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Aufzuchtfutter

Junger MauerseglerIm Großen und Ganzen kann man davon ausgehen, dass sich die Vertreter einer Spezies, siehe Rubrik "Vogelarten", ähnlich ernähren. Ausnahmen bestätigen hierbei allerdings wie immer die Regel. Für Sie als Zieheltern ist es deshalb sehr wichtig zu wissen, ob Ihr Fundvogel eher vegetarisch, mit Insekten, mit beidem oder gar mit etwas gänzlich Anderem zu füttern ist. Die einzelnen Futtermittel zur Jungvogelaufzucht werden in diesem Kapitel ebenso beschrieben wie die einzelnen Gruppen der Vogelarten und ihre jeweiligen Bedürfnisse hinsichtlich der Ernährung. Wer was frisst, finden Sie weiter unten auf der Seite (bitte scrollen), im oberen Bereich bieten wir allgemeine Informationen zum Aufzuchtfutter und den Futtermitteln. Foto oben rechts: Junger Mauersegler, © Elisabeth Pfeiffer

Was Sie als Aufzuchtfutter grundsätzlich vermeiden sollten:
  • Hunde- und Katzenfutter (wird leider
    von vielen Tierärzten empfohlen)
  • Hackfleisch
  • Milchprodukte und Babybrei
  • Trockenfutter, z. B. Nestlingsfutter

Als erste Notfallmaßnahme sollten Sie einem gefundenen Vogel zunächst etwas Traubenzuckerlösung, also Wasser mit Traubenzucker, eingeben. Lassen Sie hierfür die Flüssigkeit seitlich vom Schnabel aus hinein rinnen, siehe Foto unten. Geben Sie sie niemals direkt in den Schnabel, der Vogel könnte daran ersticken! Bevor Sie aus Unwissenheit irgendetwas an einen gefundenen Wildvogel verfüttern, lesen Sie bitte unbedingt in Ruhe den gesamten Beitrag über eine artgerechte Fütterung!

Verabreichen von Trinkwasser
Foto: Junge Dohle, © Andrea Cromme

Damit von Ihnen gepflegte und versorgte Vögel keine gesundheitlichen Schäden aufgrund von Fütterungsfehlern erleiden, sollten Sie unsere Futtermittelbeschreibungen aufmerksam lesen. Die im Folgenden genannten Futtermittel sind zur Aufzucht der meisten Vogelarten geeignet:

  • Notfallfutter: Sollten Sie aus irgendwelchen Gründen (zum Beispiel Geschäftsschluss der Läden, Wochenende) auf die Schnelle kein artgerechtes Futter besorgen können, so können Sie am besten improvisieren, indem Sie Freunde und Bekannte mobilisieren, Insekten zu fangen. Besonders in Ställen findet man schnell große Mengen an Fliegen. Welche Insekten darüber hinaus geeignet sind, können Sie weiter unten nachlesen.

    Ist es nicht möglich, ausreichend Insekten zu fangen oder anderweitig Futter zu beschaffen, kann notfalls ein Ei mit einem Schuss Mineralwasser und einer Prise Zucker/Honig verrührt werden und in der Pfanne oder Mikrowelle gestockt werden. Auf Zimmertemperatur abkühlen lassen und kleine Stücke davon in zimmerwarmes Wasser getupft geben. Dieses Notfallfutter sollte jedoch auf keinen Fall länger als bis zu zwei Mahlzeiten verfüttert werden, da es schwere Verdauungsstörungen zur Folge haben kann! Achtung: Das hier beschriebene Notfallfutter ist nicht für Mauersegler geeignet.

    Es ist sehr wichtig, in jedem Fall so schnell wie irgend möglich für eine artgerechte und naturnahe Ernährung des gefundenen Vogels zu sorgen. Bezugsquellen für Futtermittel und Insekten finden Sie in unserer Linksammlung. Besonders praktisch sind unserer Erfahrung nach Online-Bestellungen.

  • Beoperlen: In Wasser gequollen, sind sie ein hervorragendes Notfallfutter und werden auch bei der Aufzucht als Zusatzfutter erfolgreich eingesetzt.

  • Futtertiere: Der Fachhandel bietet Futtertiere lebend, gefroren oder getrocknet zum Kauf an.

    Heimchen
    HeimchenHeimchen sind eine Grillenart. Sie sind in verschiedenen Größen erhältlich: klein, mittel und groß. Am häufigsten werden die mittelgroßen Heimchen verfüttert, sie haben eine Länge von etwa 1,5 bis 2,5 Zentimeter. Foto rechts © Gaby Schwarz

    Man bezieht sie lebend und friert sie umgehend nach Erhalt mitsamt der Schachtel ein. Kleinere Mengen der Futtertiere kann man in Zoofachgeschäften kaufen, allerdings sind sie dort weitaus teurer als beispielsweise bei einem Spezialversand. Aufgetaute Heimchen sollten sofort verfüttert werden, da sie ausgesprochen schnell verderben! Haben sie sich bereits schwarz verfärbt, sind sie nicht mehr verwendbar. Verfüttern Sie also nur hell- bis mittelbraune Heimchen.

    Heimchen
    Foto © Dagmar Offermann

    Neuerdings kann man auch Heimchen kaufen, welche zunächst gekocht und dann eingefroren worden sind. Sie werden tiefgefroren angeliefert, sind jedoch etwas teurer als Lebendfutter. Sie haben den Vorteil, dass sie nach dem Auftauen länger frisch bleiben. Außerdem sind sie nahrhafter als Heimchen, welche man lebend gekauft hat. Bei den lebenden Tieren kann man nämlich nicht erkennen, ob sie gegebenenfalls eine längere Hungerperiode hinter sich haben und dadurch weniger nährstoffreich für die Jungvögel sind. Vor dem Verfüttern werden die harten Hinterbeine der Heimchen entfernt.

