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Kleinlebensräume
Neben den großen, komplexeren Lebensräumen wie
Naturwiesen oder den
Teichen können
vogelfreundliche Gärten auch räumlich betrachtet kleine Lebensräume bieten, die
dennoch für viele Tierarten enorm wichtig sind. Es ist vergleichsweise leicht, solch
kleine Lebensräume oder ökologische Nischen zu errichten, die Vögeln oder ihren
Beutetieren als Heimat sowie als nützliche Umgebung zur Gestaltung ihres artgerechten
Alltags dienen. Foto ©
Gaby Schulemann-Maier
Ein wichtiger Kleinlebensraum ist die Sandbadestelle, siehe Abbildung oben.
Etliche Vogelarten wie zum Beispiel der
Haussperling
benötigen zur Pflege ihres Gefieders nicht nur Wasser, sondern auch Sand oder Staub.
Ausgiebige Sandbäder sind jedoch in der heutigen Zeit purer Luxus für die meisten
Wildvögel, da sich in der Natur nur noch sehr wenige natürliche Sandbadestellen finden.
Zum Errichten einer Sandbadestelle hebt man eine Mulde aus, die mit Quarzsand aufgefüllt wird.
Dabei sollte man unbedingt darauf achten, dass sich unter dem Sand kein Humus befindet. Dieser
nährstoffreiche Boden als Untergrund würde dazu führen, dass der Sand innerhalb
kürzester Zeit von Pflanzen mit langen Wurzeln überwuchert würde. Wenn Sie
über einen alten Sandkasten verfügen, der nicht mehr zum Spielen benötigt
wird, weil die Kinder längst erwachsen sind, so können Sie auch diesen als
Sandbadestelle für Staub liebende Vögel bereitstellen. Hin und wieder sollten Sie
die Sandbadestelle von Pflanzen befreien, die sich in ihr ausbreiten, um ein Überwachsen zu
verhindern. Foto ©
Gaby Schulemann-Maier
Bitte kontrollieren Sie die Sandbadestelle regelmäßig auf gegebenenfalls vorhandene
Katzenexkremente. Frei in der Natur herumlaufende
Katzen
benutzen Sandflächen oft gern als "Toilette", was einen Sandbadeplatz rasch unbrauchbar
für Vögel werden lässt.
Neben der Sandbadestelle ist eine möglichst wenig begrünte oder gänzlich
unbewachsene Kiesfläche ein wichtiger Kleinlebensraum. Zwischen den
Steinchen leben zahllose Insekten, die vielen Vogelarten als Nahrung dienen. Hinsichtlich der
Pflege sind Kiesflächen sehr angenehme Kleinlebensräume, da man sie lediglich hin und
wieder von zu starkem Pflanzenbewuchs befreien muss. Die meisten Zeit kann man sie getrost sich
selbst überlassen. Manche Vogelarten mögen Kiesflächen als Sitzplatz nach dem
(nassen) Bade oder einfach nur, um ein ausgiebiges Sonnenbad zu nehmen. Foto ©
Gaby Schulemann-Maier
Vor allem während des Frühlings leisten kleine Schlamm- oder
Lehmflächen den soeben aus dem Süden heimgekehrten Schwalben hervorragende Dienste.
Mehlschwalben
(siehe Bilder unten Mitte und rechts) und ihre Verwandten, die
Rauchschwalben
(siehe Foto unten links), benötigen feuchten Lehm für den Bau ihrer Nester, den sie
in freier Natur aufgrund der zunehmenden Bodenversiegelung kaum noch finden. Foto ©
Gaby Schulemann-Maier
V. l. n. r.: Rauchschwalbe,
Mehlschwalbe,
zwei Mehlschwalben;
Fotos ©
Gaby Schulemann-Maier
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