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Biologischer Pflanzenschutz
Ein allzu sorgloser Einsatz von DDT führte in den 1970er und 80er Jahren dazu, dass die in Deutschland damals bereits selten gewordenen Wanderfalken verseuchtes Futter zu sich nahmen. Das Gift lagerte sich in den inneren Organen der Vögel ab und führte bei den Weibchen dazu, dass sie erheblich zu dünnschalige Eier legten. Manche Altvögel kamen durch Probleme bei der Eiablage ums Leben, denn wenn beispielsweise ein Ei im Legedarm platzt, weil die Schale zu zerbrechlich ist, kann dies zu schweren inneren Verletzungen führen. Andere Weibchen harrten wochenlang auf einem Gelege aus, das dennoch niemals Jungtiere hervorbrachte, da durch die dünnen Schalen Bakterien in die Eier gedrungen waren oder das Innere des Eis vertrocknet war. Unzählige Eier gingen darüber hinaus während der Brutzeit zu Bruch, da sie aufgrund ihrer dünnen Schale dem Gewicht des brütenden Altvogels nicht gewachsen waren. Infolge dieser Auswirkungen des Pflanzenschutzmittels galt der Wanderfalke bald als nahezu ausgestorben. Glücklicherweise erholt sich die angeschlagene Population langsam, was nicht zuletzt auf eine gewachsene Sorgfalt im Umgang mit Pestiziden zurückzuführen ist.
Wem dieser Zusammenhang nicht klar ist, der könnte rasch ungewollt zum Meisen-Massenmörder werden. So mancher Gartenbesitzer will der alljährlichen Raupenplage Einhalt gebieten und vergiftet die Krabbeltiere - mit dem Resultat, dass die Meiseneltern emsig todbringende Nahrung in den Schlund ihrer Nachkommen schieben. Nach wenigen Stunden setzen bei den Jungtieren die ersten Vergiftungserscheinungen ein, die sich zum Beispiel durch Erbrechen, Krämpfe und schwere Lähmungen äußern. Erst nach maximal zwölf Stunden ist der qualvolle Todeskampf der jungen Vögel vorüber. Die beschriebenen tödlichen Vergiftungen treten ferner oft bei Rabenvögeln auf, sie sind demnach nicht auf die Gruppe der zierlichen Vögel wie Meisen oder Rotkehlchen beschränkt, die häufig in der Nähe des Menschen brüten. Der Autorin dieses Beitrags ist ein tragischer Fall bekannt, in dem in elf Meisennestern 103 Küken binnen zwei Tagen aufgrund eines solchen - sehr wahrscheinlich unnötigen - Insektizideinsatzes ums Leben kamen. Auch fünf Altvögel verstarben, weil sie die vergifteten Raupen gefressen hatten. Erst als der Verursacher dieses Massensterbens mit etlichen Vogelleichen konfrontiert wurde, war er überhaupt dazu bereit, zuzuhören - und später mehr als bestürzt über das, was er unbeabsichtigt angerichtet hatte. Als Naturschützer sollte man es gar nicht erst so weit kommen lassen und gegen ein vermehrtes Aufkommen von Schädlingen im eigenen Garten mit biologischen Mitteln vorgehen. Da in jedem gesunden Ökosystem ein Gleichgewicht zwischen Fressen und Gefressenwerden herrscht, haben Schädlinge natürliche Feinde. Solche Nützlinge im Garten anzusiedeln, ist demnach erheblich sinnvoller und schonender, als vorschnell zur Giftflasche zu greifen.
Was sind Schädlinge?
Was sind Nützlinge?
Prominente Nützlinge
Auch Florfliegen (Chrysoperla carnea) stehen im Dienst der Menschen, indem sie sich von Schädlingen ernähren. Den grünen Fluginsekten haftet aufgrund ihres wenig ansprechenden Aussehens leider ein geringerer Sympathiefaktor an als den Marienkäfern. Aber ein Nützling muss an sich doch keinen Schönheitswettbewerb gewinnen, um in einem naturnahen Garten wohnen zu dürfen, sollte man meinen.
Wie kann man Nützlinge ansiedeln?
Manche Großgärtnereien bieten gängige Nützlinge zum Verkauf an. Will man jedoch eine ein wenig "exotischere" Art wie zum Beispiel die Schlupfwespe Aphidius ervi erwerben, die Jagd auf Blattläuse macht, so muss man sich in aller Regel an einen Fachhändler wenden. Ein Breites Sortiment an Nützlingen sowie Zubehör zur Zucht jener kleinen Helferlein bietet die re-natur GmbH auf ihrer Website an.
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