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Unterbringung verletzter oder kranker Altvögel
Ist der Entschluss gefasst, dass Sie sich selbst um die Pflege des
Vogels kümmern möchten, muss er zunächst eine geeignete
Unterbringung erhalten. Wie diese beschaffen sein sollte, hängt
von mehreren Faktoren ab:
- Größe des Vogels
- Vogelart
- Art der Verletzung oder Krankheit
- Grad der Scheu vor dem Menschen
Foto rechts ©
Anke Poggel
Gut geeignet ist ein so genannter Kistenkäfig. Hierbei handelt es
sich um nichts anderes als einen größeren Karton (Umzugskarton) oder eine an
einer Seite offene Kiste, die auf die Seite gelegt und vorne
mit einem Gitter verschlossen wird. Man kann hierfür entweder
engmaschiges Viereckgitter oder auch Fliegengitter aus Metall
verwenden.
Für sehr scheue und ängstliche Vögel stellt man die Kiste mit
der Öffnung nach oben und verschließt die offene Seite mit
einem lichtdurchlässigen Gitter. Zusätzlich können kleinere
Sehschlitze in den Karton geschnitten werden. Eventuell sollten
Sie sich sogar gleich zwei Kistenkäfige bauen, damit Sie
nicht während der Vogel sich darin befindet, ihn durch
notwendiges Hantieren, zum Beispiel beim Reinigen, beunruhigen.
Stattdessen können Sie immer den jeweils anderen Käfig säubern
und vorbereiten, und den Vogel dann nur schnell umquartieren.
Das erspart speziell bei Knochenbruchpatienten unnötige Bewegungen
des Vogels.
Kleinere Vogelarten lassen sich auch in einem herkömmlichen,
nicht zu kleinen Vogelkäfig unterbringen. Dieser sollte an drei
Seiten mit einem hellen Tuch abgedeckt werden, um dem Vogel ein
größeres Sicherheitsgefühl zu vermitteln. Alternativ kann ein
großer Käfig für Kleintiere verwendet werden. Für weniger
scheue Vögel, zum Beispiel Ringeltauben, kann man die Abdeckung auch
weglassen (siehe Foto rechts).
Beobachten Sie den Vogel. Gerät er in Panik, sobald er Sie nur
sieht, schränken Sie sein Sichtfeld durch Abdecken des Käfigs
entsprechend ein, damit er sich sicherer fühlt.
Foto rechts ©
Anke Poggel
Als Bodenbelag eignen sich mehrere übereinander geschichtete Lagen
Zeitungspapier. So kann man beim Reinigen der Unterbringung
jeweils die oberste Lage rasch entfernen und beunruhigt den Vogel
auf diese Weise nicht durch unnötiges Hantieren. Je nach
Verletzung des Pfleglings kann man auch ein Handtuch auf den
Boden legen, damit der Vogel eine weiche Unterlage vorfindet.
Manche Vogelarten lassen sich nicht in geschlossenen Behausungen
unterbringen. Dies gilt insbesondere für Spechte. Wer einen
Specht pflegt, lässt den Vogel am besten frei in einem
Zimmer fliegen. Für die Dauer der Pflege sollte man den Raum mit
Zeitungspapier und Laken auslegen. Damit lässt sich der Raum
einigermaßen gut vor Verschmutzungen durch Kot schützen.
Man muss sich allerdings dessen bewusst sein, dass Spechte ihren
Schnabel an allem einsetzen, was sich ihnen zum Hämmern bietet.
In der Wohnung müssen dafür Möbel herhalten, aber
auch Wände verschmähen Spechte nicht (siehe
Abbildungen unter diesen Zeilen). Foto rechts und Fotos unten ©
Anke Poggel

Ursache und Wirkung: "Zimmermänner" wie dieser
Grünspecht
(Abbildung links) probieren ihre kräftigen
Schnäbel an allem aus, was sich
ihnen bietet. Besonders gern tun sie dies an Wänden ... Aber wer
ein echter Vogelfreund ist, nimmt für die Genesung eines
Spechtes gern die anschließende Renovierung des Zimmers
in Kauf. ;-)
Die Ausstattung der Behausung hängt von der Art und Größe des
Vogels sowie der jeweiligen Verletzung ab. Foto rechts ©
Anke Poggel
Vögel mit Frakturen oder mit einer Gehirnerschütterung und/oder einem
Schädeltrauma brauchen Ruhe und sollten sich nicht viel
bewegen müssen. Deshalb sind für solche Patienten nur wenige
Sitzstangen oder auch gar keine anzubringen.
Futter und Wasser sind in standfesten Gefäßen, die gut sichtbar
und leicht zugänglich sind, bereitzustellen. Geeignet sind
flache Tonschalen, die auf den Boden gestellt werden, wobei
darauf zu achten ist, dass sie nicht leicht vom Vogel
verschmutzt werden können. Solche Tonschalen (Blumenuntersetzer)
erhält man zum Beispiel in Blumenläden oder Gartenmärkten.
Vor allem in der warmen Jahreszeit ist es für Wildvögel
wichtig, nach draußen zu kommen, auch wenn sie sich in
menschlicher Obhut befinden. Wer einen eigenen Garten hat, kann
seinen gefiederten Pfleglingen auf unterschiedliche Weise einen
Aufenthalt im Freien ermöglichen. In der nebenstehenden
Abbildung ist ein Freigehege zu sehen,
das sich vor allem für
Entenartige
besonders gut als
Unterbringung eignet. Ein solches Gehege bietet den
Entenvögeln alles, was ihr Herz begehrt: Gras, eine
Badegelegenheit und viel Frischluft. Nachts sollte man die Vögel
aus Sicherheitsgründen jedoch lieber wieder ins Haus holen. Foto rechts ©
Anke Poggel
Je nach Jahreszeit oder Gegebenheiten des Wohnumfeldes ist es eventuell
nicht möglich, einem erkrankten Altvogel eine adäquate Bademöglichkeit
zu bieten. So kann es beispielsweise geschehen, dass man im Winter
einen kranken Schwan pflegt, der als Wasservogel natürlich regelmäßig
schwimmen und vor allem baden sollte. Auch Bewohner von städtischen Mietwohnungen
oder Leute, die keinen Garten und folglich auch keinen Teich ihr Eigen nennen können,
müssen dem Vogel eine Alternative bieten. Als Ausnahmelösung eignete
sich eine normale Badewanne, die man mit Wasser füllt, das auf gar keinen Fall
heiß sein darf, siehe Foto in diesem Absatz. Auch sollte es weder Reste von
Badezusätzen, noch von Reinigungsmitteln enthalten! Foto rechts ©
Sylvia
Weitere Informationen zum Thema Unterbringung junger Vögel finden Sie
hier.
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