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Erstversorgung der Jungvögel
Versuchen Sie so schnell wie möglich, artgerechtes Futter zu besorgen. Kontaktieren Sie hierzu bitte eine Auffangstation. Diese haben in der Regel entsprechendes Futter vorrätig. Mobilisieren Sie alle Familienmitglieder und Freunde, Insekten zu fangen, beispielsweise Fliegen und Grashüpfer. Welche Art von Futtertieren geeignet ist und welche nicht, können Sie hier nachlesen. Bitte keine Regenwürmer und keine lebenden Fliegenmaden verfüttern, solange Sie nicht wissen, um welche Vogelart es sich handelt! Um es sich einfacher zu machen, kann man zum Beispiel Insekten durch Aufstellen von Tellerchen mit rohem Fleisch oder Süßem (Zuckerwasser) anlocken oder man geht in nahegelegenen Ställen auf die Jagd. Sollte ein Zoogeschäft in Ihrer Nähe geöffnet haben, besorgen Sie sich dort bitte Beoperlen und/oder Handaufzuchtpulver zur Handaufzucht von Papageien. Bitte kaufen Sie nichts anderes auf keinen Fall irgendwelches Trockenfutter wie beispielsweise Eifutter (dies ist kein Handaufzuchtfutter!) oder Insektentrockenfutter, auch keine Mehlwürmer. Gut geeignet sind hingegen auch Heimchen, die es in vielen Zoogeschäften gibt. Das Handaufzuchtpulver ist mit lauwarmem Wasser (oder wie oben beschriebeb mit abgekochtem Fencheltee) laut Anleitung zu einem feinen Brei anzurühren und mit einer Spritze vorsichtig in winzigen Portionen dem Vogel zu verabreichen. Ist es nicht möglich, ausreichend Insekten zu fangen oder anderweitig Futter zu beschaffen, kann notfalls ein Ei mit einem Schuss Mineralwasser und einer Prise Zucker/Honig verrührt werden und in der Pfanne oder Mikrowelle gestockt werden. Auf Zimmertemperatur abkühlen lassen und kleine Stücke davon in zimmerwarmes Wasser getupft geben. Dieses Notfallfutter sollte jedoch auf keinen Fall länger als zu drei Mahlzeiten verfüttert werden, da es schwere Verdauungsstörungen zur Folge haben kann! Ein großer, leider oft fataler Fahler ist die zu häufige und zu umfangreiche Fütterung am Anfang. Der gefundene Vogel ist meist bereits längere Zeit ohne Nahrung gewesen und sein empfindliches Verdauungssystem muss sich erst ganz langsam wieder an Futter, noch dazu ungewohntes, gewöhnen können. Geben Sie dem Tier daher zunächst nur kleine Portionen und warten Sie ab, bis der Vogel sie verdaut und Kot abgesetzt hat. Egal, wie stark sein Bettelgeschrei sein mag, halten Sie bitte die halbe Stunde zwischen den Fütterungen ein, um ihm Zeit zu geben, die Nahrung ausreichend zu verdauen. Wirkt der Vogel stark ausgehungert und schwach, kann man ihm zunächst vorsichtig eine zehnprozentige Traubenzuckerlösung einflößen. Besser ist in diesem Fall eine spezielle Elektrolyt-Traubenzuckerlösung wie Elotrans oder Oralpädon, die beide in der Apotheke erhältlich sind. Falls Sie weder Traubenzucker noch eine Elektrolytlösung für die Erstversorgung besorgen können, kann man übergangsweise auf in abgekochtem Wasser aufgelösten Honig ausweichen. Ist auch dieser nicht verfügbar, so lässt sich zur Not Tafelzucker in Wasser auflösen. Sie sollten dann aber so schnell wie möglich die oben erwähnten Elektrolyte in der Apotheke (Notdienst) beziehungsweise Traubenzucker beschaffen. Fencheltee mit darin gelöstem Traubenzucker (Honig/Zucker) ist ebenfalls eine Alternative für den Notfall.
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