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Äußere Parasiten

Parasiten, die außen auf dem Körper leben, werden als äußere Parasiten oder als Ektoparasiten bezeichnet. Bei den Vögeln lässt sich diese Gruppe der Parasiten grob aufteilen in Gefieder- und Hautparasiten. Im Folgenden werden die häufigsten bei Vögeln vorkommenden äußeren Parasiten vorgestellt:

Gefiederparasiten

Hautparasiten

Vogelzecke im Gesicht einer Heckenbraunelle
Vogelzecke im Gesicht einer Heckenbraunelle

Gefiederparasiten
Die im Gefieder der Vögel lebenden Parasiten lassen sich meist mit bloßem Auge erkennen, wenn man die Federn - vor allem unter den Flügeln - begutachtet. Das Federkleid sieht bei einem Befall häufig ungepflegt und zerrupft aus, der Vogel ist unruhig, putzt sich übermäßig oft und reißt sich Federn aus. Die Haltung in einer Außenvoliere mit direkter Sonnenbestrahlung kann unterstützend sein, wenn es um die Bekämpfung von Gefiederparasiten geht.

Federlinge
FederlingFederlinge gehören zu den äußeren Parasiten. Sie leben auf den Federn und legen dort ihre Eier ab. Weil sich Federlinge von Hautpartikeln und Federteilen ernähren, verursachen sie nicht nur Juckreiz, sondern zerstören auch das Gefieder der betroffenen Vögel mit der Zeit immer stärker. Teilweise ist es dann löchrig und sieht regelrecht angefressen aus, siehe Foto unten. Zudem leiden die erkrankten Vögel wegen des Juckreizes unter Schlafmangel und sind deshalb oft müde und entwickeln mit der Zeit Störungen des Immunsystems. Bei den meisten Vögeln kommen bis zu drei Millimeter langen Federlinge vor. Sie können mit dem bloßen Auge diagnostiziert werden. Meist sind sie dunkel gefärbt und huschen bei Lichteinstrahlung unter das Gefieder. Das Foto in diesem Absatz zeigt einen Federling, wie er bei vierfacher Vergrößerung durch ein Mikroskop betrachtet aussieht. Entnommen wurde er aus dem Gefieder einer Ringeltaube. Foto © Gaby Schulemann-Maier

Federlingfraß im Gefieder einer Taube
Federlingfraß im Gefieder einer Taube

'Riesenfederling' aus dem Gefieder eines TaggreifvogelsBei Taggreifen kommen jedoch auch sehr viel größere Federlinge vor. Zu den Taggreifen gehören beispielsweise Mäusebussarde, Turmfalken und Sperber. Die großen Federlinge sind sehr gut sichtbar, wenn man das Untergefieder zur Seite streicht. Wie die kleinen Federlinge sind jedoch auch sie lichtscheu und versuchen sich zu verstecken, so gut es geht. Der rechts abgebildete Tier gehört der Art Laemobothrion maximus an, ein deutscher Name ist uns nicht bekannt. Frei übersetzt, bedeutet der wissenschaftliche Name so viel wie "Riesenfederling".

Federlinge können mit Puder bekämpft werden, in dem der Wirkstoff Pyrethrum enthalten ist. Der Vogel wird hiermit vor allem an den Federunterseiten eingepudert. Noch besser ist das Besprühen mit Exner Petguard. Dieses Präparat enthält kein Gift, sondern Milchsäure. Sie verklebt die Atmungsöffnungen der Parasiten und führt so zum Erstickungstod der Federlinge, ohne dem Vogel zu schaden. Bei beiden genannten Antiparasiten-Präparaten ist darauf zu achten, dass sie nicht in die Augen oder auf die Schleimhäute des Vogels gelangen dürfen!

Seien Sie bitte vorsichtig mit anderen Kontaktinsektiziden. Viele Vögel, vor allem junge Tiere, reagieren hierauf äußerst empfindlich. Ebenso sollten Sie keine Sprays verwenden, da die Vögel hierbei die Wirkstoffe über die Atmung/Blut vermehrt aufnehmen, wodurch sie sich rasch vergiften können.

