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Äußere
Parasiten
Parasiten, die außen auf dem Körper
leben, werden
als äußere Parasiten oder als Ektoparasiten
bezeichnet. Bei
den Vögeln lässt sich diese Gruppe der Parasiten grob
aufteilen in Gefieder- und Hautparasiten. Im Folgenden werden die
häufigsten bei Vögeln vorkommenden
äußeren
Parasiten vorgestellt.

Vogelzecke im Gesicht einer Heckenbraunelle, Foto ©
Sylvia Urbaniak
Gefiederparasiten
Die im Gefieder der Vögel lebenden Parasiten lassen sich meist
mit
bloßem Auge erkennen, wenn man die Federn - vor allem unter
den
Flügeln - begutachtet. Das Federkleid sieht bei einem Befall
häufig ungepflegt und zerrupft aus, der Vogel ist unruhig,
putzt
sich übermäßig oft und reißt sich
Federn aus. Die
Haltung in einer Außenvoliere mit direkter Sonnenbestrahlung
kann
unterstützend sein, wenn es um die Bekämpfung von
Gefiederparasiten geht.
Federlinge
Federlinge
gehören zu den äußeren Parasiten. Sie leben
auf den Federn und legen dort ihre Eier ab. Weil sich Federlinge von
Hautpartikeln und Federteilen ernähren, verursachen sie nicht nur
Juckreiz, sondern zerstören auch das Gefieder der betroffenen Vögel mit
der Zeit immer stärker. Teilweise ist es dann löchrig und sieht regelrecht
angefressen aus, siehe Foto unten. Zudem leiden die erkrankten Vögel wegen
des Juckreizes unter Schlafmangel und sind deshalb oft müde und entwickeln
mit der Zeit Störungen des Immunsystems. Bei den meisten Vögeln kommen bis zu drei
Millimeter langen
Federlinge vor. Sie können mit dem bloßen Auge diagnostiziert
werden.
Meist sind sie dunkel gefärbt und huschen bei
Lichteinstrahlung unter das Gefieder.
Das Foto in diesem Absatz zeigt einen Federling, wie er bei vierfacher
Vergrößerung durch
ein Mikroskop betrachtet aussieht. Entnommen wurde er aus dem Gefieder einer
Ringeltaube. Foto © Gaby
Schulemann-Maier

Federlingfraß im Gefieder einer Taube, Foto © Sylvia Urbaniak
Bei Taggreifen kommen jedoch auch sehr viel größere Federlinge vor. Zu
den Taggreifen gehören beispielsweise Mäusebussarde, Turmfalken und
Sperber. Die großen Federlinge sind sehr gut sichtbar, wenn man das
Untergefieder zur Seite streicht. Wie die kleinen Federlinge sind jedoch
auch sie lichtscheu und versuchen sich zu verstecken, so gut es geht. Der
rechts abgebildete Tier gehört der Art Laemobothrion maximus an,
ein deutscher Name ist uns nicht bekannt. Frei übersetzt, bedeutet der
wissenschaftliche Name so viel wie "Riesenfederling".
Federlinge können mit Puder bekämpft werden, in dem
der Wirkstoff
Pyrethrum enthalten ist. Der Vogel wird hiermit vor allem an
den Federunterseiten eingepudert. Noch besser ist das
Besprühen
mit Exner Petguard. Dieses Präparat enthält kein
Gift, sondern Milchsäure. Sie verklebt
die Atmungsöffnungen der Parasiten und führt so zum
Erstickungstod der Federlinge,
ohne dem Vogel zu schaden. Bei beiden genannten
Antiparasiten-Präparaten ist darauf zu achten,
dass sie nicht in die Augen oder auf die Schleimhäute des
Vogels gelangen dürfen!
Seien Sie bitte vorsichtig mit anderen
Kontaktinsektiziden.
Viele Vögel, vor allem junge Tiere, reagieren hierauf
äußerst
empfindlich. Ebenso sollten Sie keine Sprays verwenden, da
die Vögel hierbei die Wirkstoffe über die Atmung/Blut
vermehrt
aufnehmen, wodurch sie sich rasch vergiften können.

