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Krankheiten der Atmungsorgane
Ursachen für Erkrankungen der Atmungsorgane
beziehungsweise der Atemwege können unter
anderem Infektionen mit Viren, Bakterien und Pilzen sein.
Außerdem kommen Fremdkörper,
Parasiten, Luftzug und Umweltgifte als Auslöser in Frage.
Typische Symptome sind zum Beispiel
Atemgeräusche, Niesen, Atemnot und ein gestörtes
Allgemeinbefinden. In den meisten
Fällen erweist sich Bestrahlung mit Infrarotlicht
(Wärmelampe) als heilungsfördernd. Auch auf
eine ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit ist zu achten. Im Folgenden
werden die am häufigsten bei Wildvögeln auftretenden
Erkrankungen der Atmungsorgane kurz vorgestellt, diese
Übersicht ist nicht vollständig und es kommen
weitere, seltener auftretende Gesundheitsprobleme in Betracht.
Akute Atemnot
Atemnot ist ein Symptom, das bei Erkrankungen der
Atmungsorgane selbst sowie bei Organveränderungen auftreten
kann. Ein betroffenes Tier fliegt
weniger, gibt kaum Lautäußerungen von sich und
schläft vermehrt. Jede
Anstrengung führt zu beschleunigter Atmung, meist mit
geöffnetem Schnabel. Die angestrengte Atmung ist zudem
am verstärkten Wippen der Schwanzfedern zu erkennen. Viele
Vögel, die an Atemnot leiden, sitzen überdies extrem
breitbeinig auf ihrem Ast. Manche Tiere taumeln, weil sie nicht
genügend Sauerstoff bekommen. Bei Atemnot ist besonders
rasches Handeln geboten,
damit es nicht zum Erstickungstod kommt! Deshalb ist
schnellstmöglich ein nach
Möglichkeit auf die
Behandlung von Vögeln spezialisierter Tierarzt
aufzusuchen.
Aspergillose
Die Aspergillose ist eine Infektion mit schwarzen Schimmelpilzen
(Aspergillus niger), die über die Atemwege
in den Körper
gelangen und oft tödlich wirken. Eine Aspergillose-Erkrankung
kann entstehen, wenn das Immunsystem eines Tieres geschwächt
ist oder wenn ein Vogel in großen Mengen mit den Pilzen
konfrontiert
wird, beispielsweise durch verdorbenes Futter.
Erdnüsse mit und ohne Schale tragen oft Schimmel auf der
Oberfläche, deswegen sind sie bekannte Auslöser der
Aspergillose bei Vögeln. Auch bei Zimmerhaltung mit
wenig Frischluftzufuhr ist die Gefahr einer Pilzerkrankung
erhöht. In aller Regel erkranken eher alte als junge
Vögel an
Aspergillose.
Die akute Form der Aspergillose verläuft rasch,
wobei folgende Symptome auftreten können: Atemnot,
Stimmverlust, reduzierte
Futteraufnahme, Tod innerhalb weniger Tage. Die chronische
Form fällt meist erst im fortgeschrittenen Stadium auf:
angestrengte Atmung, schleichende Abmagerung (diese kann man
durch Abtasten des
Vogels diagnostizieren), spitz heraustretendes Brustbein,
großes Schlafbedürfnis, später auch Atmung
mit geöffnetem
Schnabel.
Behandelt wird die Aspergillose mit sogenannten
Antimykotika, das sind Präparate gegen Pilzerkrankungen.
Allerdings sind solche Medikamente in aller Regel leberbelastend,
weshalb oft begleitend eine Leberschutztherapie durchgeführt
werden muss. Nicht in
jedem Fall kann die Aspergillose durch Antimykotika geheilt werden,
zudem ist eine Antimykotikatherapie in der Regel
äußerst langwierig, bis sich der gewünschte
Erfolg zeigt. Nicht immer ist eine Heilung trotz Behandlung
gewährleistet, in einigen Fällen bleiben die
Vögel ihr Leben lang anfällig.