    Vergleich Heimchen-Steppengrillen
    Foto oben: Vergleich Heimchen-Steppengrillen, © Dagmar Offermann

    Wachsmotten und Heimchen
    Foto: Wachsmotten und Heimchen, © Dagmar Offermann

    Steppengrillen
    SteppengrillenAuch Steppengrillen gehören zu den Grillen, wie es der Name bereits vermuten lässt. Sie sind etwas größer als die größten Heimchen, also in etwa 2,5 bis drei Zentimeter lang. für die Verarbeitung, Lagerung und Verfütterung von Steppengrillen gelten dieselben Regeln wie für Heimchen. Steppengrillen eignen sich besonders gut als Futtertiere für Alpen- und Mauersegler, siehe auch weiter unten. Foto in diesem Absatz © Dagmar Offermann

    Bienenlarven
    Falls Sie Kontakt zu einem Imker haben, können Sie ihn nach Drohnenbrut (Bienenlarven) fragen. Diese sollte beigebraun bis dunkel gefärbt sein. Allerdings sollte Drohnenbrut nicht ausschließlich verfüttert werden, da sie sehr fetthaltig ist. Als zusätzliche Kost ist sie hingegen gut geeignet.

    Bienenlarven bzw. Drohnenbrut
    Foto © Dagmar Offermann

    Man kann die Bienenlarven lebend verfüttern oder einfrieren, hierfür werden sie in den Waben in den Gefrierschrank gelegt. Auch blanchieren lassen sich die Futterinsekten. Dafür geht man folgendermaßen vor: Die eingefrorene Drohnen werden in Portionen aus den Waben entnommen. Bitte achten Sie darauf, immer nur so kleine Wabenstücke aus dem Tiefkühlfach zu nehmen, damit nicht die eingefrorene Portion in der Zwischenzeit auftaut, was recht schnell geschieht. Holen Sie nun schnell die noch gefrorenen Insekten aus den Waben. Achtung, in aufgetautem Zustand sind die Bienenlarven matschig, das Wachs lässt sich nicht vollständig entfernen, infolgedessen sind sie als Futter unbrauchbar!

    Die aus den Waben entnommenen Drohnen werden in kochendem Wasser drei Minuten blanchiert und anschließend mit eiskaltem Wasser abgeschreckt. Damit man sie später einzeln verfüttern kann, ist es wichtig, sie vor dem erneuten Einfrieren zu trocknen. Dazu eignet sich eine Salatschleuder hervorragend, sie wird mit Küchenpapier ausgelegt. Dort hinein legt man die blanchierten, abgeschreckten Drohnen und geschleudert sie. Jetzt lassen sie sich gut zusammen einfrieren und können später einzeln entnommen werden. Um blanchierte Insekten möglichst lange haltbar zu machen, empfiehlt es sich, diese in Vakuum zu verpacken.

    Der Vorteil der blanchierten Drohnen liegt darin, dass hier kein Verschmieren des Gefieders oder Verschlucken an dem sehr weichen Inhalt vorkommen kann. Auch die helleren Drohnen kann man, natürlich nur in Maßen, verfüttern.

    Raupen
    Kohlmeise mit Raupe im SchnabelSie können selbst nach kleinen Raupen suchen, welche sich als Aufzuchtfutter ebenfalls hervorragend eignen. Allerdings sollten Sie nur glatthäutige Raupen ohne Haare und Dornen wählen und gelbe sowie rote Tiere meiden, da diese in aller Regel giftig sind! Außerdem ist es sehr, sehr wichtig, dass man ausschließlich solche Raupen verfüttert, die auf ungiftigen Pflanzen sitzen! Anderenfalls kann es bei den Jungvögeln zu tödlichen Vergiftungen kommen, weil sich das Gift der Pflanzen, welche die Raupen fressen, in den Insekten sammelt. Foto rechts © Norbert Wittekopf

    RaupeAchtung: Einige in Deutschland vorkommende Raupenarten stehen unter strengem Naturschutz, darunter die Raupen des Apollofalters. Nähere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter Wisia.de. Foto rechts © Kurt & Viktoria Sagmeister

    Futterfische (Stinte)
    Hiermit sind kleine Süßwasserfische (drei bis fünf Zentimeter lang) gemeint, welche als Nahrung zum Beispiel für Eisvögel, Lappentaucher oder auch Möwen dienen.

    Man erhält tiefgefrorene Stinte in Zooabteilungen von Gartencentern, oder man kann sie auch bequem online bestellen und zu sich nach Hause liefern lassen (Bezugsquelle: www.aquaristic.net). Gefrorene Stinte sind beispielsweise auch in italienischen Delikatessgeschäften und auf gut sortierten Wochenmärkten erhältlich. Achten Sie aber bitte darauf, dass wirklich Stinte verkauft werden und keine Salzwasserfische!

    Je nach Vogelart und -größe bietet man die Futterfische entweder zerteilt oder im Ganzen an. Manche Vögel nehmen Fische nur an, wenn sie in einer Schale mit Wasser treibend gereicht werden.

    ModerlieschenVor allem Eisvögel verweigern jedoch häufig die Aufnahme toter Fische. Auch junge Lappentaucher und andere Wasservögel benötigen zum Erlernen des Fischfangs unbedingt lebende Fische. Geeignet sind zum Beispiel kleine Moderlieschen (Leucaspius delineatus, siehe Foto rechts), Blaubandbärblinge (Pseudorasbora parva), Bachforellen (Salmo trutta fario) oder auch andere Süßwasserfische. Man bekommt diese unter anderem bei einem Teichbesitzer oder Fischzüchter (Gelbe Seiten). Foto © Gaby Schulemann-Maier

    Lebende Fische kauft man am besten jeweils in kleinen Portionen beim Fischzüchter, da die Haltung im Aquarium nicht unproblematisch ist. Insbesondere Forellen sind äußerst empfindlich und ersticken, da sie spezielle Wasserzusammensetzungen benötigen. Fische, die anders als Forellen in stehenden Gewässern leben (z. B. Moderlieschen), können kurzfristig auch in einem Aquarium gehalten werden. Über die richtige Haltung von Fischen im Aquarium erkundigen Sie sich bitte in Zoogeschäften und auch bei Fischzüchtern.