Federlinge auf einer Taubenfeder, Foto © Sylvia Urbaniak
Federmilben
Federmilben leben auf der
Unterseite der Federn. Sie sind lediglich 0,15 bis 0,3 Millimeter
groß und deshalb nur mit einer Lupe erkennbar. Im Unterschied
zu Federlingen bewegen
sie sich bei Lichteinwirkung nur langsam. Hinsichtlich ihrer
Bekämpfung
ist insektizidhaltiges Puder nicht immer erfolgreich, wirksamer
ist ein Präparat (0,1%iges Ivermectin),
das auf die Nackenhaut des betroffenen Vogels
geträufelt wird - man spricht hierbei von der sogenannten
Spot-On-Behandlungsmethode. Aber
Vorsicht! Nicht jede Vogelart verträgt
dieses Präparat. Beispielsweise darf Ivermectin nicht bei
Grünfinken
(siehe Foto rechts), Stieglitzen und Buchfinken sowie einigen weiteren
Vogelarten zum Einsatz
kommen. Diese Arten sterben auch an
hochgradig verdünnten
Dosierungen! Bevor Sie also zu einem solch aggressiven
Präparat greifen, ist
es deshalb besser, zunächst eine Behandlung mit Exner
Petguard zu versuchen. Ergänzend empfiehlt sich eine
homöopathische
Behandlung mit Sulfur D30 und Kreosotum D4 über das
Trinkwasser. Foto © Gaby
Schulemann-Maier
Federspulmilben
Diese Parasiten leben in den Federspulen der Flügel- und
Schwanzfedern, wodurch Entzündungen hervorgerufen werden. Die
Federn fallen aus, brechen ab oder bleiben unterentwickelt. Ein Befall
mit diesen Parasiten
wird ebenfalls mit Ivermectin behandelt. Auch hierbei gilt, dass
es sinnvoll ist, zunächst eine Therapie mit dem für
Vögel
harmlosen Exner Petguard auszuprobieren.
Hautparasiten
Eine Reihe von äußeren Vogelparasiten besiedelt die
Haut der
Tiere und saugt Blut oder ernährt sich von abgestorbenen
Hautschuppen sowie von lebendem Gewebe. Betroffene Vögel
leiden
nicht nur unter Juckreiz oder Schmerzen, sie können bei
massenhaftem Auftreten von Blut saugenden Hautparasiten an einer
Blutarmut erkranken und im schlimmsten Fall daran sterben.
Fliegenmadenbefall (Myiasis)
Fliegen
legen ihre Eier gerade in den warmen Monaten des Jahres gern in offene
Wunden oder Körperöffnungen schwacher
Wildvögel. Ein mit
Fliegenmaden befallener Wildvogel benötigt
grundsätzlich
menschliche Hilfe! Werden die Maden nicht entfernt, so wachsen sie
heran und vermehren sich im Körperinneren des Tieres, wo sie
schlimmen Schaden anrichten, zum Beispiel durch den Befall und die
Zerstörung der Organe. Tierärzte sprechen in diesem
Zusammenhang von der sogenannten Fliegenmadenkrankheit oder Myiasis.
Foto rechts: Fliegeneier in der Wunde eines Mäusebussards,
©
Sylvia Urbaniak
Eier und jede einzelne Made müssen mit Hilfe
einer
spitzen Pinzette manuell entfernt werden. Um die Maden aus einer
Körperöffnung oder einer Wunde hervor zu locken,
empfiehlt es
sich, diese immer wieder mit dreiprozentiger
Wasserstoffperoxydlösung (WPO) auszuspülen, die
Lösung
wird mit einer Pipette aufgetragen. Sollten die Augenhöhlen
befallen sein, darf WPO auf keinen Fall angewendet werden! Einige
Sekunden nach der Anwendung winden sich die Maden hervor, da sie nach
Luft ringen, und nun heißt es schnell zuzupacken. WPO hat den
Vorteil, dass es die Wunde desinfiziert. Der nach der Verabreichung
gegebenenfalls entstehende Schaum sollte Sie nicht
beängstigen, er
zeigt an, dass das WPO mit einem Infektionsherd "arbeitet". Einige
Tierärzte lehnen WPO jedoch ab, sie bevorzugen
Braunollösung.
Hiermit haben viele Wildvogelpfleger ebenfalls sehr gute Erfahrungen
gemacht.
Fliegeneier
sind relativ klein und es erfordert eine Menge Feinarbeit, um sie
allesamt aus einer Wunde zu klauben. Im Anfangsstadium sind die Maden
noch so winzig, dass man sie nicht zu packen bekommt. Da sie aber
schnell wachsen, sollte man versuchen, sie beim nächsten Mal
zu
erwischen. Spülen Sie die befallene Wunde oder
Körperöffnung zweimal täglich. Achtung:
Bei einem Befall mit frisch gelegten Eiern sind diese am besten
umgehend zu entfernen. Keinesfalls sollte lange gewartet werden, denn
aus Fliegeneiern entwickeln sich innerhalb sehr kurzer Zeit Maden.
