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Was Sie besser vermeiden sollten

Glockenblume Beim Anlegen eines naturnahen Gartens sollten Sie einige Dinge vermeiden, die den Vögeln, denen Sie ein Zuhause bieten möchten, schaden würden. Zunächst einmal sollten Sie sich vom gängigen Schönheitsideal lösen, das in Deutschland in Bezug auf Gärten gilt. Akkurat gestutzte Hecken, perfekt gepflegte Blumenbeete und makelloser Golfplatzrasen mögen vielleicht dem Auge der meisten Menschen schmeicheln. Eine große Artenvielfalt kann ein dermaßen steriler Garten allerdings nicht beherbergen, da den meisten Tieren darin schlicht und ergreifend die Wohnungs- und Nahrungsgrundlage fehlt. Foto rechts: Glockenblume, © Anke Poggel

Damit sich in Ihrem naturbelassenen Garten Vögel ansiedeln können, sollte deshalb idealerweise genügend natürliche Nahrung für sie vorhanden sein. Viele Vogelarten ernähren sich von Insekten, die vorzugsweise auf oder von einheimischen Wildpflanzen leben. Es wäre demnach gänzlich falsch, gegen Insekten in Ihrem Garten vorzugehen. Der Einsatz von Insektiziden widerspricht dem Konzept des naturbelassenen Gartens auf ganzer Linie! (Siehe dazu auch das gesonderte Kapitel.)

Üppige Blumenpracht Besonders viele Insekten können nur dann dauerhaft in einem Garten überleben, wenn sie diejenigen Pflanzen vorfinden, die ihnen als Nahrung und Lebensraum dienen. Exotische Gewächse sollten Sie daher nach Möglichkeit nicht in ihrem vogelfreundlichen Garten anpflanzen, weil diese den Bedürfnissen vieler einheimischer Insektenarten nicht gerecht werden. Besser ist es, gezielt einheimische Pflanzen und Wildblumen einzubürgern. Davon profitieren unter den Vögeln nicht nur die Insektenfresser. In einem naturnahen Garten sollten sich nach Möglichkeit neben den Schadinsekten, die von den Vögeln gern gefressen werden, auch Nutzinsekten ansiedeln. Ihre Anwesenheit fördert die Fruchtbildung vieler Pflanzenarten ungemein, weshalb es sinnvoll ist, ihnen artgerechten Wohnraum anzubieten. Das Sortiment der Firma Schwegler umfasst eine Reihe von Insektenhilfen, die Nützlingen wie beispielsweise der Florfliege und damit dem Gärtner selbst dienen. Foto © Dagmar Offermann

Distel Die Vegetarier unter den Singvögeln finden in mit einheimischen Gewächsen besiedelten Gärten viele begehrte Samen. Stieglitze zum Beispiel tragen im Volksmund nicht ohne Grund den Namen "Distelfinken". Wer in seinem Garten Disteln wachsen lässt, wird vermutlich im Herbst diese bunten Vögel bei der Nahrungsaufnahme beobachten können (siehe Abbildung rechts, © Gaby Schulemann-Maier).

Wildblumenwiesen können nur dann gedeihen, wenn man dauerhaft auf eine Düngung und häufiges Mähen der Rasenfläche verzichtet. Dünger sollte im Idealfall an keiner Stelle eines naturnahen Gartens zum Einsatz kommen. Außerdem sollten Sie sich an den Anblick von Wildkräutern gewöhnen, da diese ein integraler Bestandteil eines vogelfreundlichen Gartens sind. Bedauerlicherweise werden sie von vielen übereifrigen Hobbygärtnern als "Unkraut" bezeichnet, was sie wahrlich nicht sind, sie spielen viel mehr eine wichtige Rolle in der Natur.

Junger Igel Reisig, abgeschnittene Äste und entfernte Teile von Sträuchern und Hecken sollten Sie zukünftig nicht mehr verbrennen oder häckseln. Erheblich sinnvoller ist es, totes Holz aufzuschichten und aufzubewahren, um am Boden brütenden Vogelarten und beispielsweise Igeln eine Heimstatt zu bieten. Was Sie sonst noch für Igel tun können, erfahren Sie auf der Website von Pro Igel. Übrigens dürfen Igel keine Milch trinken, sie ist schädlich für diese Tiere. Das nebenstehende Foto zeigt einen Igel, der eine speziell auf das Verdauungssystem der kleinen Säuger abgestimmte Nährflüssigkeit zu sich nimmt, die nur wie Milch aussieht. Für den Menschen sind Igel sehr nützlich, denn in einem Garten, in dem Igel wohnen, können sich Schnecken normalerweise kaum vermehren. Schneckenkorn, das entgegen plakativer Äußerungen des Herstellers für Vögel übrigens schädlich ist, wird dadurch überflüssig. Foto © Dagmar Offermann

Verwenden Sie in Ihrem naturnahen Garten niemals Laubsauger! Wer altes Laub mit solchen Geräten entfernt, saugt damit auch zahllose Insekten auf, die sich unter Laubschichten für die Winterruhe zurückgezogen haben. Die Folge wäre, dass im nächsten Frühling erheblich weniger Insekten im Garten leben würden, was eine massive Verschlechterung des Nahrungsangebots für Vögel darstellen würde. Außerdem verschwinden in Laubsaugern nicht nur abgestorbene Pflanzenteile, sondern auch Samen, was zu einer Verarmung der Flora des naturnahen Gartens führen würde. Die Laubschicht sollte in einem naturnah gestalteten Garten besser liegen bleiben. Zum Thema Laubsauger hat der NABU Hamburg eine informative Seite ins Netz gestellt.

Ertrunkene Taube Lassen Sie niemals einen Schornstein, eine Regenrinne oder Ähnliches ungeschützt offen stehen. Es ist ratsam, diese Öffnungen mit einem dünnen Gitter zu bedecken, damit keine Vögel und andere Tiere hinein stürzen können. Im Fall der Regenrinne erleichtert dieses Gitter Ihnen darüber hinaus die Reinigung erheblich. Auch Zierbrunnen, Regentonnen und andere Gegenstände, in denen sich viel Wasser befindet beziehungsweise sammeln kann, sollten Sie stets abdecken, damit keine Tiere darin ertrinken können. Oder aber Sie bringen kleine Rampen darin an, damit sich Vögel nach draußen retten können, damit sie nicht ein ähnlich grausames Schicksal ereilt wie die rechts gezeigte junge Taube, die in einem Zierbrunnen ertrunken ist. Foto © Gaby Schulemann-Maier

Vergitterte Regentonne Gefährlich sind ferner handelübliche großmaschige Gitter, die über Lichtschächten befestigt sind. Viele kleine Lebewesen wie Reptilien und Jungvögel fallen durch die großen Öffnungen hindurch und finden einen qualvollen Tod durch Verhungern und Verdursten. Sichern Sie solche Gefahrenquellen durch zusätzliche, engmaschige Gitter (siehe weitere Fotos). Foto © Björn Lichtmaneker

 

 

 

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