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Das unsägliche Leid der Martins- und Weihnachtsgänse
Jedes Jahr werben ab November viele Restaurants und Gaststätten sowie Supermärkte mit leckerem Gänsebraten, der hierzulande als traditionelles Festmahl gilt. Kaum jemand weiß jedoch, wie das Geflügel zu seinem Namen "Martinsgans" kam. Das Federvieh spielte einst eine wichtige Rolle im Leben des Heiligen Martin, woher letztlich der Name rührt. Foto oben rechts © Gaby Schulemann-Maier
Da sich der Mensch seit jeher unter anderem von Geflügel ernährt, dient dieser Brauch ganz platt formuliert dazu, an einem Festtag satt zu machen - und essen muss der Mensch schließlich. Da der Mensch aber ein vernunftbegabtes Wesen ist, sollte er sich hin und wieder etwas genauer überlegen, was er eigentlich isst. Insbesondere im Fall der Gänse sollte man unbedingt wissen, woher der Braten stammt, denn die Haltungs- und Lebensbedingungen der für den Martinstag und für Weihnachten gemästeten Gänse sind grauenhaft und zeugen von ungemeiner Brutalität infolge übersteigerter Profitgier.
Damit die Gänse in möglichst kurzer Zeit viel Gewicht zulegen, pfercht man sie in großer Zahl auf engstem Raume zusammen. Der Besatz pro Stall ist bei weitem zu hoch, um den Tieren die Möglichkeit zu bieten, sich auch nur ansatzweise arttypisch verhalten zu können. Harter Betonboden und Kunstlicht sind nur zwei Beispiele der unnatürlichen Umweltbedingungen, unter denen die Vögel vor sich hin vegetieren müssen. Die Enge, das künstliche Licht sowie weitere Stressfaktoren wirken sich in massiver Weise negativ auf die Gesundheit der Mastgänse aus.
Der Großteil der Martins- und Weihnachtsgänse liefert außerdem quasi ganz nebenbei die bei Gourmets begehrte Stopfleber. Die Produktion dieser zweifelhaften Delikatesse stellt für die Gänse ein Martyrium dar, das als verabscheuenswürdige Folter bezeichnet würde, träfe die Behandlung einen Menschen. Mehrmals täglich führt man den Tieren ein etwa 50 Zentimeter langes Metallrohr durch den Hals ein, das bis in den Magen reicht. Durch dieses Rohr verabreicht man ihnen während der Zwangsfütterungen täglich bis zu 2,5 Kilogramm gequollenen, stark gesalzenen Maisbrei. Auf den Menschen umgerechnet bedeutet dies in etwa, dass wir täglich rund ein Fünftel unseres Körpergewichts essen müssten. Ein Mann mit einem Gewicht von 75 kg hätte demnach 15 kg Nahrung an nur einem Tag zu verdauen - keine besonders angenehme Vorstellung! Beim Stopfen erleiden die Gänse schwere Verletzungen der Speiseröhre. Die Hälse mancher Gänse sind dermaßen stark verletzt, dass sich Löcher bilden, durch die das Wasser, welches die Tiere trinken, nach dem Schlucken herausläuft. Wird die Menge des Futterbreis zu hoch dosiert, platzen den Tieren die Mägen. Unter starken Schmerzen verenden die Vögel, geholfen wird ihnen nicht, denn das würde Geld kosten.
Damit ist die Leidensgeschichte der Mast- und Stopfgänse jedoch noch nicht zu Ende erzählt. Ohne jegliche Betäubung reißt man den Tieren die weichen Federn bei lebendigem Leibe aus, um daraus Daunen als Füllmaterial beispielsweise für Kissen und Jacken zu gewinnen. Da das Rupfen im Akkord erfolgt, gehen die Menschen entsprechend unvorsichtig mit den Tieren um. Nicht selten werden den Vögeln zusammen mit den Federn ganze Hautstücke ausgerissen.
Links zum Thema Gänse
Text © Gaby Schulemann-Maier
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