen untergebracht werden, da sie sich an den Gitterstäben
das Gefieder beschädigen. Sie sind noch mehr als alle anderen Vögel auf ein intaktes
Gefieder angewiesen. Über die Haltung dieser Vögel informieren Sie sich
bitte hier.
- Der Standort des Käfigs sollte so gewählt werden, dass viel
Tageslicht, möglichst auch Sonnenschein, einfällt. Darüber hinaus sollte der
Vogel die Möglichkeit haben, an einen schattigen Platz auszuweichen. Vögel
vertragen keine intensive Sonneneinstrahlung ohne Rückzugsmöglichkeit!
Frischluftzufuhr ist ebenso wichtig wie absolute Ruhe, weshalb man beispielsweise einen
Käfigstandort in der Nähe eines TV-Gerätes meiden sollte.
Sie sollten darauf verzichten, in dem Raum, in dem der Vogel untergebracht ist, zu rauchen.
Ein Vogel sollte zudem keinen Dünsten und Dämpfen aus der Küche ausgesetzt werden.
Vögel sind aufgrund ihres Atmungssystems gegenüber Schadstoffen aus der Luft extrem
empfindlich! Außerdem sollten Sie darauf achten, eine ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit
zu gewährleisten. Dies gilt vor allem während der Heizperiode, die meist mit viel
zu trockener Raumluft einhergeht, die für die Schleimhäute der Vögel
schädlich ist. Wie man die Luft in einem Zimmer befeuchtet, in dem Vögel
(dies gilt übrigens auch für Ziervögel!) untergebracht sind, können Sie
hier
nachlesen.
- Beim Freiflug zu Trainingszwecken im Haus lauern einige Gefahrenquellen auf die Vögel, die Sie
unbedingt "entschärfen" sollten: Der Vogel könnte sich an Pflanzen, Putzmitteln, Kochsalz,
Zigarettenstummeln, etc. vergiften, an Herdplatten verbrennen, sich durch einen Flug gegen
ein Fenster verletzen, in einem Wassergefäß ertrinken, usw. Eine umfangreiche Liste
mit Gefahrenquellen, die im Haus für Wildvögel und auch für Stubenvögel
vorhanden sind, finden Sie
an
dieser Stelle.
- Sie sollten dem Vogel nach Einbruch der Dunkelheit kein künstliches
Licht oder äußere Reize zuführen, der natürliche Tag-Nacht-Rhythmus
sollte unbedingt eingehalten werden.
Eine artgerechte Ernährung ist das A und O für die Gesunderhaltung
junger und erwachsener Wildvögel. Wie die Nahrung für Jungtiere zusammengesetzt sein
sollte, erfahren Sie hier.
Über die Ernährung von Altvögeln können Sie sich
in
diesem Kapitel informieren. Foto rechts: Wachtel, ©
Anke Dornbach
Zusätzlich zum Futter sollten Sie ein Mineralstoff- und Vitaminprodukt reichen. Grit
(kleine Steinchen) enthält ebenfalls einige Mineralstoffe und wird von den Körnerfressern
unter den Vögeln als "Zahnersatz" für die Verdauung benötigt. Diese Vögel
lagern den Grit in ihrem Muskelmagen einlagern, wo er zur Zerkleinerung des Nahrungsbreis dient.
Ebenso wichtig wie die Zuführung von Mineralstoffen
und Vitaminen ist die Gabe von
Eiweiß (Protein). Bitte denken Sie daran, dass alle Vögel in
Zeiten erhöhten
Proteinbedarfs auf tierisches Eiweiß zurückgreifen. Die
Wachstumsphase ist eine solche Zeit, in der die Vögel sehr viel
Eiweiß benötigen. Dies gilt auch für Vögel, die im
Erwachsenenalter Körner fressen. Die meisten
Körnerfresserarten ziehen ihren Nachwuchs mit Insekten
groß.
Erhalten Vögel über die Nahrung zu wenige
Nährstoffe, kann es zu verschiedenen körperlichen Beschwerden
kommen. Einige Symptome, die bei einem Mangel an den vom
Vogelkörper dringend benötigten
Stoffen auftreten können, finden Sie
hier.
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