    Kleinsäuger und Eintagesküken
    Junger Turmfalke beim Fressen einer MausZur Aufzucht von Greifvögeln und Eulen benötigt man erheblich größere Futtertiere als für die Aufzucht von Singvögeln. Eulen und Greifvögel benötigen zum Heranwachsen beispielsweise Kleinsäuger wie Mäuse oder Eintagesküken. Da die artgerechte Fütterung dieser Fleisch fressenden Vögel ausgesprochen schwierig ist, sollte man die Aufzucht Experten überlassen. Hinzu kommt, dass diese Vogelgruppe sehr hohe Anforderungen an eine adäquate Unterbringung stellt. Foto rechts: Junger Turmfalke beim Fressen einer Maus, © Elke Kröhl; Foto unten: Eintagesküken, © Gaby Schulemann-Maier

    Eintagesküken

    Blattläuse
    Grüne BlattläuseDiese Tierchen sind zwar recht klein, aber sie sind ein geeignetes Futter zur Aufzucht junger Vögel unterschiedlicher Arten. Blattläuse sind im Sommer an vielen Stellen in der Natur zu finden. Man kann sie auch selbst züchten, indem man beispielsweise Kräutertöpfe (Basilikum wird von grünen Blattläusen gern befallen) mit einigen Läusen aus der Natur besiedelt. Die Kräutertöpfe sollten in der Fensterbankkultur gepflegt werden, meist breiten sich die Blattläuse explosionsartig auf den Pflanzen aus und können problemlos "geerntet" werden. Allerdings machen sie auch vor benachbarten Zimmerpflanzen nicht Halt. Foto © Gaby Schulemann-Maier

    Fliegen
    FliegeFliegen sind als Futterinsekten ausgesprochen gut geeignet. Wer einen Stall in der Nähe hat, kann dort mit der Fliegenklatsche auf die Jagd gehen und dabei große Erfolge erzielen. Man kann Fliegen auch selbst aus Fliegenmaden (Anglergeschäft) ziehen, das dauert aber etwa zwei Wochen, siehe Anleitung. Die gezüchteten Fliegen werden ebenfalls tiefgefroren und zum Verfüttern portionsweise aufgetaut. Foto © Gaby Schulemann-Maier

    Fliegenmaden, lebend
    Achtung, diese Insekten sind als Futtertiere absolut nicht geeignet! Sie sind permanent hungrig und widerstandsfähig. Im Körper des Jungvogels sterben sie nicht besonders schnell und können sich auf ihrem Weg durch den Verdauungstrakt durch die Darmwand fressen. Der Jungvogel kommt dadurch zu Tode! Nur ältere Rabenvögel und Drosselartige können sie in kleinen Mengen lebend erhalten.

    Fliegenmaden, tiefgefroren (auch Pinkies genannt)
    Dieses sehr gut geeignete Futter ist im Insektenhandel erhältlich. Mit Hilfe einer speziellen Methode werden die Fliegenmaden abgetötet und umgehend tiefgefroren. Sie stellen daher für Jungvögel keinerlei Gefahr dar und eignen sich bestens als Nahrung für Jungtiere vieler Vogelarten. Pinkies sind äußerst eiweißreich und bekömmlich.

    Wer selbst Fliegenmaden einfrieren möchte, sollte lebende Maden drei Minuten lang in sprudelndem Wasser kochen, mit kaltem Wasser abschrecken und anschließend einfrieren. Für Zartbesaitete ist diese Methode freilich nichts, da es zugegebenermaßen recht barbarisch ist, die lebenden Maden in kochendes Wasser zu werfen. Man sollte sich jedoch nichts vormachen, auch gekaufte Pinkies mussten leiden, um zu Vogelfutter zu werden. Dies ist bedauerlicherweise die Kehrseite der Medaille, anders lässt es sich jedoch nicht machen.

    Achtung: Mitunter werden im Handel unter dem Namen "Pinkies" tote junge Mäuse angeboten. Diese sind nicht dazu geeignet, sie an junge Singvögel zu verfüttern!

    Regenwürmer
    Amsel mit RegenwürmernSie sind zur Aufzucht der meisten Jungvögel nicht geeignet! Lediglich  Amseln, andere Drosseln, Stare und Rabenvögel dürfen Regenwümer fressen. Bei diesen Vogelarten sollte an verfütterten Regenwürmern stets noch etwas Erde kleben. Andere Vogelarten vertragen die zähe Haut der Regenwürmer nicht. Von Mai bis Mitte Juni entwickeln Regenwürmer in ihren Körpern einen leicht toxischen Stoff, weshalb man sie zu dieser Zeit besser nur in sehr geringen Mengen verfüttern sollte! Wer draußen keine Würmer sammeln möchte, kann unter Superwurm.de diese Futtertiere über das Internet bestellen. Foto © Gaby Schulemann-Maier

    Mehlkäferlarven/Mehlwürmer
    Achtung: Zur Aufzucht von Jungvögeln sind diese Tiere nicht geeignet, obwohl in Zoofachgeschäften oft das Gegenteil propagiert wird! Die Fütterung mit Mehlwürmern führt zu Mangelerscheinungen, Gefiederdefekten oder Verdauungsstörungen, um nur einige Folgen zu nennen. Ältere Vögel können wenige Mehlwürmer als Zusatzfutter erhalten, maximal zehn pro Tag.