Weil die Aspergillose auch bei Ziervögeln
auftritt, finden sich zu dem Thema auf zahlreichen Internetseiten
Informationen, darunter auch hier.
Luftröhrenwürmer
Eine
Reihe von Vögeln ist anfällig für eine
Infektion mit Luftröhrenwürmern. Die Eier dieser
Parasiten werden mit der Nahrung vom Boden aufgenommen. Im
Körper des Vogels entwickeln sich dann Würmer, sie
verursachen einige typische Symptome. Ein häufig zu
beobachtendes Anzeichen ist der Stimmverlust.
Die Laute der Vögel klingen heiser oder die Tiere
können gar nicht mehr piepsen. Außerdem atmen viele
betroffene Vögel schwer und lassen die Zunge
heraushängen. Darüber hinaus ist Niesen oder "Husten"
zu beobachten. Detaillierte Informationen über diese Parasiten
und Behandlungsmöglichkeiten finden Sie hier.
Luftsackmilben
In den Luftsäcken der Vögel können sich
winzige Insekten breit machen: die Luftsackmilben. Diese winzigen
Blutsauger sind jedoch keineswegs nur in den Luftsäcken zu
finden, sondern auch in der Luftröhre und den Bronchien der
betroffenen Vögel. Rasselnde Atemgeräusche, Atemnot,
Heiserkeit und "Husten" sind Symptome, die auf einen Befall mit diesen
Parasiten hindeuten können. Eine detaillierte Beschreibung
dieser Insekten finden Sie im Kapitel über innere Parasiten.
Luftsackriss
Wildvögel
können sich entweder durch einen Kollisionsunfall,
einen Sturz aus dem Nest oder durch eine Verletzung durch ein
Säugetier einen Luftsackriss zuziehen. Der Vogel leidet unter
starken Schwellungen der gerissenen Luftsäcke und er sollte
von einem vogelkundigen Arzt behandelt werden. Meist wird ein
gerissener Luftsack,
der sich mit Luft gefüllt und dadurch stark
aufgebläht hat, vom Arzt punktiert. Das heißt, es
wird ein kleines Loch hinein gestochen, um Luft abzulassen. In den
meisten Fällen sind mehrmalige Punktierungen
erforderlich. Eine gleichzeitige systemische
Antibiotikatherapie kann sinnvoll sein, da beim Punktieren leicht Keime
mit
der Nadel in den Luftsack gelangen können und dort zu einer
Infektion führen.
Mitunter
sind die Luftsackrisse so gravierend, dass die betroffenen Tiere
für die Behandlung in eine Narkose gelegt werden
müssen. Das Foto rechts zeigt die für diese Art der
Verletzung typische charakteristische Schwellung, die durch einen
Luftsackriss im Bauchbereich verursacht wird. Da Vögel nicht
nur im Bauch- und Brustbereich über Luftsäcke
verfügen, sondern auch an anderen Stellen des
Körpers, können sich die Schwellungen durchaus auch
woanders befinden, siehe Fotos unten. Nach der Behandlung eines
Luftsackrisses sollten die Patienten für einige Tage in einer
kleinen Box untergebracht werden, damit sie nicht fliegen
können. Dies ist wichtig, um ihren Atmungsorganen Zeit
für die Regeneration zu geben. Denn fliegt ein Vogel,
beschleunigt sich seine Atmung und neben der Lunge haben dann auch die
Luftsäcke viel zu tun. Foto: Grünfink mit
Luftsackriss am Bauch, © Sylvia Urbaniak

Luftsackschwellung bei einer Amsel im Bauchbereich, Foto ©
Sylvia Urbaniak

Luftsackschwellung bei einer Amsel narkotisierten im Brustbereich, Foto
© Sylvia Urbaniak
Achtung: Bei
Jungvögeln ist der Kropf vor allem
nach der Fütterung prall gefüllt und deutlich zu
sehen. Mitunter sind im Kropf auch Luftblasen zu sehen, hierbei handelt
es sich nicht um einen Luftsackriss.
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