Diese können im schlimmsten Fall über Nacht
schlüpfen.
Foto: Fliegeneier in einer Brustwunde eines Turmfalken, ©
Sylvia
Urbaniak

Fliegeneier in einer Flügelwunde eines Steinkauzes, Foto
© Sylvia Urbaniak
Ist ein Vogel ausschließlich
äußerlich mit
Fliegenmaden befallen, so kann eine Behandlung mit Antiparasitika, zum
Beispiel Stronghold oder Ivomec als Spot-on-Behandlung, versucht
werden. Von der Behandlung mit Antiparasitika ist abzuraten, wenn sich
schon Maden im Körperinneren befinden. Werden sie durch das
Antiparasitikum abgetötet, können sie nicht mehr aus
dem
Körper heraus gelangen und eine Vergiftung oder Infektion ist
oft
die Folge.
Entgegen der
landläufigen Meinung, ein
mit Maden befallenes Wildtier habe keine Chancen mehr, hat das
Wildvogelhilfe-Team gänzlich andere Erfahrungen gemacht. Bitte
geben Sie ein derart erkranktes Tier nicht vorschnell auf!
Wildvögel sind wesentlich zäher, als der Mensch es
sich
vorstellen kann.

Fliegeneier im Gesicht eines Steinkauzes, Foto © Sylvia
Urbaniak
Übrigens: Maden können vom Grundsatz
her auch
wundheilend wirken, da sie das nekrotische (abgestorbene) Gewebe
fressen und somit einer Infektion vorbeugen. So werden sie
beispielsweise in der Humanmedizin bei schlecht heilenden Wunden
eingesetzt. Allerdings handelt es sich dabei um spezielle sterile
Maden, die nicht direkt mit der Wunde in Berührung kommen,
sondern
durch ein feinmaschiges Netz die Wunde reinigen. Deshalb sollten Sie
bei Ihrem gefiederten Pflegling keine Experimente eingehen!
Lausfliegen
Lausfliegen
kommen in Deutschland in verschiedenen Arten vor, man trifft sie
gehäuft in den warmen Monaten des Jahres an. Diese Tiere
ernähren sich vom Blut der Vögel. Je nach Art sind
sie auf
bestimmte Vögel spezialisiert, sie befallen zum Beispiel
Schwalben
und Segler, aber
auch andere Vogelarten wie Amseln, Spechte, Rabenvögel, Eulen
und
Greifvögel leiden gelegentlich unter diesen Insekten.
Lausfliegen
sind mehrere Millimeter lang und deshalb mit dem bloßen Auge
normalerweise recht gut zu erkennen. Ihr Äußeres
erinnert
entfernt an Stubenfliegen,
manche Arten haben lange Flügel, andere nur kurze
Stummelflügel. Allen Lausfliegen gemein ist, dass sie mit den
Füßen fest am Vogel haften. Man sammelt diese
Parasiten mit
einer Pinzette ab und
zerdrückt sie, weil sie sonst rasch flüchten und
erneut auf
Vögel in der Nähe übergehen. Foto rechts:
Mauerseglerlausfliege (Crataerhina pallida),
© Klaus
Roggel
Räudemilben (Grabmilben)
Der Vogel zeigt weißliche, schorfige, kalkig anmutende
Ablagerungen im Gesicht, in den Schnabelwinkeln, an den
Ständern (Beinen) oder an der Kloake. Diese krustigen
Ablagerungen können sich in besonders schlimmen
Fällen
über den ganzen Körper erstrecken. Innerhalb der
krustigen
Ablagerungen sind die Bohrlöcher der Milben deutlich sichtbar.
Der Vogel kratzt und scheuert sich, reißt sich Federn aus.
Die mit Milben befallenen Stellen sollten über
ein bis zwei Wochen
täglich mit Paraffin (dies ist ein flüssiges Wachs)
betupft werden. Am besten
funktioniert dies, indem man ein Wattestäbchen in dem
Öl tränkt und die Stellen
damit betupft. Durch das Paraffin werden die Bohrgänge
verstopft und
die Parasiten verenden aufgrund von Sauerstoffmangel, ohne dass der
Vogelorganismus in
Mitleidenschaft gezogen wird. Allerdings sterben durch diese Behandlung
nur die erwachsenen
Milben ab, ihre gegebenenfalls vorhandenen Eier werden nicht
abgetötet. Um diese
ebenfalls absterben zu lassen, ist eine Therapie mit einem Kontaktgift,
siehe unten, erforderlich.