    Am besten verwendet man für die Fütterung frisch gehäutete Larven, welche an ihrer weißen Farbe erkennbar sind. Mehlwürmer eignen sich ferner dazu, Jungvögel später zum Fressen sich bewegenden Futters zu animieren. Man kann den Nährwert der Mehlwürmer aufbessern, indem man sie mit Eiaufzuchtfutter für Vögel ernährt. Dieses Futter enthält viele Vitamine und Mineralstoffe, die sich im Körper der Mehlwürmer ablagern und so deren Nährwert erhöhen.

    Buffalowürmer
    Diese Insekten, die gelegentlich auch Buffalos genannt werden, sind die Larven der Getreideschimmelkäfer. Sie sehen Mehlwürmern ähnlich, sind jedoch kleiner und haben einen weicheren, dadurch besser verträglichen Chitinpanzer. Man kann sie lebend und tiefgefroren kaufen. Wie bei den Mehlwürmern ist darauf zu achten, sie in ausbruchssicheren Futternäpfen anzubieten. Am besten reicht man sie in glattwandigen Gefäßen.

    Mehl- und Buffalowürmer bewahrt man folglich idealerweise in einer glattwandigen Schale mit hohem Rand auf, aus der sie nicht entkommen können. Sie erhalten täglich Obst- und Gemüsestückchen sowie Haferflocken und Brotkrümel als Nahrung.

    Ameisen, Bienen, Wespen und Hummeln (Hautflügler)
    Diese Flug- und Krabbelinsekten sind zur Jungvogelaufzucht nicht geeignet.

    Ameiseneier
    Diese kleinen "Proteinbomben" sind ein hervorragendes Aufzuchtfutter. Achtung, einige Ameisenarten stehen in Deutschland unter Naturschutz und es ist deshalb verboten, ihre Eier in der Natur zu sammeln!

    Futtertiere
    Foto © Dagmar Offermann

    Praktisch ist der Bezug von Futtertieren über das Internet, zum Beispiel über Futter-Spatz oder Faunatopics. Gefrorene Futterinsekten erhält man beispielsweise bei FrostFutter oder MuchaTerra.

  • Insektenfutter: Hiermit ist handelsübliches Futter aus getrockneten Insekten und Garnelen gemeint. Trockenfutter eignet sich nicht zur Aufzucht von Jungvögeln, besser sind frisch tote oder gefrostete Insekten. Zum Überbrücken der Zeit, bis frische Insekten besorgt werden können, kann es kurzfristig gegeben werden (vorher anfeuchten). Das Trockenfutter kann älteren Vögeln, die bereits selbst fressen, zusätzlich zu frischen Insekten angeboten werden, sollte jedoch nicht als Alleinfutter gegeben werden. Man sollte darauf achten, dass das Futter möglichst nur aus Insekten besteht und keinen Waffelbruch enthält. Ist in dem Insektenfutter Negersaat (siehe Link) enthalten, so sollte es vorsichtshalber erst gemahlen werden.

    Futter für Insektenfresser
    Foto: Futter für Insektenfresser, © Dagmar Offermann

  • Eifutter: Hiermit ist ein handelsübliches Eiaufzuchtfutter für Kanarienvögel gemeint, das im Zoofachhandel auch als Aufzuchtfutter bezeichnet wird. Es eignet sich nicht dafür, an sehr junge Vogelküken verfüttert zu werden. In der Ziervogelzucht wird es als Futter für die Altvögel verwendet, die damit ihren Nachwuchs füttern. Eifutter ist nicht dasselbe wie Handaufzuchtfutter, siehe unten. Älteren Vögeln, zum Beispiel verletzten Altvögeln oder flüggen Jungvögeln, kann es hingegen gereicht werden. Bevor man es den Vögeln gibt, sollte man es mit geriebenem Obst oder einfach mit Wasser anfeuchten. Eifutter wird vor dem Gebrauch fein gemahlen, da die darin enthaltene Negersaat unverdaulich ist und zu Darmverschlingungen führen kann. Niemals sollte man Eifutter an Amseln und Drosselartige verfüttern! Jugendliche Körnerfressern kann man anfangs zum Erlernen der eigenständigen Nahrungsaufnahme neben kleinen Sämereien etwas Eifutter anbieten.

  • Handaufzuchtfutter: Hiermit ist ein spezielles Pulver zur Kanarienvogel- oder Papageienaufzucht gemeint, welches mit Wasser angerührt und mit Hilfe einer Spritze als Brei verfüttert wird. Sehr gut ist Handaufzuchtfutter beispielsweise als Ersatz für die Kropfmilch bei Tauben geeignet. Im gut sortierten Zoohandel oder in Tierfutter-Onlineshops sind unter anderem die Marken Quiko, Nutribird, Dr. Harrison's und CeDe erhältlich.
    Bitte achten Sie darauf, dass Ihnen tatsächlich HANDaufzuchtfutter ausgehändigt wird. Nicht selten verkaufen weniger gut sortierte Zoogeschäfte auch Aufzuchtfutter. Dieses hat eine andere Zusammensetzung und wird zur Unterstützung an Vogeleltern verfüttert - nicht direkt an Küken!

  • Tatar: Hiermit ist reines Tatar vom Rind gemeint, also kein Hackfleisch! Man kann Tatar einigen Vogelarten während der Aufzucht reichen. Es sollte jedoch niemals ausschließlich verfüttert werden! Man friert es am besten in kleinen Portionen ein, die man dann bei Bedarf auftaut und verfüttert.

  • Klein geschnittene Früchte: Besonders Stare, aber auch viele andere Vogelarten schätzen zerkleinertes Obst als Zusatzfutter. Geeignet sind beispielsweise Äpfel, Birnen, Weintrauben, Erdbeeren, Kirschen, Himbeeren, Ebereschenbeeren (Vogelbeeren), Johannisbeeren.

