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Teiche und Tümpel

Teich mit Uferzone Das Anlegen eines Gartenteichs ist ohne Zweifel mit erheblichem Aufwand verbunden. Existiert der Teich erst einmal, muss er regelmäßig gepflegt werden. Man sollte den mit dieser Pflege verbundenen Zeitaufwand daher unbedingt vor dem Anlegen des Teiches bedenken! Außerdem sollten Sie auf keinen Fall die wichtigsten Sicherheitsaspekte vernachlässigen. Halten sich in Ihrem Garten zum Beispiel regelmäßig kleine Kinder unbeaufsichtigt auf, so sollten Sie vom Anlegen eines Teichs vorerst lieber Abstand nehmen, damit sich kein tragischer Unfall ereignen kann. Foto © Gaby Schulemann-Maier

Ferner wäre es wenig sinnvoll, einen Teich anzulegen, wenn man in der Nähe einer stark frequentierten Straße wohnt. Nicht nur Vögel werden durch einen Teich angelockt, sondern auch Amphibien wie etwa einheimische Kröten, die mehrere hundert Meter weit wandern, um in Gewässern zu laichen. Bei starkem Verkehrsaufkommen würden sie unter Umständen unnötige Opfer des Straßenverkehrs, während sie versuchen, den Gartenteich zu erreichen, was absolut nicht im Sinne des Tierschutzes wäre.

Schafstelze auf einem Stein Es ist wichtig, einen Teich durchdacht zu konzipieren, damit er dauerhaft ein attraktiver Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten bleibt. Im Teich überwinternde Tiere sollten nicht einfrieren, wenn die Außentemperaturen über eine längere Zeit unter den Gefrierpunkt fallen. Deshalb muss ein Teich mindestens einen Bereich aufweisen, die tiefer als 1,5 Meter ist. Der Boden des Teiches muss absolut dicht sein, damit das Wasser nicht versickert. Darüber hinaus sollten Sie dafür Sorgen tragen, dass der Teich im Sommer nicht austrocknet oder aufgrund mangelnder Wasserzufuhr verbrackt. Entweder füllen Sie bei allzu großer Verdunstung Wasser mit Hilfe des Gartenschlauchs nach, oder aber Sie verbinden die Entwässerung Ihres Hausdachs mit dem Teich. Auf diese Weise wird dem kleinen Gewässer immer wieder Frischwasser zugeführt, was das Algenwachstum hemmt und die Gefahr einer Austrocknung deutlich reduziert. Foto: Schafstelze auf einem Stein, © Walter Gladischefski

Bachlauf mit Frosch Wer das große Glück hat, dass sich ein natürlicher Wasserlauf den Weg über das eigene Grundstück bahnt, der sollte diesen beim Anlegen des Teiches mit einbeziehen, da er das kleine Gewässer auf natürliche Weise mit Frischwasser versorgen kann. Wenn ein solcher Bach durch einen Teich fließt, stellt sich rasch eine natürliche Fauna im Teich ein, die man in einem isolierten, neu angelegten Teich ohne Hilfsmittel nicht erreicht. Um einen neu angelegten Teich mit Kleinstlebewesen zu besiedeln, genügt es, einen Eimer Wasser aus einem anderen Teich hinzuzufügen. Diese Kleinstlebewesen machen den Teich erst zu dem, was er idealerweise sein sollte: ein gesundes, sich selbst tragendes Ökosystem. Foto: Bach mit Frosch, © Gaby Schulemann-Maier

Rohrammer im Röhricht Ideal wäre es, wenn Ihr Gartenteich eine Röhrichtzone oder ein sumpfiges Ufer aufweisen würde. Wenn der Teich groß genug ist, gedeihen an seinem Ufer unter Umständen sogar Schilf und ähnlich hohe Gewächse, die Rohrsängern als Heimat dienen könnten. Selbst wenn sich diese Vögel nicht an Ihrem Teich ansiedeln, so wird er ein perfekter Lebensraum für Wasserinsekten, was beispielsweise Bachstelzen anlockt, die sich ausschließlich von derlei tierischer Kost ernähren.

Rohrkolben wachsen bereits in wenige Zentimeter tiefem Wasser. Im Herbst ziehen die Samenstände Vögel an, das welke Laub eignet sich hervorragend als Nistmaterial. Die dekorative Schwertlilie bietet gute Versteckmöglichkeiten. Insekten lassen sich mit Hilfe von blühenden Wasserpflanzen wie Mädesüß, Kuckuckslichtnelke oder Schwanenblume ansiedeln. Foto: Rohrammer-Männchen im Röhricht, © Gaby Schulemann-Maier

