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Reisighaufen
Auch in einem naturnahen Garten müssen von Zeit zu Zeit
Pflanzen gestutzt werden. Schnittgut
von Hecken,
Sträuchern
und Gebüschen sowie von
Bäumen sollte man jedoch
nicht im Häcksler verschwinden lassen - dafür ist es
viel zu schade! Verrottetes Holz
taugt hervorragend als absolut naturverträglicher
Dünger. Während es langsam
verrottet und dabei kontinuierlich Nährstoffe freisetzt, dient
das Holz einer Reihe von
Tieren als sicherer Unterschlupf. Foto ©
Dagmar Offermann
Viele Tierarten sind darauf spezialisiert, in totem Unterholz zu leben
und dort ihren Nachwuchs
großzuziehen. Ein bei den Menschen beliebter Vogel, das Rotkehlchen,
schläft, brütet und jagt in Haufen aus Zweigen und
Geäst unterschiedlicher Dicke
nach Nahrung. Reisighaufen dienen aber nicht nur dem Rotkehlchen als
Zufluchtsstätte, wenn
sich ihnen Fressfeinde wie etwa
Hauskatzen nähern.
Auch Amseln und
eine Reihe weiterer Vogelarten verkriechen sich nicht nur bei Gefahr
gern in Reisighaufen.
Vor allem Jungvögel, die ihr Nest zwar bereits verlassen
haben, jedoch noch von ihren
Eltern gefüttert werden, suchen gern Schutz in Reisighaufen.
Foto ©
Anke Dornbach
Sollte
sich mit der Zeit ein zu großer Reisighaufen in Ihrem Garten
ansammeln, so sollten
Sie ihn auf keinen Fall während der Brutsaison der
Vögel verkleinern. Entnehmen Sie bitte stets von oben einige
Äste, wenn es denn unbedingt sein muss, da sich im unteren
Bereich mit großer Wahrscheinlichkeit Vögel, Igel
und andere Tiere häuslich
eingerichtet haben. Foto: Igelhaus im Reisighaufen, ©
Dagmar Offermann
Ein besonders wertvoller Kleinlebensraum für
Vögel ergibt sich aus einem Reisighaufen,
wenn man diesen von Wildrosen oder Brombeeren überwuchern
lässt. Rund um diesen durch
die stacheligen Gewächse geschützten Reisighaufen
lassen sich einheimische Stauden anpflanzen, die dem Ganzen ein wenig
Farbe verleihen. Die in einem solchen Reisighaufen
lebenden Tiere sind vor Fressfeinden optimal geschützt, wenn
beispielsweise ein dichtes
Brombeergestrüpp quasi als natürlicher
"Stacheldrahtzaun" fungiert, ohne die negativen
Eigenschaften echten Stacheldrahts mit sich zu bringen.
Kommen Sie bitte nicht auf die Idee, Ihren Reisighaufen als Basis
für ein Osterfeuer zu
benutzen! Liegt der Holzschnitt bereits seit einigen Monaten in Ihrem
Garten, haben sich mit
Sicherheit viele Tiere wie Wildbienen oder aber auch etliche
Vögel in ihm eingefunden.
In der Zeit um Ostern brüten viele Vogelweibchen in eben
solchen Reisighaufen. Zündet
man das alte Holz an, flüchten brütende Weibchen in
aller Regel nicht, um den Standort
ihres Nestes nicht preiszugeben - der Reisighaufen wird so zum
Scheiterhaufen für die arglosen Tiere. Bitte weisen Sie auch
in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis auf diese Thematik
hin, falls jemand plant, seinen Reisighaufen anlässlich des
Osterfestes zu verbrennen.
Foto ©
Anke Dornbach
Weitere Informationen zum Thema Reisighaufen und
Osterfeuer bietet der NABU Hamburg auf einer
speziellen Seite
im Internet.
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