Federlinge auf einer Taubenfeder
Federlinge auf einer Taubenfeder

Federlingfraß im Gefieder einer Nilgans
Federlingfraß im Gefieder einer Nilgans

Federling-Larve
Federling-Larve, © Dirk Meißner

Federmilben
GrünfinkFedermilben leben auf der Unterseite der Federn. Sie sind lediglich 0,15 bis 0,3 Millimeter groß und deshalb nur mit einer Lupe erkennbar. Im Unterschied zu Federlingen bewegen sie sich bei Lichteinwirkung nur langsam. Hinsichtlich ihrer Bekämpfung ist insektizidhaltiges Puder nicht immer erfolgreich, wirksamer ist ein Präparat (0,1%iges Ivermectin), das auf die Nackenhaut des betroffenen Vogels geträufelt wird - man spricht hierbei von der sogenannten Spot-On-Behandlungsmethode. Aber Vorsicht! Nicht jede Vogelart verträgt dieses Präparat. Beispielsweise darf Ivermectin nicht bei Grünfinken (siehe Foto rechts), Stieglitzen und Buchfinken sowie einigen weiteren Vogelarten zum Einsatz kommen. Diese Arten sterben auch an hochgradig verdünnten Dosierungen! Bevor Sie also zu einem solch aggressiven Präparat greifen, ist es deshalb besser, zunächst eine Behandlung mit Exner Petguard zu versuchen. Ergänzend empfiehlt sich eine homöopathische Behandlung mit Sulfur D30 und Kreosotum D4 über das Trinkwasser. Foto © Gaby Schulemann-Maier

Federspulmilben (Federkielmilben)
Diese Parasiten leben in den Federspulen der Flügel- und Schwanzfedern, wodurch Entzündungen hervorgerufen werden. Die Federn fallen aus, brechen ab oder bleiben unterentwickelt. Ein Befall mit diesen Parasiten wird ebenfalls mit Ivermectin behandelt. Auch hierbei gilt, dass es sinnvoll ist, zunächst eine Therapie mit dem für Vögel harmlosen Exner Petguard auszuprobieren. In manchen Literaturquellen werden diese Milben auch als Federkielmilben bezeichnet.

Federspul- oder Federkielmilben, die auf einem Mauersegler gefunden wurden
Federspul- oder Federkielmilben, die auf einem Mauersegler gefunden wurden

Hautparasiten
Eine Reihe von äußeren Vogelparasiten besiedelt die Haut der Tiere und saugt Blut oder ernährt sich von abgestorbenen Hautschuppen sowie von lebendem Gewebe. Betroffene Vögel leiden nicht nur unter Juckreiz oder Schmerzen, sie können bei massenhaftem Auftreten von Blut saugenden Hautparasiten an einer Blutarmut erkranken und im schlimmsten Fall daran sterben.

Fliegenmadenbefall (Myiasis)
Fliegeneier in der Wunde eines MäusebussardsFliegen legen ihre Eier gerade in den warmen Monaten des Jahres gern in offene Wunden oder Körperöffnungen schwacher Wildvögel. Ein mit Fliegenmaden befallener Wildvogel benötigt grundsätzlich menschliche Hilfe! Werden die Maden nicht entfernt, so wachsen sie heran und vermehren sich im Körperinneren des Tieres, wo sie schlimmen Schaden anrichten, zum Beispiel durch den Befall und die Zerstörung der Organe. Tierärzte sprechen in diesem Zusammenhang von der sogenannten Fliegenmadenkrankheit oder Myiasis. Foto rechts: Fliegeneier in der Wunde eines Mäusebussards, © Sylvia Urbaniak

Eier und jede einzelne Made müssen mit Hilfe einer spitzen Pinzette manuell entfernt werden. Um die Maden aus einer Körperöffnung oder einer Wunde hervor zu locken, empfiehlt es sich, diese immer wieder mit dreiprozentiger Wasserstoffperoxydlösung (WPO) auszuspülen, die Lösung wird mit einer Pipette aufgetragen. Sollten die Augenhöhlen befallen sein, darf WPO auf keinen Fall angewendet werden! Einige Sekunden nach der Anwendung winden sich die Maden hervor, da sie nach Luft ringenund nun heißt es schnell zuzupacken. WPO hat den Vorteil, dass es die Wunde desinfiziert. Der nach der Verabreichung gegebenenfalls entstehende Schaum sollte Sie nicht beängstigen, er zeigt an, dass das WPO mit einem Infektionsherd "arbeitet". Einige Tierärzte lehnen WPO jedoch ab, sie bevorzugen Braunollösung. Hiermit haben viele Wildvogelpfleger ebenfalls sehr gute Erfahrungen gemacht.