  • Frische Samen und Grünfutter: Gemischtfresser und Vegetarier kann man mit Samen von Gräsern, Hirtentäschelkraut, Wegerich und vielen anderen Pflanzen zerkleinert füttern. Die Samen müssen nicht reif sein, am besten geeignet sind sie, wenn sie sich leicht zerdrücken lassen und dabei etwas Flüssigkeit aus den Pflanzenteilen tritt. Vogelmiere in kleinen Stückchen ist ebenfalls sehr willkommen. Eine Übersicht von Pflanzen, die als Nahrung für Wild- und Ziervögel geeignet sind, finden Sie hier.

  • Calcium- und Vitaminpräparate: Diese gesundheitsfördernden Futterzusätze dürfen bei der Jungvogelaufzucht keinesfalls fehlen. Geeignet ist zum Beispiel Korvimin ZVT, welches man beim Tierarzt erhält. Die richtige Dosierung entnehmen Sie bitte der Packungsbeilage.

  • Lactobazillen/Huminsäure: Geeignet sind beispielsweise Bird Bene-bac und Vertinal. Insbesondere bei sehr jungen Vögeln sollten dem Futter Lactobazillen oder Huminsäure beigemengt werden. Alternativ kann man LC1 von Nestlé verwenden. Man erhält Bird Bene-bac als Paste in Tuben oder als Pulver sowie das zweite genannte Mittel Vertinal beim Tierarzt.

Das passende und artgerechte Futter finden
Die richtige Futterwahl für einen gefundenen Jungvogel hängt von der Vogelart und dem Alter des jeweiligen Jungtiers ab. An erster Stelle sollte für Sie daher die richtige Artbestimmung stehen. Dabei soll Ihnen unsere umfangreiche Sammlung mit Fotos von Jungvögeln behilflich sein. Bitte schicken Sie uns auch zur Sicherheit Fotos des Vogels per E-Mail zu, wir helfen gerne bei der Artbestimmung.

Etwa die ersten beiden Lebenswochen verbringen die meisten Vogelarten im Nest. Die exakte Zeit im Nest kann einige Tage hin und her variieren. Während dieser Phase werden fast alle Arten von ihren Eltern ausschließlich mit frischen Insekten gefüttert. Folglich sollten sie auch in Menschenobhut mit dieser Nahrung versorgt werden. Es gibt jedoch Ausnahmen, die wir als „Vegetariergruppe“ bezeichnen, siehe weiter unten. Sie schließt vier unserer heimischen Singvogelarten ein, die der Natur gemäß nur in den ersten fünf Lebenstagen einige Insekten bekommen. Daneben gibt es einige Gemischtfresser, deren Bedürfnisse hinsichtlich der Ernährung wir ebenfalls weiter unten vorstellen.

Für alle Jungvögel gilt: Nach der Zeit die sie in freier Natur im Nest verbringen würden, wird die Kost allmählich erweitert oder auch langsam umgestellt. Dies muss nach und nach geschehen, nicht abrupt. Schließlich folgt die Phase, in der der Jungvogel anfängt, selbst Nahrung aufzunehmen. Welche Futtermittel dafür geeignet ist, haben wir in den folgenden Abschnitten mit aufgeführt.

Sehr junge Nestlinge sind deshalb besonders schwierige Kandidaten, weil oft noch nicht erkennbar ist, um welche Art es sich bei ihnen handelt. Unserer Erfahrung nach lässt sich aus einigen in der Vogelaufzucht gängigen Zutaten ein optimaler Futterbrei herstellen. Hier folgt unser Rezept:

  • 5 Teile gefrorene Insekten*
  • ½ Teil Gemisch aus Kieselerde
    und Mineralstoff-/Vitamingemisch,
    beispielsweise Korvimin ZVT

*Geeignete Tiefkühl-Insekten sind unter anderem Pinkies, Buffalos, Mehlwürmer oder Soldatenfliegenlarve.

Dieser Brei wird vom Großteil der jungen Wildvögel sehr gut vertragen. Das gilt allerdings nicht für Greifvögel, Tauben, Mauersegler, Schwalben und rein vegetarisch zu ernährenden Vögel, wie beispielsweise Hänflinge. Wenn Sie sich nicht sicher sind, um welche Vogelart es sich bei Ihrem gefundenen Tier handelt, sollten Sie ihn unbedingt bestimmen (lassen). Gern können Sie uns auch ein Foto per E-Mail schicken.

Die Insekten werden in gefrorenem Zustand in einer handelsüblichen elektrischen Mühle mit Schlagwerk fein gemahlen.  Anschließend gibt man das Futter in ein kleines Gefäß und lässt es bei Zimmertemperatur aufwärmen. Vor dem Anrühren sollte man eine Prise Lactobazillen (z.B. Bene Bac) beziehungsweise Huminsäure zugeben und unterrühren. Dem Gemisch fügt man ein wenig Wasser hinzu, um es in eine Einwegfutterspritze einfüllen zu können. Man kann ebenso einen dickflüssigeren Brei herstellen und diesen von hinten in die Spritze einfüllen, indem man den Kolben herauszieht und nach dem Einfüllen wieder hineinsteckt. 

Frisch geschlüpfte AmselnBei schwachen Vögeln empfiehlt es sich, anstelle des Wassers Amynin oder Traubenzuckerlösung zuzugeben. Übrigens eignet sich dieser Brei nicht nur als Nahrung für Jungvögel, er ist ebenso ein sehr wertvolles Futtermittel für stark geschwächte Altvögel! Auch auf dieser Seite genannte Futtertiere lassen sich in diesen Brei einarbeiten. Foto rechts: Frisch geschlüpfte Amseln, © Dagmar Offermann

Unser Tipp: Das frisch gemahlene Gemisch kann man übrigens problemlos einfrieren und nach Bedarf auftauen.

