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Hecken, Sträucher
und Gebüsche
Sträucher, Gebüsche und Hecken sind ausgesprochen
wichtige
Lebensräume für verschiedene Tier- und Vogelarten. Amseln, Grünfinken,
Hänflinge,
Gartengrasmücken
sowie etliche weitere Vogelarten sowie Säugetiere, darunter
der Igel, verstecken sich nicht
nur gern in dichtem Gestrüpp, sie ziehen dort auch ihren
Nachwuchs groß. Deshalb
sollten Büsche, Sträucher und Hecken Bestandteile
jedes naturnahen Gartens sein.
Foto ©
Gaby
Schulemann-Maier
Idealerweise sollte man sich für das Anpflanzen
einheimischer Gewächse entscheiden,
wenn man den Vögeln im Garten eine Hecke oder ein
Gebüsch als Lebensraum einrichten möchte. Einen sehr
guten Beitrag zum Vogelschutz leisten Sie, wenn Sie fruchttragende
Gewächse in Ihrem Garten pflegen, siehe Liste
weiter unten. Die Früchte dieser Pflanzen bilden im Winter
eine wichtige Nahrungsquelle
für Vögel.
Hecken dienen aber nicht nur als Nahrungsquellen,
sondern dienen zahlreichen Vogelarten
überdies als Versteckmöglichkeiten. Hierbei ist die
Art der Heckenpflanzen von
Bedeutung dafür, welche Vogelarten sich vornehmlich
für sie interessieren und
in ihnen Unterschlupf finden.
Perfekte Versteckmöglichkeiten sowie einen rechhaltig
gedeckten "Nahrungstisch" bieten
Hecken aus Buchen. Diese Pflanzen wachsen langsam und lassen sich
leicht dazu bringen, eher in
die Breite als in die Höhe zu streben. Sie ziehen
mittelgroße Vögel wie
Amseln
oder Finken geradezu magisch an. Im dichten, undurchsichtigen Blattwerk
können sich diese
Vögel bestens verstecken. Kleinere Vögel wie die
Rotkehlchen
schätzen hingegen eher Hecken, die aus Wacholder oder Beeren
bestehen. Ideale Bedingungen
für eine große Zahl von Vogelarten bietet man in
seinem Garten, wenn man
verschiedene Heckenpflanzen mit unterschiedlicher Blattdichte
anpflanzt. Foto: Rotkehlchen, ©
Gaby
Schulemann-Maier
Aber nicht nur diese Pflanzenarten sollten einen Platz in Ihrem
vogelfreundlichen Garten finden.
Pflanzen Sie zusätzlich einige Zapfen tragende
Nadelgehölze als Hecken an,
bieten Sie beispielsweise
Fichtenkreuzschnäbeln
ein Zuhause. Diese schönen Vögel mit dem
überkreuzten Schnabel finden in freier
Natur zunehmend weniger Nahrung und Lebensräume, sodass sie
vielerorts auf die Hilfe
vogelfreundlicher Menschen und deren Gärten angewiesen sind.
Foto: Fichtenkreuzschnabel-Männchen, ©
Gaby
Schulemann-Maier
Im Herbst werfen einige
Heckengewächse ihr Laub ab. Lassen Sie dieses am besten dort
liegen, wo es hinfällt. Aus dem welken Laub bildet sich mit
der Zeit ein idealer Boden für die natürliche
Krautschicht, die in naturnahen Gärten unter Hecken
wachsen sollte. In diesem "Unterholz" von Hecken leben zahlreiche
Insektenarten, die Vögeln später als Nahrung dienen.
Mit dem Liegenlassen des Laubes helfen Sie
überdies dem Igel, der seine Jungen in Laubnestern
großzieht, die unter Reisig versteckt sind.
Außerdem macht es diese Laubschicht den Fressfeinden der
Vögel,
also zum Beispiel den Katzen,
erheblich schwerer, sich geräuschlos an ihre Opfer
anzuschleichen. Foto: Blühender Weißdorn, ©
Anke Dornbach
In den meisten Gärten stehen zierliche, akkurat gestutzte
Hecken in den
Randbereichen, um die Grundstücksgrenze zu markieren. Sie sind
vielen Gartenbesitzern als
lebender Sichtschutz willkommen, der das eigene Reich vor den Blicken
allzu aufdringlicher Nachbarn oder gar vor Fremden abschirmt. Aber
wehe, wenn ein paar Zweige aus der akkuraten Form der
Hecke herausragen, dann wird meist umgehend Hand angelegt, bis die
grüne Barriere wieder dem
akkuraten Schönheitsideal entspricht. Vor allem an
Straßenrändern ist es sogar gesetzlich
vorgeschrieben, Hecken in Form zu halten - aber bitte dennoch mit
Verstand und
Rücksicht auf die Tierwelt! Foto: Wacholderdrossel mit
Hagebutte, © Doris Thomas
In Deutschland ist es gemäß
§ 39 des Bundesnaturschutzgesetzes verboten, Hecken,
Gebüsche und lebende Zäune in der Zeit vom 1.