Fliegeneier in einer Brustwunde eines TurmfalkenFliegeneier sind relativ klein und es erfordert eine Menge Feinarbeit, um sie allesamt aus einer Wunde zu klauben. Im Anfangsstadium sind die Maden noch so winzig, dass man sie nicht zu packen bekommt. Da sie aber schnell wachsen, sollte man versuchen, sie beim nächsten Mal zu erwischen. Spülen Sie die befallene Wunde oder Körperöffnung zweimal täglich. Achtung: Bei einem Befall mit frisch gelegten Eiern sind diese am besten umgehend zu entfernen. Keinesfalls sollte lange gewartet werden, denn aus Fliegeneiern entwickeln sich innerhalb sehr kurzer Zeit Maden. Diese können im schlimmsten Fall über Nacht schlüpfen. Foto: Fliegeneier in einer Brustwunde eines Turmfalken, © Sylvia Urbaniak

Fliegeneier in einer Flügelwunde eines Steinkauzes
Fliegeneier in einer Flügelwunde eines Steinkauzes

Ist ein Vogel ausschließlich äußerlich mit Fliegenmaden befallen, so kann eine Behandlung mit Antiparasitika, zum Beispiel Stronghold oder Ivomec als Spot-on-Behandlung, versucht werden. Von der Behandlung mit Antiparasitika ist abzuraten, wenn sich schon Maden im Körperinneren befinden. Werden sie durch das Antiparasitikum abgetötet, können sie nicht mehr aus dem Körper heraus gelangen und eine Vergiftung oder Infektion ist oft die Folge.

Entgegen der landläufigen Meinung, ein mit Maden befallenes Wildtier habe keine Chancen mehr, hat das Wildvogelhilfe-Team gänzlich andere Erfahrungen gemacht. Bitte geben Sie ein derart erkranktes Tier nicht vorschnell auf! Wildvögel sind wesentlich zäher, als der Mensch es sich vorstellen kann.

Fliegeneier im Gesicht eines Steinkauzes
Fliegeneier im Gesicht eines Steinkauzes

Übrigens: Maden können vom Grundsatz her auch wundheilend wirken, da sie das nekrotische (abgestorbene) Gewebe fressen und somit einer Infektion vorbeugen. So werden sie beispielsweise in der Humanmedizin bei schlecht heilenden Wunden eingesetzt. Allerdings handelt es sich dabei um spezielle sterile Maden, die nicht direkt mit der Wunde in Berührung kommen, sondern durch ein feinmaschiges Netz die Wunde reinigen. Deshalb sollten Sie bei Ihrem gefiederten Pflegling keine Experimente eingehen!

Lausfliegen
LausfliegeLausfliegen kommen in Deutschland in verschiedenen Arten vor, man trifft sie gehäuft in den warmen Monaten des Jahres an. Diese Tiere ernähren sich vom Blut der Vögel. Je nach Art sind sie auf bestimmte Vögel spezialisiert, sie befallen zum Beispiel Schwalben und Segler, aber auch andere Vogelarten wie Amseln, Spechte, Rabenvögel, Eulen und Greifvögel leiden gelegentlich unter diesen Insekten. Lausfliegen sind mehrere Millimeter lang und deshalb mit dem bloßen Auge normalerweise recht gut zu erkennen. Ihr Äußeres erinnert entfernt an Stubenfliegen, manche Arten haben lange Flügel, andere nur kurze Stummelflügel. Allen Lausfliegen gemein ist, dass sie mit den Füßen fest am Vogel haften. Man sammelt diese Parasiten mit einer Pinzette ab und zerdrückt sie, weil sie sonst rasch flüchten und erneut auf Vögel in der Nähe übergehen. Foto rechts: Mauerseglerlausfliege (Crataerhina pallida), © Klaus Roggel

Rauchschwalbe mit Lausfliegenbefall
Rauchschwalbe mit Lausfliegenbefall, Foto © Gaby Schulemann-Maier

Räudemilben (Grabmilben)
Der Vogel zeigt weißliche, schorfige, kalkig anmutende Ablagerungen im Gesicht, in den Schnabelwinkeln, an den Ständern (Beinen) oder an der Kloake. Diese krustigen Ablagerungen können sich in besonders schlimmen Fällen über den ganzen Körper erstrecken. Innerhalb der krustigen Ablagerungen sind die Bohrlöcher der Milben deutlich sichtbar. Der Vogel kratzt und scheuert sich, reißt sich Federn aus.