Bei einem Befall mit Räudemilben ist dringend
vom Besprühen
des Vogels mit in Zoofachgeschäften erhältlichen
Milbensprays
abzuraten! Wildvögel können sich an den Sprays
vergiften
und sterben!
Es kommen zwei verschiedene Milbenarten vor: Der
lateinische Name der Räudemilbe, die
den Schnabel und die Augen befällt, lautet Knemidokoptes
plae. Jene Räudemilben,
die vor allem die Beine und die Kloake befallen, heißen auf
Lateinisch Knemidokoptes mutans; sie werden im
Deutschen auch Kalkbeinmilben
genannt.
Rote Vogelmilben und Nordische Vogelmilben (Blut
saugende Milben)
Der lateinische Name der Roten Vogelmilbe lautet Dermanyssus
gallinae, die Körpergröße
dieser Parasiten liegt zwischen 0,7 und 1,1 Millimeter. Die Milben sind
nachtaktive Blutsauger,
die sich am Tage in Ritzen und dunklen Nischen - meist finden
sie diese im Nistmaterial - aufhalten. Nachts saugen sie Blut und
verursachen beim Vogel eine starke Unruhe, er nestelt nervös
an seinem Gefieder. Im fortgeschrittenen Stadium magern betroffene
Vögel ab und können an Erschöpfung und
Blutverlust sterben.
Zur Diagnose legt man ein weißes Papier oder
Tuch auf den
Käfigboden und klopft das Nistmaterial darüber aus.
Die
Parasiten kontrastieren nun mit dem Weiß der Unterlage.
Bekämpft
werden diese Parasiten mit pyrethrumhaltigem Puder. Der Käfig
muss mit einem Insektizid besprüht werden. Aber Achtung! Der
Vogel muss unbedingt vor dem Besprühen in eine andere
Behausung gesetzt werden,
damit er die giftigen Dämpfe nicht einatmet.
Anschließend
sollte die Behausung sollte gründlich mit Wasser abgewaschen
werden. Bevor Sie zu pyrethrumhaltigen Mitteln greifen, sollten
Sie zunächst eine Behandlung mit Exner
Petguard versuchen. Erst wenn diese Behandlung keinen Erfolg bringt,
sollte man
zu einem Kontaktgift, siehe unten, greifen.
Die Nordische Vogelmilbe trägt den
wissenschaftlichen Namen Ornithonyssus sylviarum.
Sie ist nur 0,8 Millimeter groß und mit dem bloßen
Auge
kaum zu erkennen. Wie die Rote Vogelmilbe besitzt sie vier Beinpaare,
der Körper der leeren Milbe ist schmal und oval bis
birnenförmig; die Färbung ist gelblich bis
bräunlich.
Nach dem Blutsaugen ist die Milbe eher rund geformt. Sind die Milben
nach der Blutmahlzeit satt, ist ihre Körperfärbung
dunkelbraun bis schwarz. Dieser Ektoparasit ist nicht nur in der Nacht,
sondern auch am Tage aktiv. Bei sehr genauer Betrachtung mit der Lupe
kann man die Milben auf dem Vogel wandern sehen. Weil die Milben
starken Juckreiz verursachen, kratzen sich die befallenen
Vögel
häufig und wirken sehr unruhig. Behandelt werden die
Vögel
wie weiter unten
erwähnt.