Oftmals ist es nicht möglich, auf die Schnelle genügend Frostinsekten zu beziehen. In dem Fall kann zu dem Brei noch ein Teil gemahlene Beoperlen zugefügt werden, bis ausreichend Frostinsekten zur Verfügung stehen.

Man verfüttert den Brei mit Hilfe einer kleinen Futterspritze anfangs halbstündlich, dann stündlich. Die Menge richtet sich danach, wie weit der Kropf gefüllt ist. Vor einer erneuten Fütterung sollte er fast leer sein, nach der Fütterung sollte der Kropf deutlich gefüllt, aber nicht bis fast zum Platzen voll sein.

Die Vegetariergruppe: welche Vogelarten gehören dazu?
Unter unseren heimischen Singvögeln gibt es einige Arten, die ihren Nachwuchs fast vollständig vegetarisch großziehen, weshalb die Jungtiere auch in Menschenobhut vegetarisches Aufzuchtfutter benötigen. Wir bezeichnen diese Vogelarten als Vegetariergruppe. Zu ihnen gehören Grünfinken, Girlitze, Bluthänflinge (auch Hänflinge genannt) und Stieglitze (auch Distelfinken genannt).

Futter für gefiederte Vegetarier in den ersten beiden Lebenswochen
Als Futter während der ersten beiden Lebenswochen eignet sich ein Brei aus

  • 60% Handaufzuchtpulver für Papageien oder Kanarienvögel 
  • 40% gemahlenen Beoperlen
  • etwas Korvimin oder Vitakalk

Die genannten Futtermittel und Nahrungszusätze werden mit ein wenig lauwarmem Wasser zu einem Brei verrührt. Zusätzlich reicht man diesen Vögeln frische halbreife Samen und zerriebene feine Pflanzenteile, zum Beispiel Vogelmiere oder Hirtentäschelkraut. Dieses Grünfutter wird unter den Futterbrei gemengt.

Lediglich in ihren ersten fünf Lebenstagen sollten den den Jungtieren aus der Vegetariergruppe einige wenige Insekten zugefüttert werden, maximal jedoch nur 10% der Gesamtfuttermenge. Es dürfen in dem Fall nur frische, vorher abgetötete Insekten oder aufgetaute Frostinsekten gegeben werden, nicht jedoch getrocknete. Die toten Insekten werden mit lauwarmem Wasser in einem Sieb abgespült und dann in ein Schälchen geschüttet. Eine zusätzliche Wassergabe ist nicht erforderlich. Alternativ kann der weiter oben beschriebene Insektenbrei gegeben werden: bitte hier klicken.

Futter nach dem Verlassen des Nestes für Jungtiere aus der Vegetariergruppe
Sobald sie das Nest verlassen haben und selbst anfangen, nach Nahrung zu picken, werden den jungen Vögeln aus der Vegetariergruppe Schalen mit Waldvogelfutter (trocken und gekeimt), Eifutter, zerkleinerte Nüsse und Pinienkerne, geschälte Sonnenblumenkerne und täglich frische Sträuße mit Wildkräutern aus der Natur angeboten.

Nun muss auch Wasser separat in kleinen Näpfen bereitgestellt werden; selbstverständlich können Sie anstelle eines Napfes auch eine hängend montierte Fontäne verwenden, wie sie im Zoofachhandel für Ziervögel erhältlich ist.

Die Handfütterung muss jedoch unbedingt weiter erfolgen, bis die Jungvögel sich vollkommen selbstständig ernähren können.

Die Gruppe der Gemischtfresser - vegetarische und tierische Kost ist wichtig
Unter unseren heimischen Singvögeln gibt es einige Arten, die ihren Nachwuchs mit einer Kombination aus pflanzlicher und tierischer Kost großziehen. Wir bezeichnen diese Tiere als Gemischtresser. Zu dieser Gruppe zählen Haussperlinge (Spatzen), Feldsperlinge, Buchfinken, Gimpel, Kleiber, Kernbeißer und Goldammern.

Futter für Gemischtfresser in den ersten beiden Lebenswochen
Während der ersten beiden Lebenswochen werden Jungtiere dieser Vogelarten ausschließlich mit Insekten gefüttert. Zur Optimierung der Versorgung mit Nährstoffen sollten die Insekten mit ein wenig Korvimin ZVT oder Vitakalk angereichert sein. Zusätzlich kann der weiter oben beschriebene Insektenbrei gegeben werden, je nachdem, was der Vogel besser schlucken kann.

Bitte beachten Sie: Es dürfen nur frische, vorher abgetötete Insekten oder aufgetaute Frostinsekten an diese Vögel verfüttert werden, nicht jedoch getrocknete Insekten. Die toten Insekten werden mit lauwarmem Wasser in einem Sieb abgespült und dann in ein Schälchen geschüttet. Eine zusätzliche Wassergabe ist nicht erforderlich.

Futter für Gemischtfresser in der Zeit nach dem Verlassen des Nestes
Etwa ab der dritten Lebenswoche wird der Insektenanteil im Futter der Gemischtfresser langsam reduziert und es wird pflanzliche Nahrung zugefüttert.

Hierzu eignet sich ein Brei aus

  • 60% Handaufzuchtpulver für Papageien oder Kanarienvögel 
  • 40% gemahlenen Beoperlen
  • etwas Korvimin oder Vitakalk

Die genannten Futtermittel und Nahrungszusätze werden mit ein wenig lauwarmem Wasser zu einem Brei verrührt. Zusätzlich reicht man diesen Vögeln frische halbreife Samen und zerriebene feine Pflanzenteile, zum Beispiel Vogelmiere oder Hirtentäschelkraut. Dieses Grünfutter wird unter den Futterbrei gemengt.

