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Greifvögel und Eulen aufziehen
Die Aufzucht und Pflege junger Eulen und Greifvögel erfordert fundiertes Fachwissen, über das nur wenige Menschen verfügen. Gut gemeinte Hilfe kann rasch tödlich für die Tiere enden, wenn sie beispielsweise kein arttypisches Futter erhalten. Es ist daher ungemein wichtig, die Bedürfnisse junger Greifvögel beziehungsweise Eulen zu kennen, um ihnen tatsächlich helfen zu können. Hinzu kommt, dass sie entgegen der Darstellung der Schnee-Eule Hedwig bei Harry Potter alles andere als Kuscheltiere sind, die unter Umständen recht wehrhaft sein können.
Alle in Deutschland vorkommenden Eulen und Greifvögel ernähren sich von Beutetieren, die sie in aller Regel selbst erlegen, sie sind also keine Aasfresser. Hinsichtlich der Jungenaufzucht durch den Menschen bedeutet dies, dass ständig frisches Fleisch vorhanden sein muss, um die Nestlinge arttypisch füttern zu können. Bei der Fütterung von Altvögeln greifen zoologische Gärten und Vogelparks beispielsweise auf tote Eintagesküken von Haushühnern zurück. Haben diese in Gefangenschaft lebenden Altvögel Nachwuchs zu versorgen, zerkleinern sie das ihnen gereichte Futter zu Beginn der Aufzucht für ihre Jungen in schnabelgerechte Häppchen. Auch ein menschlicher Pfleger muss sehr jungen Greifvögeln und Eulen das Futter zerkleinern, was zweifelsohne keine besonders appetitliche Aufgabe ist. Überdies ist es nicht leicht, täglich frische Eintagesküken und andere artgerechte Kost einzukaufen. Ein Schnitzel aus dem Supermarkt um die Ecke tut es nämlich keineswegs! Ist das Jungtier erst einmal nahezu selbstständig, muss man ihm überdies beibringen, wie es lebende Beute zu schlagen hat. Anders können Eulen und Greifvögel nach einer Auswilderung in freier Natur nicht überleben. Daher ist es wichtig, ihnen diese für sie elementare Fähigkeit stellvertretend für ihre gefiederten Eltern zu vermitteln.
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