Diese Vogelmilbe
ist auf einer
Kohlmeise gefunden worden
Vogelflöhe
Bei Wildvögeln kommen wie bei Säugetieren
verschiedene Flöhe vor, die Blut saugen. Die unterschiedlichen
Vogelfloharten haben sich auf Wirtstiere spezialisiert. Der
Hühnerfloh ist vor allem auf Hausgeflügel zu finden,
aber auch auf anderen Wildvögeln. Dasselbe gilt für
den Taubenfloh, der anders als es sein Name vermuten lässt
keineswegs nur auf Tauben lebt. Ein typisches Symptom für
einen Flohbefall ist starke Unruhe des Vogels. Die winzigen Parasiten
sind bei gründlicher Untersuchung der Haut und des Gefieders
meist leicht zu finden. Bei kleinen Singvögeln, zum Beispiel
bei Meisen, können Flöhe zu einem erheblichen
Blutverlust führen. Der Allgemeinzustand der betroffenen Tiere
ist dann oft schlecht, die Vögel leiden unter der Blutarmut
und sind insgesamt abgeschlagen und schlapp. Bei Jungtieren im Nest,
die von Flöhen belästigt werden, kann es durch den
Blutverlust zu Entwicklungsverzögerungen kommen. Insgesamt
kommen Vogelflöhe seltener vor als andere Vogelparasiten. Foto in diesem
Absatz: Vogelflöhe auf einer jungen Waldohreule, © Sylvia Urbaniak

Vogelflöhe im Größenvergleich, Foto © Sylvia Urbaniak
Vogelzecken und Taubenzecken
Wildvögel
können in freier Natur mit Zecken in Berührung
kommen. Wild-,
Brief- und Ziertauben werden dabei meist von der Taubenzecke (Argas
reflexus)
befallen, sie geht nur in seltenen Fällen auf andere
Vogelarten
über. Doch auch diese sind nicht vor Zecken sicher, denn neben
der
Taubenzecke kommen weitere dieser Blut saugenden Insekten vor, die
Vögel befallen können. Vogelzecken sind je nach Art
unterschiedlich groß. Manche erreichen nur die
Ausmaße
eines Stecknadelkopfes, andere werden so groß wie ein halber
menschlicher Fingernagel. Gesunde Wildvögel haben
normalerweise
keine Probleme damit, wenn sich eine Zecke an ihnen festsaugt und Blut
trinkt. Gerät der Vogel jedoch in die Situation, dass sich
gleich
mehrere Zecken über ihn hermachen, kann dies zu einem
gravierenden
Blutverlust führen, der eine Schwächung oder im
schlimmsten
Fall den Tod zur Folge hat. Insbesondere kranke Vögel und
Jungtiere sind in großer Gefahr, wenn sich Zecken an sie
heften.
Foto in diesem Absatz: Voll gesaugte Vogelzecke im
Größenvergleich zu einer Hand, © Sylvia
Urbaniak

Im Gesicht dieses Bussards befinden sich zwischen Auge und Nase zwei
kleine Zecken.
Da
Zecken die Haut mit ihren Mundwerkzeugen durchstoßen
müssen,
verkriechen sie sich unter dem Gefieder der Vögel und sind
meist
erst sichtbar, wenn dieses vorsichtig zur Seite geschoben wird. Wer
einen Wildvogel findet, der mit Zecken befallen ist, sollte diese
vorsichtig lösen. Hierzu wird die Zecke mit einer Pinzette
gepackt
und herausgezogen. Der Fachhandel bietet zudem spezielle Zeckenzangen
an, auch diese können verwendet werden. Ist ein Vogel stark
befallen, so kann es sinnvoll sein, in Absprache mit einem fachkundigen
Tierarzt ein Stärkungspräparat einzusetzen, damit das
Tier
den von den Zecken verursachten Blutverlust besser ausgleichen kann.
Achtung, manche Zecken sitzen so ungünstig, dass sie vom
Tierarzt
entfernt werden sollten. Auf der Abbildung in diesem Absatz ist eine
Kohlmeise zu sehen, an deren Kinn - und damit in unmittelbarer
Nähe zur Kehle - sich eine Zecke festgebissen hatte. Das Foto
unter diesen Zeilen zeigt ebenfalls eine Kohlmeise. Im Nacken des
Vogels ist die Zecke unterhalb des Fingers zu sehen. Beide Fotos
©
Sylvia Urbaniak


Diese Zeckenlarve
ist auf einer
Kohlmeise gefunden worden
Kontaktgift zur Behandlung
äußerer Parasiten
Gegen verschiedene äußere Parasiten, darunter zum
Beispiel
Räudemilben sowie Vogelmilben, kann Kontaktgift zum Einsatz
kommen.
Präparate wie Stronghold oder Ivomec
haben sich als zuverlässiger Helfer im Kampf gegen Parasiten
erwiesen, die sich von Blut und Gewebe ernähren. Diese Mittel
werden auf die Nackenhaut geträufelt, man bezeichnet diese
Therapieform
als "Spot-on-Methode". Aber Vorsicht! Nicht
jede Vogelart verträgt den in Ivomec enthaltenen Wirkstoff
Ivermectin! Beispielsweise darf er nicht bei Grünfinken,
Stieglitzen
und Buchfinken
sowie einigen anderen Vogelarten angewandt werden. Diese Arten sterben
auch an
hochgradig verdünnten Dosierungen!
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