Futter nach dem Verlassen des Nestes für Jungtiere aus der Gemischtfressergruppe
Sobald sie das Nest verlassen haben und selbst anfangen, nach Nahrung zu picken, werden den jungen Vögeln aus der Gruppe der Gemischtfresser Schalen mit Waldvogelfutter (trocken und gekeimt), Eifutter, zerkleinerte Nüsse und Pinienkerne, geschälte Sonnenblumenkerne und täglich frische Sträuße mit Wildkräutern aus der Natur angeboten. Auch Obst, zum Beispiel Apfelstücke oder halbe Weintrauben, wird von diesen Vögeln gefressen.

In einer separaten Schale wird ein Gemisch aus eingeweichten Beoperlen und aufgetauten Tiefkühlinsekten angeboten.

Nun muss auch Wasser separat in kleinen Näpfen bereitgestellt werden; selbstverständlich können Sie anstelle eines Napfes auch eine hängend montierte Fontäne verwenden, wie sie im Zoofachhandel für Ziervögel erhältlich ist.

Die Fütterung von Hand muss jedoch unbedingt weiter erfolgen, bis die Jungvögel sich vollkommen selbstständig ernähren können. 

Das richtige Futter für Stare und Drosseln
Zur Gruppe der Stare und Drosseln gehören Stare, Amseln, Wacholderdrosseln, Singdrosseln und Misteldrosseln.

Futter während der ersten zwei Lebenswochen
Während der ersten beiden Lebenswochen werden Jungtiere der zuvor genannten Vogelarten ausschließlich mit Insekten gefüttert. Zur Optimierung der Versorgung mit Nährstoffen sollten die Insekten mit ein wenig Korvimin ZVT oder Vitakalk angereichert sein.

Bitte beachten Sie: Es dürfen nur frische, vorher abgetötete Insekten oder aufgetaute Frostinsekten an diese Vögel verfüttert werden, nicht jedoch getrocknete Insekten. Die toten Insekten werden mit lauwarmem Wasser in einem Sieb abgespült und dann in ein Schälchen geschüttet. Eine zusätzliche Wassergabe ist nicht erforderlich.

Zusätzlich kann der weiter oben beschriebene Insektenbrei gegeben werden.

Futter nach dem Verlassen des Nestes für Stare und Drosseln
Circa ab der dritten Lebenswoche können zusätzlich zu den Insekten eingeweichte Beoperlen und kleinere Regenwürmer an Stare und Drosseln verfüttert werden. Stückchen von Kirschen, Erdbeeren und Trauben können nun nach und nach ebenfalls beigefüttert werden.

Der Anteil an Insekten und Regenwürmern sollte von nun an mindestens 50% ausmachen, besser mehr.

Sobald die jungen Drosseln und Stare selbst anfangen, nach Nahrung zu picken, werden Schalen mit Obst, zum Beispiel Apfelstücke oder halbe Weintrauben, Erdbeeren oder Kirschen, für die Vögel bereitgestellt. Darüber hinaus kann ein Trockenfutter für Weichfresser angeboten werden. Dieses kann mit eingeweichten Beoperlen sowie aufgetauten Frostinsekten aller Art gemischt werden und/oder separat in die Behausung der Vögel gestellt werden.

Wichtig ist nun auch die Gabe von Lebendfutter. Es können den jungen Staren und Drosseln beispielsweise Regenwürmer in einer tiefen Schale mit Erde gereicht werden. Mehlwürmer werden in einer ausbruchsicheren Schale angeboten.

Nun muss auch Wasser separat in kleinen Näpfen bereitgestellt werden; selbstverständlich können Sie anstelle eines Napfes auch eine hängend montierte Fontäne verwenden, wie sie im Zoofachhandel für Ziervögel erhältlich ist.

Die Handfütterung muss jedoch weiter erfolgen, bis die Jungvögel sich vollkommen selbstständig ernähren können.

Das richtige Futter für Rabenvögel
Zur Gruppe der bei uns heimischen Rabenvögel zählen Kolkraben, Rabenkrähen, Nebelkrähen, Saatkrähen, Alpenkrähen, Alpendohlen, Dohlen, Eichelhäher, Tannenhäher und Elstern.

Futter während der Nestlingszeit (während der ersten beiden Lebenswochen)
Junge Rabenvögel bekommen in ihren ersten beiden Lebenswochen Insekten und mageres Fleisch. Es dürfen nur frische, vorher abgetötete Insekten oder aufgetaute Frostinsekten an die Vögel verfüttert werden, nicht jedoch getrocknete. Die toten Insekten werden mit lauwarmem Wasser in einem Sieb abgespült und dann in ein Schälchen geschüttet. Eine zusätzliche Wassergabe ist nicht erforderlich. Alternativ kann der weiter oben beschriebene Insektenbrei verabreicht werden.

Neben Futterinsekten können Rabenvögel mit Fleisch ernährt werden, hierfür eignen sich mageres Fleisch und zerkleinerte Hähnchenherzen.

Futter nach dem Verlassen des Nestes für Rabenvögel
In etwa ab ihrer dritten Lebenswoche kann man Rabenvögeln zusätzlich einen Brei aus gleichen Teilen gemahlenen gefrorenen Insekten (Pinkies, Buffalos, Mehlwürmer, Soldatenfliegenlarven, etc.) gemahlenen Beoperlen sowie Handaufzuchtpulver reichen. Die genannten Bestandteile werden mit ein wenig lauwarmem Wasser gemischt und per Spritze verfüttert.

Rabenvögel benötigen in allen Phasen der Aufzucht Kalzium sowie ein Vitaminpräparat. Geeignet sind Korvimin ZVT oder Vitakalk.

Wenn Rabenvögel anfangen, selbst zu fressen, bietet man weiterhin Insekten an, dazu fleischliche Nahrung wie mageres Fleisch oder zerkleinerte Hähnchenherzen. Auch eingeweichte Beoperlen und Eier in allen Variationen werden von diesen Vögeln gefressen.

