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Nahrung für junge Rabenvögel
Rabenvögel benötigen sowohl zur Aufzucht als auch im Erwachsenenalter hauptsächlich tierische Kost. Junge Rabenvögel werden von ihren Eltern in der Natur vor
allem mit Insekten, Würmern und anderer tierischer Kost gefüttert.
Insekten dürfen
bei der Aufzucht durch Menschenhand nicht fehlen! Jedoch sollte auf die Gabe von
Schnecken und Würmern verzichtet werden, da hier eine Übertragung innerer
Parasiten (Endoparsiten, siehe
Link)
wahrscheinlich ist. Foto rechts: Sechs bis sieben Tage alte Elstern, ©
Dagmar Offermann
Ungefiederte Nestlinge sollten Sie mit einem
Insektenbrei,
mit klein geschnittenem magerem Fleisch, bevorzugt Hühnerherz, und mit einem
Gemisch aus hartgekochtem Eigelb, eingeweichten Beoperlen und Tatar füttern. Auf
die Zugabe eines Mineralien-,Vitamingemischs können Sie verzichten, wenn Sie
dieses schon - wie von uns beschrieben - in den Insektenbrei eingearbeitet haben
und den Brei im Wechsel regelmäßig verfüttern. Die Konsistenz des Breis sollte so beschaffen sein,
dass er sich in einer Spritze - natürlich ohne Nadel! -
aufziehen lässt. Man kann auch den Kolben aus der Spritze
ziehen und einen festeren Brei "von hinten" in die Spritze füllen. Ebenso
ist es möglich, kleine Futterkügelchen aus dem Gemisch zu formen, die tief in
den Rachen des Vogels geschoben werden. Junge Elster, © Henriette Ade
Ist der Vogel bereits einige Tage alt, so sollte der Anteil der festen
Nahrung zunehmend erhöht werden. Neben dem vorab Genannten, sollten auch Ei in
diversen Variationen, Eintagsküken und Mäuse in kleinen Stücken, Mehlwürmer (in
Maßen), Pinkies (Fliegenmaden), Buffalowürmer, Drohnenbrut (in Maßen) und ungeschwefelte
Rosinen gereicht werden.
Hier folgt ein Rühreirezept, nach dem
sich viele Rabenvogel "reißen":
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Vier bis sechs ganze rohe Eier ohne Schale (aber bitte von glücklichen
Hühnern!) mit einem Schuss Milch und etwas Ahornsirup
oder Honig verquirlen. Keine Gewürze zugeben! Das Ganze in
einer beschichteten Pfanne ohne Fett oder im Mikrowellenherd stocken lassen - fertig! Vor dem Servieren
unbedingt abkühlen lassen!
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Als Nahrung eignet sich darüber hinaus Obst, also beispielsweise Beeren, Weintrauben, Kirschen, Bananen, Apfelschabsel,
etc.
Nach der Reduzierung des Insektenbreis, dem ja schon Ergänzungsmittel
zugefügt sind, sollten dem Futter abwechselnd Vitamine und Mineralstoffe, vor
allem Kalzium, hinzugefügt werden. Bei der Aufzucht von Rabenvögeln kommt es
öfter als bei Jungtieren anderer Wildvogelarten zu Kalziummangel. Dieser kann
dazu führen, dass die Knochen zu weich werden, woraus sich Fehlstellungen
entwickeln (siehe auch "Rachitis").
Sie können diesem Problem entgegenwirken, indem Sie zerriebene, leere
Schneckenhäuser unter das Futter mischen. In dieser Darreichungsform kann der
Kalk und damit das Kalzium vom Verdauungstrakt eines Jungvogels besonders gut
aufgenommen werden. Es ist grundsätzlich besser, Kalk über- als unterzudosieren,
da ein Überschuss an Kalzium vom Vogel problemlos wieder ausgeschieden wird.
Die
Vögel benötigen außerdem einige Tropfen Wasser direkt im Anschluss an die
Fütterung. Bitte achten Sie darauf, dass die Flüssigkeit nicht in die Luftröhre
gelangt!
Ab dem Alter von ca. 14 Tagen sind Gewölle bildende Stoffe, zum
Beispiel Fell oder Federn, für die Verdauung notwendig und sollten
gelegentlich unter das Futter gemengt werden. Zusätzlich kann man Eifutter
geben, dieses regt ebenfalls die Gewöllebildung an.
Je nach Rabenvogelart unterscheiden sich die Geschmäcker.
Dohlen bevorzugen in der Regel eher die süßen Speisen,
Saatkrähen eher die
Getreidevarianten und
Rabenkrähen eher die Fleischvarianten. Probieren Sie aber bitte all die
genannten Futtermittel bei Ihren Pfleglingen aus. Die Kost sollte möglichst
vielseitig und ausgewogen sein. Foto rechts: Hungrige junge Eichelhäher, ©
Dagmar Offermann
Ist der Jungvogel zum Ästling geworden,
trägt er also am gesamten Körper sein volles Gefieder, muss nun zusätzlich zur "Zwangsfütterung" ein Napf bereitgestellt werden, damit der Vogel das Picken lernt. Spätestens jetzt muss man auch Lebendfutter reichen, damit der Vogel zum
eigenständigen Fressen animiert wird. Geeignet sind beispielsweise Mehlwürmer.
Darüber hinaus benötigt das Tier einen Wassernapf und eine Badegelegenheit. Foto
rechts: Jakob in der Voliere, © Dagmar Offermann
Sobald Rabenvögel die Nahrung selbst zu sich nehmen, sollte ihnen Gritt in einem
Napf angeboten werden. Zu allen zuvor genannten Speisen können Sie Erdnüsse,
Walnüsse, Sämereien, Haferflocken, handelsübliches Fettfutter, Insektenfutter
und Eifutter reichen.
Sie können dem ausgewachsenen Vogel in Maßen auch
süßes Brot (Brioche - Hefegebäck mit Eigehalt) und Käse (aber bitte minimal, da
Käse in der Regel über einen hohen Salzgehalt verfügt) anbieten. Lesen Sie bitte
außerdem unsere Informationen über
Futtertiere. Foto rechts: Tommy hat Hunger, ©
Dagmar Offermann
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