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Naturwiesen
Sollten Sie in Ihrem vogelfreundlichen Garten eine Naturwiese gedeihen lassen wollen, so
erfordert dieses Unterfangen anfangs ein wenig Geduld, sofern Sie bislang einen konventionellen
Rasen gepflegt haben. Wiesen voller Wildblumen und "Unkräuter" können nur dann
gedeihen, wenn man die Fläche dauerhaft nicht düngt. Jede Art von Dünger ist der
Feind vieler Wildblumen, da sie in der Natur ausschließlich auf so genannten Magerwiesen
vorkommen. Diese Pflanzen lieben also karge Böden. Es dauert demnach einige Jahre,
bis sich aus ihrem Rasen eine bunte Naturwiese entwickelt haben wird. Pflanzen wie die
nebenstehend abgebildete Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris) wachsen
ausschließlich auf seit Jahren ungedüngten Böden, sie sind klassische
Bewohner von Magerwiesen. Foto ©
Anke Dornbach
Das Jäten von Unkräutern ist auf naturbelassenen Wiesen tabu, da diese an sich
ungeliebten Pflanzen einen wichtigen Bestandteil einer wilden Flur darstellen. Wildblumenwiesen
vertragen es außerdem nicht, oft gemäht zu werden. Maximal zweimal pro Jahr sollte man
die Pracht stutzen, um auch langsamwüchsigen Arten eine Überlebenschance zu bieten.
Am besten vertragen Wildblumenwiesen das Mähen mit einer traditionellen Sense, auch wenn
dies zweifelsohne erheblich aufwendiger ist als das Einsetzen eines elektrischen Rasenmähers.
Foto: Schafstelze, ©
Gaby Schulemann-Maier
Eine weitere, weniger anstrengende Alternative in Sachen Kürzen der Naturwiese ist es,
diese von Zeit zu Zeit ein paar Schafen zu überlassen, die den Bewuchs auf
natürliche Weise kürzen. Leider haben nur die wenigsten Menschen die Möglichkeit,
Schafe das Mähen erledigen zu lassen, sodass man sich eventuell doch besser mit dem Gedanken
anfreunden sollte, zweimal im Jahr die Sense zu schwingen. Man sollte jedoch nicht zu
spät im Jahr mähen, da die Samenstände von Stauden einigen Vogelarten wie
beispielsweise den
Stieglitzen,
die auch Distelfinken genannt werden, im Winter als Nahrung dienen und deshalb nicht
abgeschnitten werden sollten. Foto: Distel, ©
Gaby Schulemann-Maier
Foto © Anke Dornbach
Im vogelfreundlich gestalteten Garten stellen Wildblumenwiesen einen zentralen Bestandteil dar,
da sie aufgrund der natürlichen Pflanzenfülle Heimat einer großen Zahl von
Insekten sind. Für Vögel bedeutet dies eine solide Nahrungsbasis, die
insbesondere während der anstrengenden Zeit der Jungenaufzucht sehr wichtig für die
Tiere ist. Überdies erfreut eine Wildblumenwiese das Augeund Kinder, die die Natur
lieben, haben darin stets etwas Neues zu entdecken. Foto: Tagpfauenauge
(Nymphalis io), ©
Gaby Schulemann-Maier
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