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Jungvogel mitgenommen: Checkliste für den Notfall

Junge KohlmeiseBevor Sie in Panik geraten und nicht wissen, wie Sie sich verhalten sollen, beachten Sie bitte zunächst die in diesem Kapitel vermerkten wichtigen Punkte. Lesen Sie anschließend unbedingt auch die ausführlichen folgenden Kapitel, um nichts zu versäumen, was für das Überleben Ihres Fundvogels entscheidend ist! Foto rechts: junge Kohlmeise, © Anke Poggel

Bewahren Sie Ruhe! Überstürztes Handeln kann den unnötigen Tod des Vogels zur Folge haben.

1. War es wirklich notwendig, den Vogel mitzunehmen?

In vielen Fällen werden Jungvögel unbedacht und vorschnell mitgenommen, in der falschen Annahme, sie seien verwaist. Versehentlich mitgenommene Jungvögel können in den meisten Fällen wieder mit ihren Eltern zusammengeführt werden. Mehr dazu erfahren Sie im Kapitel "Jungvogel gefunden - was ist zu tun?".

2. Katzenopfer?

Auch bei nicht sichtbaren oder geringfügigen Verletzungen braucht der Vogel schnellstmöglich ein Antibiotikum (Baytril) → Tierarzt aufsuchen! Hilfreiche Kapitel unserer Website: "Erste Hilfe bei Erkrankungen" und "Verletzungen durch Säugetiere".

3. Ist der Vogel verletzt oder krank?

Untersuchen Sie vorsichtig den Vogel auf Verletzungen und Krankheitsanzeichen. Worauf Sie dabei achten müssen, finden Sie im Kapitel "Anzeichen für Erkrankungen".

4. Fühlt sich der Vogel kühl an, ist er nackt (unbefiedert)?

Wärmen Sie den Vogel zunächst mit Ihren Händen und durch Anhauchen, bis er sich wieder warm anfühlt. Danach betten Sie ihn in ein Nest, das mit warmen Wollsocken ausgelegt ist. Sie dürfen auf gar keinen Fall Watte oder anderes Fäden ziehendes Material verwenden, weil sich die Fasern um die Gliedmaßen des Kükens schlingen können! Halten Sie den Vogel warm, zum Beispiel mit einer unter ihn gelegten Wärmflasche. Mehr zur richtigen Unterbringung finden Sie im Kapitel "Unterbringung von Jungvögeln". Erst, wenn der Vogel sich warm anfühlt und er keinen völlig geschwächten Eindruck macht, können Sie ihm ein wenig Flüssigkeit verabreichen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass er nicht richtig schlucken kann und erstickt.

5. Was soll ich dem Vogel als erstes verabreichen?

Geben Sie dem Vogel zuerst ein paar Tropfen Traubenzuckerlösung (ca. zehnprozentig). Wenn es nicht zu lange dauert, können Sie auch in einer Apotheke Elotrans oder Oralpädon besorgen und auflösen. Die Lösung nicht in den offenen Schnabel geben, sondern tropfenweise an den Rand des geschlossenen Schnabels. Der Tropfen wandert dann von allein nach innen und wird vom Vogel abgeschluckt.

6. Was kann ich erst einmal verfüttern?

Als vorübergehendes Notfallfutter können Sie hartgekochtes Eigelb mit etwas Magerquark mischen und dem Vogel geben. Diese Mischung führt oft zu Verdauungsproblemen, sie ist ausschließlich zum Überbrücken der Zeit, bis das auf die Bedürfnisse der Vogelart abgestimmte Futter beschafft werden kann, zu geben! Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie im Kapitel "Erstversorgung von Jungvögeln".

7. Um welche Vogelart handelt es sich?

Versuchen Sie, herauszufinden, um welche Vogelart es sich handelt, um zu klären, was die jeweilige Spezies frisst. Bilder verschiedener Jungvögel finden Sie in unserem Bestimmungskapitel.

8. Beschaffen Sie das richtige Futter

Womit Sie ihr Vogelkind langfristig füttern können beziehungsweise womit auf keinen Fall, steht ausführlich im Kapitel "Aufzuchtfutter" beschrieben.

Lesen Sie nun in Ruhe alle Informationen zur Aufzucht aufmerksam durch!

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