Die mit Milben befallenen Stellen sollten über ein bis zwei Wochen täglich mit Paraffin (dies ist ein flüssiges Wachs) betupft werden. Am besten funktioniert dies, indem man ein Wattestäbchen in dem Öl tränkt und die Stellen damit betupft. Durch das Paraffin werden die Bohrgänge verstopft und die Parasiten verenden aufgrund von Sauerstoffmangel, ohne dass der Vogelorganismus in Mitleidenschaft gezogen wird. Allerdings sterben durch diese Behandlung nur die erwachsenen Milben ab, ihre gegebenenfalls vorhandenen Eier werden nicht abgetötet. Um diese ebenfalls absterben zu lassen, ist eine Therapie mit einem Kontaktgift, siehe unten, erforderlich.

Bei einem Befall mit Räudemilben ist dringend vom Besprühen des Vogels mit in Zoofachgeschäften erhältlichen Milbensprays abzuraten! Wildvögel können sich an den Sprays vergiften und sterben!

Es kommen zwei verschiedene Milbenarten vor: Der lateinische Name der Räudemilbe, die den Schnabel und die Augen befällt, lautet Knemidokoptes plae. Jene Räudemilben, die vor allem die Beine und die Kloake befallen, heißen auf Lateinisch Knemidokoptes mutans; sie werden im Deutschen auch Kalkbeinmilben genannt.

Rote Vogelmilben und Nordische Vogelmilben (Blut saugende Milben)
Der lateinische Name der Roten Vogelmilbe lautet Dermanyssus gallinae, die Körpergröße dieser Parasiten liegt zwischen 0,7 und 1,1 Millimeter. Die Milben sind nachtaktive Blutsauger, die sich am Tage in Ritzen und dunklen Nischen - meist finden sie diese im Nistmaterial - aufhalten. Nachts saugen sie Blut und verursachen beim Vogel eine starke Unruhe, er nestelt nervös an seinem Gefieder. Im fortgeschrittenen Stadium magern betroffene Vögel ab und können an Erschöpfung und Blutverlust sterben.

Zur Diagnose legt man ein weißes Papier oder Tuch auf den Käfigboden und klopft das Nistmaterial darüber aus. Die Parasiten kontrastieren nun mit dem Weiß der Unterlage. Bekämpft werden diese Parasiten mit pyrethrumhaltigem Puder. Der Käfig muss mit einem Insektizid besprüht werden. Aber Achtung! Der Vogel muss unbedingt vor dem Besprühen in eine andere Behausung gesetzt werden, damit er die giftigen Dämpfe nicht einatmet. Anschließend sollte die Behausung sollte gründlich mit Wasser abgewaschen werden. Bevor Sie zu pyrethrumhaltigen Mitteln greifen, sollten Sie zunächst eine Behandlung mit Exner Petguard versuchen. Erst wenn diese Behandlung keinen Erfolg bringt, sollte man zu einem Kontaktgift, siehe unten, greifen.

Die Nordische Vogelmilbe trägt den wissenschaftlichen Namen Ornithonyssus sylviarum. Sie ist nur 0,8 Millimeter groß und mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen. Wie die Rote Vogelmilbe besitzt sie vier Beinpaare, der Körper der leeren Milbe ist schmal und oval bis birnenförmig; die Färbung ist gelblich bis bräunlich. Nach dem Blutsaugen ist die Milbe eher rund geformt. Sind die Milben nach der Blutmahlzeit satt, ist ihre Körperfärbung dunkelbraun bis schwarz. Dieser Ektoparasit ist nicht nur in der Nacht, sondern auch am Tage aktiv. Bei sehr genauer Betrachtung mit der Lupe kann man die Milben auf dem Vogel wandern sehen. Weil die Milben starken Juckreiz verursachen, kratzen sich die befallenen Vögel häufig und wirken sehr unruhig. Behandelt werden die Vögel wie weiter unten erwähnt.

Vogelmilbe
Diese Vogelmilbe ist auf einer Kohlmeise gefunden worden

Vogelflöhe
Vogelflöhe auf einer jungen WaldohreuleBei Wildvögeln kommen wie bei Säugetieren verschiedene Flöhe vor, die Blut saugen. Die unterschiedlichen Vogelfloharten haben sich auf Wirtstiere spezialisiert. Der Hühnerfloh ist vor allem auf Hausgeflügel zu finden, aber auch auf anderen Wildvögeln. Dasselbe gilt für den Taubenfloh, der anders als es sein Name vermuten lässt keineswegs nur auf Tauben lebt. Ein typisches Symptom für einen Flohbefall ist starke Unruhe des Vogels. Die winzigen Parasiten sind bei gründlicher Untersuchung der Haut und des Gefieders meist leicht zu finden. Bei kleinen Singvögeln, zum Beispiel bei Meisen, können Flöhe zu einem erheblichen Blutverlust führen. Der Allgemeinzustand der betroffenen Tiere ist dann oft schlecht, die Vögel leiden unter der Blutarmut und sind insgesamt abgeschlagen und schlapp. Bei Jungtieren im Nest, die von Flöhen belästigt werden, kann es durch den Blutverlust zu Entwicklungsverzögerungen kommen. Insgesamt kommen Vogelflöhe seltener vor als andere Vogelparasiten. Foto in diesem Absatz: Vogelflöhe auf einer jungen Waldohreule, © Sylvia Urbaniak