März bis zum 30. September zu schneiden. Grund für
das Verbot ist, dass während dieser Zeit Tierbruten
stattfinden können. Wird eine Hecke während der
Brutsaison der Vögel geschnitten, kann dies dazu
führen, dass im schlimmsten Fall das Nest zerstört
wird. Manche Altvögel, deren Nest durch den Schnitt einer
Hecke nicht zerstört worden ist, geben dennoch ihren
Nistplatz auf, da ihnen die Störung zuviel war. Ihre
Nachkommen müssen qualvoll
verhungern, wenn sich niemand ihrer annimmt. Haben Sie durch den
Schnitt Ihrer Hecke
versehentlich junge Singvögel zu verlassenen Küken
gemacht, so sollten Sie sich unbedingt um sie kümmern und sie
in die Obhut eines erfahrenen Vogelpflegers
übergeben, falls Sie sie nicht selbst großziehen
können oder wollen. Sämtliche wichtigen Informationen
zum Thema sowie eine Liste mit Adressen von Auffangstationen
finden Sie in der Rubrik
"Aufzucht von
Jungvögeln".
Damit der Fall gar nicht erst eintritt, dass Nester oder Jungtiere zu
Schaden kommen, sollten
Sie Ihre Hecken niemals während der Fortpflanzungs- und
Brutzeit einheimischer Tierarten
schneiden und sich an das geltende deutsche Gesetz halten. Stutzt
man Hecken dagegen im Winter, geht man sicher, dass
man damit keine Nester beschädigt oder Altvögel dazu
bringt, ihre Brut aufzugeben. Wenn Sie im Winter Ihre Hecke
großzügig zurückschneiden, wird ein
erneutes
Stutzen im Sommer überflüssig. Das spart Arbeit und
ist gut für die Tierwelt.
Foto: Weißdorn mit Beeren, ©
Anke Dornbach
Schnittgut sollten Sie nicht in den Häcksler
werfen, sondern lieber aufschichten. Wie wichtig
Reisighaufen für Vögel und andere Tiere sind,
können Sie im gleichnamigen
Kapitel nachlesen.
Falls Sie uneinsichtige Nachbarn und Bekannte davon
überzeugen möchten, Hecken
nicht während der Brutsaison zu schneiden, so können
Sie sich aus dem Internet
ein doppelseitiges Merkblatt herunterladen, das die Schweizer
Vogelwarte zu diesem Thema bereitstellt (bitte hier
klicken). Auch der NABU Hamburg informiert in dieser Sache, siehe Link.
Liste geeigneter Pflanzen
für vogelfreundliche Hecken und Sträucher
- Blutrote Johannisbeere (Ribes sanguineum)
- Bocksdorn (Lycium chinense)
- Brombeere (Rubus caesius)
- Eberesche oder Vogelbeere (Sorbus aucuparia,
siehe Abbildung rechts)
- Gartenerdbeere (Fragaria ananassa)
- Hainbuche (Carpinus betulus)
- Haselnuss (Corylus avellana)
- Heidelbeere (Vaccinium myrtillus)
- Himbeere (Rubus idaeus)
- Liguster (Ligustrum vulgare)
- Rose (Rosa canina)
- Rotbuche (Fagus silvatica)
- Rote Johannisbeere (Ribes rubrum)
- Roter Holunder (Sambucus racemosa)
- Sanddorn (Hippophäe rhamnoides)
- Schlehe (Schwarzdorn, Prunus spinosa)
Schneeball (Viburnum
opulus,
siehe Abbildung rechts)
- Schneebeere (Symphoricarpus racemosus)
- Stachelbeere (Ribes uva-crispa)
- Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum)
- Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
- Wacholder (Juniperus communis)
- Walderdbeere (Fragaria vesca)
- Wilder Wein (Parthenocissus tricuspidata)
- Weißdorn (Crataegus oxyacantha)
- Wolliger Schneeball (Viburnum lantana)
Fotos der Pflanzen ©
Gaby
Schulemann-Maier
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