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Aufzucht von Jungvögeln - Einleitung

Junge AmselnIn vielen Menschen regt sich Mitleid, wenn sie einen (vermeintlich) verwaisten Jungvogel erblicken. Sie möchten dem Tier helfen, es nicht einfach seinem Schicksal überlassen. Ein Herz für Wildtiere zu haben, ist grundsätzlich ehrenwert, allerdings kann das Eingreifen des Menschen im Einzelfall völlig falsch sein, weil der allem Anschein nach von seinen Eltern verlassene Jungvogel gar nicht in Not ist (siehe Kapitel "Nestlinge und Ästlinge"). Foto rechts: junge Amseln, © Dagmar Offermann

Hinzu kommt, dass die Handaufzucht von Jungvögeln eine schwierige Aufgabe ist, die man nicht "mal eben" nebenbei bewältigen kann. Die Tiere müssen regelmäßig gefüttert werden, was für die meisten Berufstätigen kaum realisierbar ist. Das richtige Futter zu verabreichen, ist entscheidend für den Erfolg der Jungenaufzucht. So mancher gefiederter "Nahrungsspezialist" ernährt sich von Futtertieren, die weder preisgünstig, noch in jedem Zooladen erhältlich sind. Häufig ist es sinnvoll, vitamin- und mineralstoffhaltige Futterzusätze zu verabreichen, die auf die Bedürfnisse, schnell wachsender Jungvögel zugeschnitten sind. Mitunter ist sogar ein Tierarztbesuch fällig, der ebenfalls Zeit und Geld kostet.

Junger KernbeißerDen wahren Tierfreund sollten die Kosten nicht abschrecken, wenn es darum geht, Leben zu retten. Dennoch gibt es Menschen, die den finanziellen Anforderungen, die eine Jungvogelaufzucht an sie stellt, nicht gewachsen sind. Aber auch sie können helfen, zum Beispiel indem sie hilfsbedürftige Jungtiere in eine Auffangstation bringen (siehe Adresslisten). Foto rechts: Junger Kernbeißer, © Anke Dornbach

Bedenken Sie dabei jedoch, dass viele dieser Stationen von Privatleuten ehrenamtlich betrieben werden. Diese Menschen erhalten in aller Regel keinerlei finanzielle Zuwendung und bezahlen die kostspielige Jungvogelaufzucht aus eigener Tasche. Das Wildvogelhilfe-Team weiß aus eigener Erfahrung, dass sich die Pflege- und Futterkosten sowie die Tierarztbeträge in einer solchen privaten Auffangstation jährlich rasch im vierstelligen Bereich bewegen. Deshalb freuen sich diese tierlieben Menschen, die eine private Auffangstation betreiben, immer über Spenden.

Junge KohlmeiseIn dieser Rubrik unseres Internetprojekts geben wir Ihnen alle wichtigen Informationen an die Hand, die Sie benötigen, um beispielsweise zu erkennen, ob ein Jungvogel tatsächlich ein Fall für die Aufzucht durch den Menschen ist, womit man die einzelnen Vogelarten füttert oder woran man sie überhaupt erkennt. Bitte lesen Sie die Kapitel aufmerksam, auch wenn es auf den ersten Blick geradezu erschlagend viele Informationen sind, die Sie hier finden. Nur wer optimal vorbereitet ist, dem gelingt es, in Not geratenen jungen Wildvögeln das Überleben zu sichern. Foto rechts: Junge Kohlmeise, © Ingrid Roeschke

 

Linktipp: Unser Internetprojekt hat schon viele Menschen an die Pflege von Wildvögeln herangeführt. Oft ist dadurch ein tieferes Verständnis für die Natur erwachsen und für viele Vogelpäppler war es eine wundervolle Erfahrung, den Gefiederten bei ihrem Start ins Leben helfend zur Seite zu stehen. Doch es gibt auch immer wieder Fälle, in denen es trotz aller Bemühungen kein glückliches Ende gibt. Einen solchen Fall hat der Mediendesigner Michael Tewiele in einem sehr hübschen Comic dargestellt. Obwohl das Ende traurig ist, erläutert diese Bilderreihe die wichtigen Schritte zur Rettung eines in Not geratenen Vogels. Hier geht es zum Comic "Vogelbaby in Not". Die Abbildungen unter diesen Zeilen stammen aus dem niedlichen Comic.

Bild aus dem Comic 'Vogelbaby in Not" von Michael Tewiele  Bild aus dem Comic 'Vogelbaby in Not" von Michael Tewiele
Beide Abbildungen © Michael Tewiele

 

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