Vogelflöhe im Größenvergleich
Vogelflöhe im Größenvergleich

Vogelzecken und Taubenzecken
Voll gesaugte VogelzeckeWildvögel können in freier Natur mit Zecken in Berührung kommen. Wild-, Brief- und Ziertauben werden dabei meist von der Taubenzecke (Argas reflexus) befallen, sie geht nur in seltenen Fällen auf andere Vogelarten über. Doch auch diese sind nicht vor Zecken sicher, denn neben der Taubenzecke kommen weitere dieser Blut saugenden Insekten vor, die Vögel befallen können. Vogelzecken sind je nach Art unterschiedlich groß. Manche erreichen nur die Ausmaße eines Stecknadelkopfes, andere werden so groß wie ein halber menschlicher Fingernagel. Gesunde Wildvögel haben normalerweise keine Probleme damit, wenn sich eine Zecke an ihnen festsaugt und Blut trinkt. Gerät der Vogel jedoch in die Situation, dass sich gleich mehrere Zecken über ihn hermachen, kann dies zu einem gravierenden Blutverlust führen, der eine Schwächung oder im schlimmsten Fall den Tod zur Folge hat. Insbesondere kranke Vögel und Jungtiere sind in großer Gefahr, wenn sich Zecken an sie heften. Foto in diesem Absatz: Voll gesaugte Vogelzecke im Größenvergleich zu einer Hand.

Zwei Zecken im Gesicht eines Bussards
Im Gesicht dieses Bussards befinden sich zwischen Auge und Nase zwei kleine Zecken.

Narkotisierte Kohlmeise mit Zecke am KinnDa Zecken die Haut mit ihren Mundwerkzeugen durchstoßen müssen, verkriechen sie sich unter dem Gefieder der Vögel und sind meist erst sichtbar, wenn dieses vorsichtig zur Seite geschoben wird. Wer einen Wildvogel findet, der mit Zecken befallen ist, sollte diese vorsichtig lösen. Hierzu wird die Zecke mit einer Pinzette gepackt und herausgezogen. Der Fachhandel bietet zudem spezielle Zeckenzangen an, auch diese können verwendet werden. Ist ein Vogel stark befallen, so kann es sinnvoll sein, in Absprache mit einem fachkundigen Tierarzt ein Stärkungspräparat einzusetzen, damit das Tier den von den Zecken verursachten Blutverlust besser ausgleichen kann. Achtung, manche Zecken sitzen so ungünstig, dass sie vom Tierarzt entfernt werden sollten. Auf der Abbildung in diesem Absatz ist eine Kohlmeise zu sehen, an deren Kinn - und damit in unmittelbarer Nähe zur Kehle - sich eine Zecke festgebissen hatte. Das Foto unter diesen Zeilen zeigt ebenfalls eine Kohlmeise. Im Nacken des Vogels ist die Zecke unterhalb des Fingers zu sehen.

Kohlmeise mit einer Vogelzecke

Zeckenlarve
Diese Zeckenlarve ist auf einer Kohlmeise gefunden worden

Kontaktgift zur Behandlung äußerer Parasiten
Gegen verschiedene äußere Parasiten, darunter zum Beispiel Räudemilben sowie Vogelmilben, kann Kontaktgift zum Einsatz kommen. Präparate wie Stronghold oder Ivomec haben sich als zuverlässiger Helfer im Kampf gegen Parasiten erwiesen, die sich von Blut und Gewebe ernähren. Diese Mittel werden auf die Nackenhaut geträufelt, man bezeichnet diese Therapieform als "Spot-on-Methode". Aber Vorsicht! Nicht jede Vogelart verträgt den in Ivomec enthaltenen Wirkstoff Ivermectin! Beispielsweise darf er nicht bei Grünfinken, Stieglitzen und Buchfinken sowie einigen anderen Vogelarten angewandt werden. Diese Arten sterben auch an hochgradig verdünnten Dosierungen!

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