Libellenpaarung am Teich Viele Vogelarten jagen gern über dem Wasser tanzende Mücken oder andere Fluginsekten. Dabei können sich folgenschwere Unfällen ereignen, wenn die gefiederten Jäger durch eine Unachtsamkeit ins Wasser stürzen. Bringen Sie deshalb unbedingt mindestens eine, noch besser mehrere Klettermöglichkeiten in Ihrem Teich an, die ins Wasser gefallenen Vögeln und anderen Tieren wie Igeln als lebensrettender Weg an Land dienen können. Ferner sollten Sie darauf achten, dass Sie den Teich während der Zeit des Jahres niedrig umzäunen, in der junge Igel unterwegs sind. Viele dieser kleinen Säugetiere ertrinken Jahr für Jahr in Gartenteichen, was man in einem naturnah eingerichteten Garten nach Möglichkeit nicht geschehen lassen sollte, schließlich erfüllen die Stachelritter in der heimischen Natur eine wichtige Aufgabe. Foto: Libellenpaarung am Teich, © Gaby Schulemann-Maier

Flache, schlammige Uferzone Flache lehmige oder schlammige Uferzonen sind für Schwalben und Segler interessant, da diese Vogelarten Lehm zum Bau ihrer Nester benötigen. In seichten Uferzonen eines Gartenteichs kann man vor allem im Sommer immer wieder kleine Singvögel beim ausgiebigen Baden beobachten, wenn sich die Tiere an einem Teich sicher fühlen und zudem Bäume sowie dichte Sträucher in der Nähe haben, auf die sie zum Trocknen fliegen können. Achten Sie beim Anlegen einer solchen flachen Uferzone bitte darauf, diese so zu gestalten, dass badende Vögel die Umgebung überblicken können, damit sie Fressfeinde wie Katzen rechtzeitig entdecken und fliehen können.

Steile, lehmige Uferzone Mehr Platz benötigen steile lehmige Uferwände (siehe Foto rechts). Sie sind für den in Deutschland sehr selten gewordenen Eisvogel besonders attraktive Nistplätze, sofern ein fließendes, fischreiches Gewässer mit geeigneten Ansitzästen für die Jagd vorhanden ist. Eisvögel in einem eigenen Garten anzusiedeln, ist allerdings äußerst schwierig. Normalerweise nehmen diese auf den Fischfang spezialisierten Vögel nicht mit einem einfachen Teich vorlieb, sie bevorzugen in aller Regel fließende Gewässer. Wer dies jedoch in seinem Garten bieten kann, sollte lehmige Steilufer nicht begradigen und sich gegebenenfalls mit Fachleuten austauschen, um den Eisvögeln zum Beispiel durch das Einbauen von Niströhren bei der Ansiedlung behilflich zu sein. Foto © Gaby Schulemann-Maier

Bachlauf Sollten Sie einen wirklich großen Teich auf Ihrem Grundstück anlegen können, der von einem fließenden Zulauf, also Bach, gespeist wird, so ist es sogar denkbar, dass sich Entenvögel auf ihm ansiedeln, um ihre Jungen großzuziehen. Da sich vor allem in städtischen Ballungsräumen relativ wenige Teiche und Seen finden, sind Enten für jeden sich bietenden Nistplatz dankbar. Entenvögel bauen ihre Nester unter anderem aus Teilen abgestorbener Wasserpflanzen, weshalb man seinen Teich nicht zu sehr aufräumen sollte, um den Vögeln auf diese Weise Nistmaterial zu bieten. Foto © Gaby Schulemann-Maier

Manche Entenarten wie die Stockenten brüten relativ weit entfernt vom Wasser, sodass sie im Frühling scheinbar urplötzlich mit einer Schar Jungtieren, die Nestflüchter sind, auf Teichen erscheinen.

Stockentenfamilie
Foto © Gaby Schulemann-Maier

Achtung: Ist der Teich klein und wird er nicht durch einen Bach mit Frischwasser gespeist, sind Enten bedauerlicherweise Gift für das Ökosystem. Ihr Kot kann das stehende Gewässer nach relativ kurzer Zeit umkippen lassen!

Graureiher Kleine Wasservögel wie Enten sind bei den meisten Gartenbesitzern mit einem von Frischwasser gespeisten Teich gern gesehene Gäste. Graureiher, die sich am Gartenteich niederlassen, um die darin lebenden Fische zu erbeuten, sind hingegen meist eher weniger willkommen. Wie Sie Graureiher auf natürliche Weise von Ihrem Gartenteich fernhalten können, erfahren Sie im Merkblatt der Schweizer Vogelwarte, welches hier zum Download bereitsteht. Für die Bepflanzung Ihres Teiches eignen sich je nach Wassertiefe und Nähe zum Ufer unterschiedliche Pflanzen. Tipps gibt diesbezüglich der Fachhandel. Foto: Graureiher,  © Gaby Schulemann-Maier

Übrigens: Ein gutes, für Tiere unschädliches Mittel gegen Algenbewuchs soll eine im Teich versenkte, mit Haferstroh gefüllte Damenstrumpfhose sein. Die beim Verrotten entstehende Substanz ersetzt chemische Mittel gegen Algen.

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