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> Vogelfreundlicher Garten - Einleitung
Vogelfreundlicher Garten -
Einführung
Bereits in der Steinzeit hat der Mensch damit begonnen, seine Umwelt zu
verändern und
dadurch seinen Bedürfnissen anzupassen. Mit der Entstehung der
modernen Zivilisation
und der zunehmenden Industrialisierung wuchs der Einfluss auf die
Ökosysteme, die der
Mensch teils bis zur Unkenntlichkeit manipulierte - und dadurch viel
intakte Natur zerstörte.
Foto ©
Gaby
Schulemann-Maier
Noch vor wenigen Jahrhunderten waren weite Teile
Deutschlands von dichten, alten Laub- und Mischwäldern
bedeckt, die im Rahmen der Landgewinnung für den Ackerbau und
die
Erweiterung von Dörfern und Städten sowie
für den Schiffsbau abgeholzt
wurden. Mit dem Rückgang dieser (Ur-)Wälder und
anderer vom Menschen zerstörter
Landschaftsformen verschwand auch der Lebensraum für viele
Vogel- und Tierarten. Die
ursprünglich in unseren Breiten vorkommenden
Laubbäume mussten beispielsweise für
gerade wachsende Nadelbäume wie Fichten weichen, die in der
Holzverarbeitung eine
große Rolle spielen.
Einigen Spezies gelang es, sich den neuen Gegebenheiten schnell und
erfolgreich anzupassen -
man bezeichnet viele dieser Tier- und Vogelarten heute als Kulturfolger. Sie zeichnen sich
dadurch aus, dass sie ihre frühere Lebensweise zum Teil
gänzlich
aufgegeben und sich mit der Nähe des Menschen arrangiert
haben. Amseln zum
Beispiel lebten ursprünglich ausschließlich in
Wäldern und verhielten sich
dem Menschen gegenüber ausgesprochen scheu. Foto ©
Gaby
Schulemann-Maier
Rabenvögel wie die
Elstern haben
unter anderem Komposthaufen als
Nahrungsquelle für sich entdeckt und sind vor der Bejagung
durch den Menschen in vor
Jägern sichere Siedlungsgebiete geflohen. Einer Reihe von
Mäusebussarden
gelang es, sich auf das Erbeuten von Verkehrsopfern an Autobahnen zu
spezialisieren. Dadurch
können sie ihre Population trotz der veränderten
Umwelt- und Ernährungsbedingungen
weitestgehend stabil halten.
Allerweltsvögel wie der Haussperling, der Vogel
des Jahres 2002 des NABU, werden hingegen seit den 1970er
Jahren immer seltener, ihre
Bestände sind vielerorts zusammengebrochen. Auch die Zahl der
Schwalben sowie anderer Vogelarten sinkt stetig, da die Tiere zu wenig
artgerechten Brutraum finden. Darüber hinaus
leiden sie unter dem Umstand, aufgrund der vielen durch Beton
versiegelten Flächen zu wenig
Lehm für den Nestbau sammeln zu können. Foto
©
Dagmar Offermann
Einen echten Siegeszug haben die Tauben, unter ihnen zum
Beispiel die recht großen
die Ringeltauben,
in menschlichen Siedlungsräumen angetreten, da sie dort ein
üppiges Nahrungsangebot
vorfinden. Irrtümlicherweise zählen manche Menschen
die Stadttauben
deshalb zu den Kulturfolgern. Genau genommen handelt es sich bei ihnen
jedoch um verwilderte
Haustiere (siehe hierzu auch das
Stadttauben-Spezial
der Wildvogelhilfe).
Einer weiteren Verarmung der einheimischen Vogelwelt hinsichtlich ihrer
Artenvielfalt lässt
sich entgegenwirken, indem man den eigenen Garten möglichst
vogelfreundlich gestaltet und
auf diese Weise vielen "wohnungslosen" Tieren einen Zufluchtsort
bietet. Leider entspricht das
Aussehen vogelfreundlicher Gärten oftmals nicht dem
gängigen Schönheitsideal, das die meisten Menschen
favorisieren. Unter Umständen ergeben sich
Meinungsverschiedenheiten mit
den Nachbarn, wenn Sie sich für einen naturbelassenen Garten
entscheiden. Aber
spätestens dann, wenn Sie im Frühling eifrig nach
Futter suchende Altvögel
selten gewordener Arten in ihrem nach Vogelschutzaspekten gestalteten
Garten beobachten
können, die erfolgreich ihren Nachwuchs aufziehen,
dürften Sie für die Querelen
mit den nörgelnden Nachbarn entschädigt sein.
Vielleicht können Sie die Nachbarn
sogar von der wild-romantischen Schönheit ihrer kleinen Oase
inmitten perfekt
manikürter Rasenflächen und Betonwüsten
überzeugen, denn jeder Quadratmeter vogelfreundlicher Garten
zählt beim Erhalt einheimischer Vogelarten. Foto:
Mohnblüte,
© Anke Dornbach
Vielen Gartenbesitzern ist es bedauerlicherweise alles andere als
Recht, wenn Wildvögel
Beeren oder Obst stibitzen. Aber auch das gehört zur Naturund die Ernteverluste durch Vögel relativieren sich angesichts
des Nutzens, den Hobbygärtner aus der
Anwesenheit der gefiederten Gartenbewohner ziehen. Vögel sind
äußerst effiziente biologische
Schädlingsbekämpfer. Wo viele Vögel leben,
können
Insekten wie etwa Blattläuse oder Raupen nicht die Oberhand
gewinnen. Foto ©
Gaby
Schulemann-Maier
In dieser Rubrik möchten wir Ihnen einige Tipps
geben, wie Sie Ihren kleinen oder
großen Garten in eine Heimstatt für zahlreiche
Vogelarten verwandeln und so zum aktiven Naturschutz beitragen
können.
Unser Linktipp zum Thema:
Holger Wentzel beschreibt auf seiner
Homepage einen schönen
Garten- und
Naturlehrpfad in Georgenthal/Thüringen.
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