Die Fütterung von Hand muss jedoch weiter erfolgen, bis sich die Jungvögel vollkommen selbstständig ernähren können.

Hinweis: Weitere detaillierte Informationen zur Aufzucht von Rabenvögeln finden Sie hier.

Das richtige Futter für Spechte
Zu den bei uns heimischen Spechtarten gehören Buntspechte, Schwarzspechte, Grünspechte, Grauspechte, Kleinspechte, Mittelspechte und Dreizehenspechte.

Futter während der Nestlingszeit (während der ersten beiden Lebenswochen)
Junge Spechte werden in ihren ersten beiden Lebenswochen ausschließlich mit Insekten gefüttert. Die Insekten sollten mit etwas Korvimin ZVT oder Vitakalk angereichert sein, um die Nährstoffversorgung zu optimieren. Es dürfen nur frische, vorher abgetötete Insekten oder aufgetaute Frostinsekten an die Vögel verfüttert werden, nicht jedoch getrocknete. Die toten Insekten werden mit lauwarmem Wasser in einem Sieb abgespült und dann in ein Schälchen geschüttet. Eine zusätzliche Wassergabe ist nicht erforderlich. Alternativ kann der weiter oben beschriebene Insektenbrei verabreicht werden.

Futter nach dem Verlassen des Nestes für Spechte
Ab der dritten Woche können wenige eingeweichte Beoperlen sowie kleingeschnittene Früchte zugefüttert werden. Der Anteil an Insektenkost sollte dann trotzdem mindestens bei 50% liegen.

Spechte kann man gut mit einem großen Löffel füttern, auf dem man das Futter vor den Schnabel hält. Der Jungspecht pickt es dann normalerweise selbst von dort ab.

Wenn Spechte anfangen, selbst zu fressen, bietet man Insekten an, auch lebende (zum Beispiel Mehlwürmer). Ferner reicht man den Vögeln kleingeschnittene Früchte, zerkleinerte Nüsse und eingeweichte Beoperlen.

Die Handfütterung muss jedoch weiter erfolgen, bis die Jungvögel sich vollkommen selbstständig ernähren können.

Das richtige Futter für empfindliche Insektenfresser
Einige unserer heimischen Vogelarten sind besonders empfindlich, was ihre Nahrung angeht. Bei ihnen ist es von allergrößter Wichtigkeit, die Jungtiere mit dem für sie artgerechten Futter zu versorgen. Zu dieser Vogelgruppe gehören unter anderem alle Meisenarten, Schwalben, Rotschwänzchen, Rotkehlchen, Zaunkönige, Bachstelzen, Gebirgsstelzen, Schafstelzen, Grasmückenartige, Baumläufer, Goldhähnchen und Schnäpper (zum Beispiel Grauschnäpper).

Futter während der Nestlingszeit (während der ersten beiden Lebenswochen)
Die Jungtiere der zu den empfindlichen Insektenfressern gehörenden Arten werden in den ersten beiden Lebenswochen nur mit Insekten gefüttert. Die Insekten sollten mit etwas Korvimin ZVT oder Vitakalk angereichert sein, damit die jungen Vögel optimal mit Nährstoffen versorgt werden. Wichtig ist auch die Gabe eines Vitamin-B-Komplex, der zweimal pro Woche zu reichen ist. Geeignet ist beispielsweise das Präparat Nekton B Komplex. Die Verabreichung eines Vitamin-B-Komplexes ist insbesondere für Schwalben zwingend notwendig, da es anderenfalls zu schweren Mangelerscheinungen kommen kann!

Beachten Sie bitte: Es dürfen nur frische, vorher abgetötete Insekten oder aufgetaute Frostinsekten an die Vögel verfüttert werden, nicht jedoch getrocknete. Die toten Insekten werden mit lauwarmem Wasser in einem Sieb abgespült und dann in ein Schälchen geschüttet. Eine zusätzliche Wassergabe ist nicht erforderlich. Alternativ kann der weiter oben beschriebene Insektenbrei verabreicht werden.

Futter nach dem Verlassen des Nestes für Spechte
Ab der dritten Woche können eingeweichte Beoperlen zugefüttert werden, diese sollten jedoch nur maximal 10% der gesamten Nahrungsmenge ausmachen. Man kann die Beoperlen auch komplett weglassen.

Sobald empfindliche Insektenfresser anfangen, selbst zu fressen, bietet man tote (gefrostete) und lebende Insekten in kleinen Näpfen oder Schalen an. Es ist äußerst wichtig, auch lebende Insekten anzubieten, da diese die spätere Nahrung sein werden und in der Natur auch erst vom Vogel abgetötet werden müssen. Die Jungtiere müssen lernen, mit lebenden Insekten umzugehen.

Die Handfütterung muss jedoch weiter erfolgen, bis die Jungvögel sich vollkommen selbstständig ernähren können.

Hinweis: Weitere detaillierte Informationen zur Aufzucht von Schwalben finden Sie hier.

Das richtige Futter für Segler
Bei uns in Deutschland brüten zwei Seglerarten: die Mauersegler und die Alpensegler. Beide Arten werden generell nur mit Insekten, am besten Heimchen, gefüttert. Die Insekten sollten mit etwas Korvimin ZVT oder Vitakalk angereichert sein. Wichtig ist auch die Gabe eines Vitamin-B-Komplex, der zweimal pro Woche zu reichen ist. Geeignet ist beispielsweise das Präparat Nekton B Komplex.

Es dürfen nur frische, vorher abgetötete Insekten oder aufgetaute Frostinsekten an die Vögel verfüttert werden, nicht jedoch getrocknete. Die toten Insekten werden mit lauwarmem Wasser in einem Sieb abgespült und dann in ein Schälchen geschüttet. Eine zusätzliche Wassergabe ist nicht erforderlich.

Hinweis: Weitere detaillierte Informationen zur Aufzucht von Mauerseglern finden Sie hier.

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