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Dachbegrünung
Wer mitten
in der Stadt wohnt und kein Grundstück besitzt,
muss unter Umständen
nicht auf einen Garten verzichten. Flachdächer eignen sich
bestens als Grundlage
für eine Oase im Grau einer Stadt. Wichtig ist hierbei jedoch
eine konsequente
Planung beim Neubau oder Umbau eines Hauses. Ein Dachgarten muss
bautechnisch und auch
finanziell eingeplant werden. Ein begrüntes Dach bindet viel
Feuchtigkeit und kann
daher vorübergehend vergleichsweise schwer werden. Die
Bausubstanz muss dieses
zusätzliche Gewicht unbedingt (ver)tragen können.
Foto © Grün
+ Dach, Quindeau o Monreal GbR
Der Aufbau des Gründaches ist zunächst
einmal identisch mit demjenigen eines
einfachen Flachdaches, benötigt aber zusätzliche
Schichten: Trennschicht,
Wurzelschutzschicht, Drainage/Filterschicht und Wachstumsschicht. Es
ist daher zwingend
erforderlich, den Wunsch nach einem Dachgarten mit einem Fachmann oder
dem Architekten
durchzusprechen. Übrigens eignen sich auch viele schwach
geneigte Dächer zur
Begrünung.
In ihrer Anschaffung sind begrünte
Dächer zunächst einmal je nach
Ausführung relativ teuer. Auf die Dauer rentiert sich diese
Investition jedoch, denn
ihre bautechnischen und
ökonomischen Vorteile sind nicht von der
Hand zu weisen:
- Schutz der Dachhaut vor UV-Einstrahlung →
höhere Haltbarkeit
- Schutz der Dachabdichtung vor starken
Temperaturschwankungen sowie mechanischen
Beschädigungen → höhere Lebensdauer, da
weniger Materialermüdung
- Wärmeschutzwirkung → im Sommer
bleibt es im Dachgeschoss angenehm kühl
- Schallschutzwirkung → Straßen- und
sonstiger Umweltlärm dringt weniger
stark ins Haus
- Verbesserte Isolierung → Verringerung der
Heizkosten, da weniger Wärme über
das Dach abgestrahlt wird
- Entlastung der Stadtentwässerung
- Senkung der Abwasserkosten, sofern in der jeweiligen
Kommune eine gespaltene Abwassersatzung
vorliegt
Darüber hinaus erfüllt ein intensiv
begrüntes Flachdach automatisch die
Brandschutzbestimmungen. Details zu den genannten Punkten
erklärt Ihnen Ihr
Dachbegrünungsfachmann oder Architekt sicher gern.
Nicht nur der Haushaltskasse bringen begrünte
Dächer viel Gutes. Auch die Natur
profitiert in vielfältiger Weise von begrünten
Dächern, deren ökologische
Vorteile
lauten:
- Verbesserung des Mikroklimas durch Ausgleich von
Temperaturschwankungen, Staubbindung
und Luftfeuchtigkeitsregulierung
- Regenwasserspeicherung und
Abflussverzögerung
- Schaffung von Ersatzlebensräumen
für die Tier- und Pflanzenwelt
Insbesondere für Vögel sind begrünte
Dächer wichtige Oasen im Beton- und
Asphaltdschungel. Während mancher Jahreszeiten ist die obere
Schicht des grünen
Daches relativ feucht, was zum Beispiel Wasser liebende Vögel
sie die Bachstelze
anlockt.
An den Pflanzen finden Insekten Nahrung, die ihrerseits
als Futter für viele Vogelarten
zur Verfügung stehen. Aber auch Pflanzensamen und
Früchte sind eine willkommene
Kost für Stadtvögel.
Auf
extensiv bewirtschafteten Gründächern - diese
Variante ist preisgünstiger -
lassen sich Pflanzen wie Schnittlauch (Allium schoenoprasum),
Storchenschnabel
(Geranium x magnificum), Felsen-Fetthenne (Sedum
reflexum ssp. rupestre),
Felsennelke (Petrorhagia saxifraga), Wilder Majoran (Origanum
vulgare),
Blauschwingel (Festuca glauca) und viele weitere
Arten anpflanzen. Bei intensiv
bewirtschafteten Gründächern spricht man von
Dachgärten, auf denen neben vielen
Sedum- und Grasarten auch größere Pflanzen gedeihen.
Foto: Sedum spp., © Gaby
Schulemann-Maier
Fundierte Informationen zum Thema Dachbegrünung
finden Sie im Internet:
Die Richtlinien zur Dachbegrünung werden von
der
Forschungsgesellschaft
Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V. (FLL) herausgegeben. Weitere
Informationen erhalten
Sie hier:
Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung
Landschaftsbau e.V. (FLL)
Colmantstraße 32
53115 Bonn
Tel.: 0228/690028
Fax: 0228/690029
E-Mail: info@FLL.de
Internet: FLL.de
Diese Broschüre zum Thema ist sehr lesenswert:
"Wissenswertes zum Gründach"
Herausgeber ist der VDD
Kostenloser Download unter Derdichtebau.de.
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